Shooting the messenger
Kriegsreporter leben gefährlich. Eine Binsenweisheit, durchaus. Allerdings, so der englische Reporter Michael Nicholson in dieser hervorragenden Al Jazeera-Dokumentation, ganz so gefährlich wie heute, war das Kriegsreporter-Business nicht immer. Journalists MUST watch this programme. (Agree Mr. Greenslade).
Die Fortsetzung des Dokumentarfilms gibts hier, hier und hier.
EU-Gütesiegel für Blogs
Misstrauen und Angst sind selten gute Ratgeber. Wenn selbst EU-Politiker vor anonymen Wortheckenschützen aka Bloggern in Angst und Schrecken erstarren, wird mir vor den autoritären Rückfallpositionen, die man sich als Gedankengebilde ausmalen kann, speiübel. Thomas Knüwer frägt zurecht, warum Weblogs als ein kleiner Teil des Internets überhaupt in einem Bericht über die Konzentration und den Pluralismus der Medien in der EU auftaucht? Eine Antwort darauf habe ich nicht, aber offenbar geht es eben doch wieder um anonyme Schmierfinken, welche das Internet verschmutzen. Und um die Frage, aus welchen Motiven sie dies tun? Es läßt sich, ganz einfach und offen, in ihren Artikeln lesen. Sie tun es, weil sie sagen, was sie sagen wollen. Niemand hindert sie daran. Fasst möchte man verfassern solcher “Paper” entgegenhalten: Wohlan, lasst uns das Internet verschmutzen, auf dass solche Schriftstücke im undurchdringlichen Wust an Meinungsäusserungen freier EU-Bürger unauffindbar bleiben.
Ein Königreich für einen Link
Warum und wie Online-Journalisten (und Blogger) Links setzen können, dürfen, sollen, müssen, erläutert Blogger, Buchautor und Journalist Burkhard Schröder äusserst unterhaltsam in diesem verruchten Linkpornmagazin.
Axel Springer ist pleitte (bald)
Kaum ist man mal ein paar Tage weg, verpasst man die ‘Qualitätsoffensive’ beim deutschen Boulevard: Nicht nur Jens Scholz schreibt neuerdings glatze Storries für Bild.de, sondern auch Benjamin von Stuckrad-Barre. Ob die beiden wohl auch Knebelverträge unterzeichnet haben?
Privacybox
Eine prima Idee, technisch auf den ersten Blick selbst für Anti-Nerds wie mich hervorragend umgesetzt. Wer mir also in Zukunft streng geheime Unterlagen verschlüsselt und anonym via E-Mail zukommen lassen will, kann das neuerdings über meine PrivacyBox tun: https://privacybox.de/ugugu.msg (Absender angeben, falls Antwort erwünscht). Und darum gehts:
“Die mit Open-Source-Software programmierte Box ist ein mit jedem Browser zu erreichendes Web-Formular, das Journalisten, Bloggern sowie ihren Informanten und Hinweisgebern (”Whistleblower”) eine anonyme und vorratsdatenfreie Kontaktmöglichkeit anbietet.”
Mehr Infos dazu bei Heise. Gefunden bei Mr. Burk himself.
PS: In den kommenden Tagen beantworte ich allerdings weder brisante anonyme Mails noch sonst irgendwelche Post elektronischer Art, bin für sechs Tage am Hardcore-Offlinen…
Olé, Olé Schwiizer Fernseh
Gestern im EM-Studio des Schweizer Fernsehens: Ein an Pathos kaum zu überbietender Filmbeitrag mit dem Titel “Champions stehen wieder auf“. Zu toppen höchstens, falls sich herausstellen sollte, dass Alain Sutter ein uneheliches Kind von Nationalcoatch Köbi Kuhn ist.
Labersäcke hinten anstellen
Die Alleinherrschaft der Erbsenzähler in den Verlagen ist vorbei, zumindest wenn es nach Michael Jürgs in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung geht:
„Back to the roots“ lautet deshalb für die Zukunft die Formel 1 des Printgewerbes, nachdem journalistische Selbstdarsteller und auf fremdem Terrain herumlabernde Manager der Euphorie wie beim Web 2.0 das Blut der anderen und das Geld ihrer Konzernmütter geopfert haben. Die Arbeitsteilung zwischen Koch und Kellner ist vorbei.
Hier gehts zur äusserst treffsicheren Analyse über katzbuckelnde Blattmacher und eingebildete Manager.
Medienkritiker in der Kritik
Der Medienjournalismus ist tot. Zumindest könnte man derzeit diesen Eindruck erhalten. Erst verteilt “Bund”-Chefredaktor Artur K. Vogel schlechte Noten (…wer Tamedia an den Rand des Abgrunds führt, soll gefälligst die Klappe halten), dann doppelt Radiomacher Roger Schawinski nach (…schreibt gefälligst mehr über ‘meine’ Medienprojekte) und zu guter letzt konstatiert PR-Talker Klaus J. Stöhlker schlicht den Untergang des Medienjournalismus (…weil ohnehin alle Journalisten in die PR-Branche wechseln wollen).
Auf die naheliegendste Idee kommt keiner: Medienjournalismus ist ein beliebtes Sparopfer von Medienmanagern - noch vor der Kulturberichterstattung. Tatsächlich nähert sich die alte Garde an Medienjournalisten bedenklich dem Pensionsalter. Eine junge Generation von Medienkritikern wurde gar nie ernsthaft aufgebaut.
“Futurofoot” - Die sanfte TV-Zensur der Uefa
“Tit for tat“, oder wie sich das Westschweizer Fernsehen von der Uefa das TV-Programm zusammenstreichen lässt, gibt es für einmal drüben bei Eurospuk zu lesen. Obwohl es thematisch genauso gut hierhin passen würde.
Corporate Blogging
Es gibt so Momente, da überlege ich lange rum - immer mit der gleichen Frage im Kopf: Will, soll, darf ich das, was ich soeben gelesen habe, wirklich verlinken? Und dann entdecke ich auf den zweiten Blick ein kleines Detail, welches mir auf den ersten Blick komplett entgangen ist:
“Beratung und Support via Skype ab EUR 1.00 pro Minute”.
Was meine Linkhemmung deutlich runter setzt. Doch eine Frage bleibt: Real or Fake?