BaZ-Metzger Somm

Aus der Serie: Twitterer fragen, Ugugu antwortet. Heute: Simon Bärtschi, Stellvertretender Chefredaktor Sonntagszeitung:

Erstens: Vergesst die esoterischen hochmanipulativen Gesamtleserzahlen. Was zählt sind die harten Fakten. Und die sehen für die Basler Zeitung unter Markus Somm alles andere als schmeichelhaft aus:

  • 2011: Abos: 70217  Verkauf total: 77917
  • 2010 Abos: 75330 Verkauf total: 83773

Und dann noch drei Jahre vor Somm, Blocher, Tettamanti & Co.

  • 2009 Abos: 80196 Verkauf total: 88187
  • 2008 Abos: 84 481 Verkauf total: 93324
  • 2007 Abos: 84866 Verkauf total: 94048

Wie man das ganze jetzt wieder in Gesamtleserzahlen umrechnet ist nicht mein Bier. Wenn die BaZ aber mit 70’000 Abonennten über 161’000 Leser verfügt (vgl. aktuelle Wemf-Zahlen), dann behaupte ich jetzt einfach mal über den Daumen gepeilt: Die Basler Zeitung hat in den letzten fünf Jahren rund 50’000 Leser verloren.

Die aktuelle Abozahl, welche dieses Jahr erstmals die magische 70’000-Marke unterschreiten wird, noch nicht mit eingerechnet. Fazit aus der Charcuterie-Abteilung: Alles hat ein Ende, nur die BaZ ist mir Wurst.

16 Antworten zu “BaZ-Metzger Somm

  1. “ Fazit aus der Charcuterie-Abteilung: Alles hat ein Ende, nur die BaZ ist mir Wurst.“

    Wirklich? Habe eher das Gefühl, dass Du vom Thema BaZ/Somm ein bisschen besessen bist.

  2. @Gämpis: Ach woher. Eher staatsbürgerliche Neugier. Passiert ja nicht jeden Tag, dass in einer Stadt/Region die einzige Tageszeitung durch rechtskonservative Politiker aufgekauft wird. Und ja, ich staune auch ein wenig, mit welcher Arroganz das ganze durchgezogen wird. Plakatkampagnen über Wochen und Monate für die neue Sonntags-BaZ, ganz im brachialen SVP-Stil.

  3. Pingback: stilstand» Blogarchiv » Überdurchschnittlich erfolglos

  4. An der derzeitigen Medienkampagne gegen Blocher kannst Du schön sehen, wie dringend notwendig in der Schweiz Zeitungen sind, die vom Oligopol NZZ-TA-Media(Newsnet)-Ringier-SFDRS unabhängig sind. Wir können froh sein um eine selbständige BaZ, auch wenn Dir die Geldgeber dahinter nicht genehm sind.

    Das Newsnet titelt heute „Die Polizei ist bei Blocher fündig geworden“ weil gestern der Staatsanwalt gesagt hat, es wurde «potenziell beweisrelevantes Material» gefunden. Na toll, die Polizei hat wahrscheinlich den „potenziell beweisrelevanten“ Laptop von Frau Blocher mitgenommen und heute wird Blocher schon mit Schlagzeilen vorverurteilt?

    Unglaublich was hier abläuft, sowas sollte sogar jemandem von der „Gegenseite“ sauer aufstossen.

  5. @Gämpis: Tja, die BaZ ist freiwilliger Newsnet-Partner, da beisst sich der Populist in den Schwanz.

    Ausserdem: Welche Gegenseite? Viele SVP-Wähler sind bereits derart in die Opferrolle vernarrt, dass an jeder Ecke mindestens zehn Verschwörungen gegen sie lauern.

    Eigentlich ist es mir zu blöd, den fundamentalen Unterschied zwischen der Blocherpresse (BaZ, Weltwoche, Les Observateurs) und dem Rest zu erklären, aber bitteschön: Niemand sonst fährt ganze Schmierenkampagnen, die direkt in der Parteizentrale angeteigt wurden. Wenn sich Journalisten für solche Propagandanummern einspannen lassen, ist das ihr Problem, und allenfalls noch dasjenige ihrer Leser. Meines ganz bestimmt nicht.

  6. Das Newsnet gehört praktisch vollständig dem Tagesanlüger und hat mit der BaZ ja nicht wirklich was zu tun (ausser mit der BaZ-Online).

    Ansonsten bist Du ja überhaupt nicht auf die Newsnet-Schlagzeile eingegangen sondern lenkst gleich wieder ab mit „Blocher, Weltwoche, etc. etc.“ obwohl das ja jetzt überhaupt nicht das Thema war.

    So ist diskutieren mit Dir halt mal wieder völlig zwecklos.

  7. Habe übrigens nicht Gegenseite sonder „Gegenseite“ geschrieben.

  8. Pardon, Herr Specht, die Themen setzte ich in meinem Blog nach wie vor selbst. Eigentlich wollte ich ja den bemerkenswerten Leserschwund der Basler Zeitung dokumentieren. Aber falls es dich beruhigt: Polemische, unausgewogene, unsachliche Parteipresse à la Weltwoche und BaZ halte ich nicht für eine Erweiterung der Medienvielfalt.

  9. Ist mir schon klar, dass Du hier Deinen persönlichen Kleinkrieg gegen die SVP, Blocher, Somm, die Weltwoche, Mörgeli und Köppel führst. Die sei Dir auch unbelassen, wenn es Dir so viel Freude bereitet.

    Andere Meinungen sind da natürlich nur störend.

    Viel Vergnügen.

  10. Kleinkrieg? Ich würde in Anbetracht des im Entstehen begriffenen rechtsnationalen Propagandanetzwerkes (Weltwoche, BaZ, LesObservateurs) eher von Notwehr sprechen.

  11. Also ist es doch die Angst vor anderen Meinungen. Für Leute wie mich, die anderer Ansicht sind als Du, darf es also keine Zeitungen geben?

    Niedlich deine Aufzählung des „Propagandanetzwerkes“. Ich zeige Dir mal ein richtiges „Propagandanetzwerk“:

    Tamedia:
    20 Minuten, 20 minutes, Alpha, Bantiger Post, Bernerbär, Berner Oberländer, Berner Zeitung, Bümpliz Woche, Der Bund, Finanz und Wirtschaft, Furttaler, L’essentiel, Glattaler, Kilchberger, Neues Bülacher Tagblatt, Rümlanger, SonntagsZeitung, Tagblatt der Stadt Zürich, Tages-Anzeiger, Thuner Tagblatt, Volketswiler, Zolliker Bote, Zürcher Unterländer,
    Zürcher Oberländer, züritipp, 20 Minuten Online, 20 minutes Online, Capital FM, Newsnet, Radio 24, TeleBärn

  12. Medienkonzentration à la Tamedia sehe ich durchaus auch als Problem. Hinter dem Konzern steckt aber weder ein Partei noch der Strategiechef der grössten Schweizer Partei. Got it? Ausserdem: Einen besseren Mikrofonhalter als Newsnet könnte sich kein Schmierenkomödienplaner selber ausdenken. Siehe aktueller SVP-Krieg gegen den Rechtsstaat.

  13. Ja, klar – got it. Tamedia wird von einem politisch vollkommen neutralen Sozialhilfeempfänger aus Niederbipp betrieben, der selbstverständlich keiner politischen Partei nahe steht.

    Genau so unvoreingenommen wie die Ringier-Presse oder das Schweizer Fernsehen.

    Krieg gegen den Rechtsstaat? Wohl eher Notwehr gegen einen politisch motivierten Schauprozess – bei welchem das Newsnet fleissig mitwirkt.

  14. Warten wir mal ab, ob Blochers Immunität überhaupt aufgehoben wird. Was ich aber, für den Fall einer Anklage, jetzt schon voraussagen kann: Als nächstes kommt die Klage über die angeblich „roten“ Richter.

    Deine berlusconeske Verteidigungsrede für den Albisgüetli-Manitu ist mir einfach zu vertraut. Für einen echten Groupie liegt ein Fehltritt Blochers noch nicht einmal im Bereich des Möglichen.

  15. Ich würde ganz gerne mal die Zahlen der WOZ aus dem gleichen Zeitraum sehen. Da gibts wohl auch nicht viel Positiveres zu vermelden, wie bei fast allen anderen Verlagen auch. Aber darüber liest man hier natürlich nichts.

  16. Pingback: Ready for grounding | Journalistenschredder

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