Völlig irrelevanter Blogeintrag, bitte überspringen
Sagen wir es mal so: VBS-Beamte hätten vermutlich besseres zu tun, als oberlehrerhaft Fact-Checker zu spielen (sind ja nicht fürs Bloggen bezahlt), und Medien hätten vermutlich ganz sicher besseres zu tun, als daraus den Pseudoaufreger des Tages zu konstruieren. Zum Glück ist heute schon Freitag. Das Arena-Gedöns wäre wohl letal.
Internet vs. Schweizer Armee
Wollte mir soeben nochmals den Instant-Klassiker «Schnütz» mit Ueli Maurer in der Hauptrolle angucken. Nix da:
Allerdings würde ich jetzt keinen Cent darauf verwetten, dass die Sondereinheit Urheberrecht beim VBS den Upload-Krieg gegen die blitzschnellen Youtubleros langfristig gewinnen kann.
Happy Börsday Blick
Das Zitat des Tages heute aus dem Hause Ringier:
«Information und Unterhaltung werden heute komplett neu distribuiert. Leider, und das schmerzt vor allem die Informations-Industrie, meist GRATIS. Hierbei handelt es sich, wie wir heute alle wissen, um eine Art GEBURTSFEHLER des Internets.»
Marc Walder, Geschäftsführer Ringier Schweiz. (Quelle: http://tinyurl.com/yzr7xtm)
Herzliche Gratulation zum 50sten Geburi auch meinerseits. Möge euch das Internet auf den Kopf fallen.
Tamipresse-Liquidation hat begonnen
Weko genehmigt Edipresse-Übernahme: Zack! Eine Pendlerzeitung weniger. Die Besitzer wollen das Tafelsilber vor dem Verkauf noch vergolden, sagen die Gewerkschaften. Mit den Massenentlassungen bei Edipresse habe man rein gar überhaupt nix zu tun, behauptet der künftige Besitzer Tamedia. Schuld ist einzig und allein die Finanzkrise, die böse. Nicht wirklich erstaunlich, aber die Blognachbarn aus der Romandie sehen das etwas anders.
Al Krankenkassida
Das sind die, die mir gefühlt täglich via Telefon eine Zusatzversicherung oder einen Kassenwechsel aufschwatzen wollen, und nebenbei Zwischendealer aus Politik und PR-Industrie geschickt mit Bakschisch versorgen. Zweiteres ist jetzt vielleicht etwas polemisch überspitzt, aber das mit dem Telefonterror muss aufhören. Woher haben die eigentlich das ganze Geld, um all die Call-Center zu beschäftigen? Steckt euch euren Pseudowettbewerb irgendwohin, ich bleib bei meiner Abzocker-Grundversicherung.
Digitalers ignorieren ist keine Lösung
Sehr unterhaltsames Radiotainment: Radioerfinder Talkmaster und Neoblogger Roger Schawinski nimmt Tagi-Chefredaktor Res Strehle in den berüchtigten Schawitzkasten (Permalinks wären übrigens ganz praktisch, Herr Roger!). Geplaudert wird über ein Thema, mit dem sich auch gerade Nachbar Bugsierer beschäftigt: das neue Tagi-Layout. Item, beim Bugsierer hab ich das Inti ja schliesslich gefunden. Bei Minute 39 frägt Schawinski seinen Gast, was er denn von den überwiegend negativen (unterdessen gelöschten) Leserkommentaren zum neuen Layout auf Tagi-Online halte. Worauf Strehle plusminus antwortet:
«Ich denke, die Reaktionen im Internet muss man relativieren, da ist eine gewisse Bloggerszene, die vieles runtermacht, da bin ich nicht so beunruhigt…».
Worauf ich plusminus dachte: Hä!?! Also ich war das nicht. Also ein bisschen kritisiert hab ich schon. Allerdings finde ich, darf man als Leser auch hin und wieder seine Zeitung beleidigen: Erstens bringt es zum Ausdruck, dass es nach wie vor interessiert, was darin geschrieben steht, und zweitens ist ein ehrliches «fuck you» auch ein Stück weit Ausdruck emotionaler Bindung. Also Wertschätzung. Kein Grund zur Unruhe insofern.
Beunruhigen sollte einen neuen Chefredaktor hingegen, dass beim Tagi noch nicht ansatzweise eine Konzept erkennbar ist, wie man angemessen auf Kritik reagieren könnte. Damit meine ich nicht in erster Linie substanzielle Kritik in Blogs, sondern Kritik ganz allgemein. Zum Beispiel jene auf doch eher suboptimale 400 Zeichen beschränkten Kommentare auf Newsnetz/Tagi. Löschen ist definitiv keine Lösung. Dialog wäre eine Möglichkeit.
In einem zweiten Schritt kann man immer noch überlegen, ob und wie man auf anderswo formulierte Kritik reagiert. Es gibt ja unterdessen nicht mehr nur diese Blogs, hab ich kürzlich bei einem Halbdigitalen gelesen. Ignorieren ist definitiv keine Lösung. Dialog wäre auch hier eine Möglichkeit.
Eine Antwort auf meine Mail fände ich beispielsweise schon mal supi. So als Anfang.
Oder ist das als Kunde König schon zu viel verlangt?
Hallo Newsnetz: Es reicht!
Was soll der Sheice!?!
Und wie oft wird Platzhirsch «Newsnetz» (BaZ, BZ, Bund, Tagi) bis zur Abstimmung die rassistischen und volksverhetzenden SVP-Plakate noch schalten? Gratis notabene. Nicht mit uns!
Update, 7. Oktober 2009: Und immer schön weiter die Empörung bewirtschaften (© K. Imhof):
Fehlt nur noch die Klickstrecke mit allen SVP-Propagandasünden der letzten 15 Jahre.
Update, 9. Oktober 2009: Und so weiter und so fort…
Die Frage ist im Grunde einfach: Muss man wirklich jeden „Pieps“ in ein eigenes Artikelchen verpacken, oder würde es unter Umständen auch reichen, Herrn Google (und der SVP) ein paar mal weniger pro Tag die Eier zu kraulen? (Die Sammelaktion ist hiermit abgeschlossen. Keine Lust mehr. Dafür noch der Hinweis auf diese Pointe.)
The European setzt neue Massstäbe…
…im Kauf-Mich-Mich-Mich!-Journalismus. Immerhin setzt «The European» damit auch ein neues Explizitheitsniveau im Schleichwerbe-Gewerbe. Illegal? Miregal! Ob die 35 Wortakrobaten die Regeln des embedded Journierens bei SpOn, Focus, FAZ, Welt, VanityFair, Cicero, Bunte etc. (siehe Vita) erlernt haben? (via)
Neues aus dem Seniorenheim
Hier die Schlagzeile aus den US of A, die von mir aus gerne demnächst über den Nachrichtenticker laufen darf: Idiot son of an asshole goes bankrupt. Freedom of speech hat eben auch sein Vorteile. Rupert Murdoch wäre zumindest nicht der erste senile Machtmensch, der sein Vermächtnis am liebsten mit ins Grab nehmen würde. Vielleicht ist es aber auch nur die pure Lust daran, die Zeitungsverleger weltweit an der Nase rumzuführen. (via)
Abschiebepraxis
Medienversagen manifestiert sich unter anderem auch darin, dass wochenlang ein Bohei um die Ausschaffung eines Chalet-Besitzer gemacht wird, dessen dunkle Vergangenheit wieder nach oben schwappt, währenddem bis zum heutigen Tag in keiner einzigen Schweizer Tageszeitung auch nur ein Zeile über diesen Fall erschienen ist.
Moritz from the Blogs
Note to myself: Ich muss mich sputen, unser Verkehrsminister stichelt schon öfters gegen die «NZZ», als ich!
Mehr Licht!
Hey Tagi, fuck you! Immer noch keine Antwort auf meine Fragen. Im Print heute dafür nochmals eine Serie negativer Feedbacks zum neuen Layout. Zusammengefasst: Nervöses Schriftbild, mainstreamiger Kulturteil, gebt uns den Sportteil zurück! Deckt sich durchaus mit meinen Beobachtungen. Gibt es eigentlich eine Schweizer Zeitung, die, sagen wir mal in den letzten 20 Jahren, nach einem Relaunch an Lesern zulegen konnte? Ganz subjektiv beurteilt, habe ich das Gefühl, der Abstieg des «Tages-Anzeigers» in die zweite Liga ist unaufhaltbar. Und das innerhalb einer Woche! Meine Prognose: Der Tagi wird keine grossen journalistischen Kisten mehr stemmen.
Die erste Ausgabe nach dem Relaunch brillierte noch mit ein paar ausgebüchsten Primeurs. Nur ist es eben gerade das, was die maximal ausgedünnte Redaktion («I know what you did last summer») kaum lange wird bieten können. Aus Neustart-Euphorie wird Frust, den verbliebenen Langstreckenläufern der Atem ausgehen. Frust, der sich unter anderem auch daraus speist, dass die abnehmende Substanz mit Meinungsartikeln von profilierten Köpfen kaschiert wird: Ein Augstein-Töchterchen darf dann auch noch was zur Zeitungskrise sagen, Anthony Giddens, der Erfinder des gescheiterten «dritten Weges», ein paar dünne Thesen über den Niedergang der Europäischen Sozialdemokratie absondern – Angie Merkel, die neue progressive Kraft! Haha. Der Redaktor macht das Fäustchen. Mehr Licht!
Zeit der Wendehälse. Da und dort ein paar weitere Rochaden in der Redaktion, denn die Suche nach faulen «Eiern» ist in einer maximal auf Profit orientieren Zeitung nie abgeschlossen. Wer bleibt, wird den Restbestand der «Zürcher Mittellandzeitung» verwalten. Ja, ich denke, die «NZZ» dürfte die Sensation schaffen: Leser gehalten nach Relaunch.
Gefällt mir der neue «Tagi»?
Wie gesagt: Es geht so. Aber wo sind eigentlich auf einmal die 88 (!) mehr oder weniger gepfefferten Kommentare, die bis heute Morgen noch unter dem heiss diskutierten Artikel «Gefällt Ihnen der neue Tages-Anzeiger» standen? Ein Teufelszeug, diese Leserkommentare. Ob da wieder jemand «aus Versehen» an den Lösch-Button gekommen ist? Dafür kriegt man eine laue interne Blattkritik von Peter Rothenbühler aufgetischt. Vielleicht sollte mal jemand die Marketingfuzzis mega-feedback-interessierte Hotline anrufen? Wäre ich Mitarbeiter beim Tagi-Abo-Dienst, würde ich genau heute einen freien Tag einlegen.
Update I: Weil mich das jetzt interessiert, und weil ich Zensur doch sehr zum körbeln finde, habe ich kurz via Mail nachgehakt, was denn diese Kommentar-Löscherei bezwecken soll? Antwort steht noch aus.
Update II: Keine Ahnung, wie man sich das beim «Tagi» vorstellt, aber Aussitzen ist in solchen Angelegenheiten immer die schlechteste Variante. Ein veraltetes Konzept von Kommunikationsexperten, oder solchen, die sich dafür halten: Es geht von der grundfalschen Annahme aus, dass man einen oder wenige «Spinner» ignorieren kann. Nur riskiert man damit grundsätzlich immer einen Flächenbrand, der sich im Nachhinein auch nicht mehr löschen lässt.
Update III: Noch etwas sollten sich Public-Relations-Abteilungen merken: Steht’s auf infamy, hast du bereits so gut wie verloren. Was allerdings noch lange kein Grund ist, meine Mail nun schon 24 Stunden zu ignorieren.
Schlampig sortierte Gedanken zum «Tagi»-Relaunch
Der guardianisierte «Tages-Anzeiger» ist da. Kein schlechtes Lifting, aber auch kein wirklich gutes. Den Idioteneinstieg (Lead) nicht mehr grafisch abzuheben, finde ich eine gelungen Sache. Man fühlt sich als Leser ernster genommen. Erfreulich auch: Auf übermässige Eigenlobhudelei in der ersten Ausgabe wurde verzichtet. Ein Kommentar (erstellt mit dem Plattitüdengenerator) und ein paar diskrete Hinweise auf der Leserbriefseite: «Näher am Leser», «Mehr Recherche», «Veredelte Optik», «Mehr Eigenleistung» usw. usf. (Zeitungs-Onanie halt). Gezeichnet: Die Chefredaktion.
Man wird sehen.
Heftig gestolpert bin ich nur über eine Aussage:
«Die Zeitung reagiert damit auf die veränderte Mediennutzung und grenzt sich deutlich ab von Pendlerzeitung und Onlineportalen.»
Handgesetzt in Blei und druckfrisch aus dem hunderjährigen Doppelmoraldrucker. Ob ich mich für diesen Satz kurz fremdschämen darf? Abgrenzungsversuche gegenüber den eigenen Schmuddelkindern (Gratiszeitung) einerseits, und dem doofen Internet andererseits, finde ich jetzt auch nicht mehr so ganz originell. Also eigentlich eher peinlich. Nur mal so dahingefragt: Wer macht eigentlich diese ganzen Onlineportale?
Ziemlich schizophren das alles. Macht ja nix. Ist erst 2009.
Und wo ich mich grad so schön am reinsteigern bin: Wer hält Tamedia eigentlich davon ab, auch online etwas mehr bei almighty «Guardian» abzukupfern? Niemand. Eben. Trotzdem liest man dann wieder so Sachen wie: «Tagi»-Chefredaktor Res Strehle sitze im «Online-Beirat». Im was?!? Steht so im «Sonntag»: O-n-L-i-n-e-B-e-i-r-a-t. WTF? Tönt für mich wie eine anonyme Selbsthilfegruppe.
Also, ich sehe das so: Der Chefredaktor einer Zeitung ist sowas wie der Commandante Commander in Chief und gehört daher mitten auf die Kommandobrücke und nicht in irgendwelche ekligen «Online-Beiräte». Herr @Rusbridger, ein Chefredaktor, gibt sicher gerne Auskunft, wie man ein solches Organigramm anders aufdröselt. Drei Chefredakteure für eine Zeitung scheint mir ohnehin etwas überdotiert. Remember: Zeitungskrise?
Sicher ist: Mit hyperventilierendem Klick-Trash à la Newsnetz («Berner Zeitung», «Basler Zeitung», «Bund», «Thurgauer Zeitung», «Tages-Anzeiger») lassen sich weder neue noch alte Leser an die, zugegeben, noch nicht ganz vertrashten Offline-Angebote binden. Wer paid sagt, muss content liefern. On- wie offline.
From the thirst last to the top!
Eilmeldung aus dem Ministry of Silly Talks:
«Äh, the fall of the wall. Ähm, there has been so much dynamic in the new members of the European Union. And i do not mean only the economic dynamic, i mean the dynamic of the society. If, äh, i would compare this sometimes to the old EU 50, ähm, we could learn that the key-u for a successfull welfare state, a successfull economy, is the dynamic of the society. Is the will to reach very ambitious aims. And perhaps this is something what we in the last years lost in our mentality, or lost to much in our mentality. For example: If i look to, ähm, what we got today. We got today the new unemployment rates, and when i listen to the government, and, ähm, i hear there that 11 percent or 10.8 percent unemployment rate, äh, and the „der Aufschwung ist da“, this is not ambitious enough. Ähm, the aim for example, for the german society, should not be to come from the last place with the growth rate in the European Union to the second last or to the thirst last. Our aim, our issue, should be to reach once again the top again. And, ähm, this is what we can learn, i think, at the moment. Much more of course…» (Und alle so: Boni! Boni! Boni!)














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