Journalistenschredder

«Zu wenig dumm und zu wenig gescheit»

Posted in Nicht kategorisiert by ugugu on Juni 19, 2009

Alter schützt vor Klugheit nicht. Die «Grand Old Edelfeder» des Schweizer Journalismus hat in der «Zeit» eine entzückende «Pièce de résistance» über eine aussterbende Gattung (sog. Vollblutjournis) aufs Parkett gelegt.

Wenn das die «Freien» wüssten?

Posted in Nicht kategorisiert by ugugu on Juni 18, 2009

minigolf
Gingen sie wohl auch eher direkt auf die  Driving-Range, anstatt sich für etwas Pinkes die Finger wundzutippen.

Web2Com, Bloggingtom und der «Mieselaunetag» bei Persönlich.com

Posted in Nicht kategorisiert by ugugu on Juni 17, 2009

Bloggingtom ist ein Blogger, der gerne über nichtausgelieferte oder verseuchte Werbebanner bloggt.

Zum Beispiel über die Web2Com, ein Unternehmen der Publigroupe.

Persönlich.com ist ein Zeitschrift, die gerne über die Werbeindustrie schreibt. Persönlich.com fasst den jüngsten Bloggingtom-Scoop über nichtausgelieferte Web2Com-Banner sauber zusammen und verlinkt auf Bloggingtom.

Jetzt ist der Artikel verschwunden. Begründet wird das ganze mit einer schlechten Laune des Redaktionsleiters.

Persönlich.com wird herausgegeben von der DENON Publizistik AG, ein Unternehmen der Publigroupe.

Schon mal was von vorauseilenden Gehorsam oder Selbstzensur gehört?

Journalismus 0.5

Posted in Nicht kategorisiert by ugugu on Juni 16, 2009

Tagi_Iran (Quelle: Newsnetz)

Ausserdem würde es uns nie in den Sinn kommen, eine Quelle direkt zu verlinken. Denn wir sind hier die Gatekeeper und Videoripper. Zwar gibt es «unabhängige Berichterstatter» en Masse, welche die Ereignisse bestätigen – die wir ebenfalls nicht verlinken. Sonst hat unser Guardian-Abschreiber heute gar nix mehr zu tun. Und was der ganze Netzpublizistenpöbel da im Netz so rumreicht (via @madyar), interessiert uns ebenfalls nicht, denn wir sind Qualität, das belegt allein unsere 150-jährige Zeitungstradition.

PS: Unser unabhängiges Korrespondenten-Netzwerk ging leider kürzlich ebenfalls flöten in Pension.

Input, Output, Kaputt

Posted in Nicht kategorisiert by ugugu on Juni 15, 2009

Gestern gehört in «Input» auf DRS3: «Zeitungsjournalist? Traumjob oder Auslaufmodell?» – 4 JournalistInnen geben Auskunft. Etwas arg Zürich-Fixiert, aber alles in allem kommt doch relativ gut zum Ausdruck: Das journalistische Selbstverständnis ist am A…

Asozialplan 2009 Tamedia

Posted in Nicht kategorisiert by ugugu on Juni 13, 2009

Zitat des Tages…

«Ich bin in der Verhandlungsdelegation Sozialplan 2009 Tamedia. Es ist unglaublich, was man hier erleben muss. Im heutigen „Magazin“ schreibt Roger de Weck über die Fratze des Kapitalismus. Es scheint so, als ob die Manager und Aktionäre alles nur mögliche anstellen, um das sinkende Schiff auszupressen. Ich bin auch in der Betriebskommission und musste mit einer Frau, welche 22 Jahre in diesem Betrieb arbeitete, ein Gespräch führen. Dabei brach sie in Tränen aus, weil sie ihre Kündigung nicht verstehen konnte. Das Angebot für den Sozialplan ist sehr knausrig. Die Leute werden unter sehr schlechten Bedingungen entsorgt. Anders kann man das nicht nennen – und das hat man ihnen auch zu verstehen gegeben in den heimlich organisierten Einzelgesprächen mit ihren Vorgesetzten.»

Und die Debatte findet eben doch statt, das kann im Jahr 40 nach Arpanet kein K(n)allkopf verhindern. Leserbrief war vor-vor-vor-vor-vor-vor-vor-vor-vor-vor-vor-vor-vor-vor-vor-vor-ok-es-reicht-gestern.

Update I: Bin grad etwas irritiert über die Gruppe 230. «Weiterarbeiten unter Protest», wasn’das?

Update II: Ex-Tagi-RedakteurInnen melden sich zu Wort.

Update III: Noch-Redakteure ebenfalls: Klartext-Inti aus Tagistan.

Demokratiehüter

Posted in Nicht kategorisiert by ugugu on Juni 12, 2009

Tscha! Wenn die «Hüter der Demokratie», mit ganz wenigen Ausnahmen, nicht einmal mehr dazu bereit sind, ein Wörtchen für  andere «Hüter der Demokratie» einzulegen, dann hüten halt andere die Demokratiehüter.

Neiningers Tabubruch

Posted in Nicht kategorisiert by ugugu on Juni 11, 2009

Der erste Schweizer Verleger bloggt und zwitschert. Na also, geht doch. Und erst noch auf derselben  trümmligen Blogplattform wie meinereiner. Wir sind jetzt quasi Nachbarn. Hallo Nachbar! Und wie man das unter freundlichen Nachbarn halt so macht, werfe ich gleich mal eine Leseempfehlung über den Gartenzaun.

Travelwriters.ch – Der Filzballclub (exkl. für Journalisten)

Posted in Nicht kategorisiert by ugugu on Juni 10, 2009

Forget Roger Federer! Denn bereits…

«…1994 gewann die Schweiz in Pörtschach (Österreich) gleich zwei Tennis-Weltmeistertitel : Marc Walder (heute Chef Ringier Schweiz) sicherte sich den Sieg im Herren-Einzel und zusammen mit Michael Ringier (Präsident Verwaltungsrat Ringier) im Herren-Doppel.»

Also ich finde es ok, wenn «Journis» demnächst am Schwarzen Meer wieder mit dem gelben Filz-Ball kämpfen.  Nur möchte ich an dieser Stelle wieder einmal ganz schüchtern nachfragen, ob Journalisten, die in einem  von der Tourismusindustrie gesponserten Journalistenverein sind, nicht vielleicht doch ein klitzekleinwenig beeinflussbar sind?

«Mit einem Minimum an Vereinsmeierei ein Maximum an Nutzen für alle interessierten Kreise zu schaffen».

Tönt für mich als Vereinsziel auch nicht unbedingt nach einem Unabhängigkeit-Manifest der Schweizer Presse.

Der Verein «Travelwriters.ch» organisiert aber auch illustre Podien, an denen sich Schweizer Reisejournalisten von den Kollegen aus dem Ausland den Köpf tätscheln lassen, weil sie niemanden, aber wirklich niemanden an den eigenen Fressnapf  lassen. Schon gar nicht Frechdachse, die ohne Gegenleistung (also Zeitungsartikel) ein Promoreisli buchen wollen. Wo kämen wir denn da hin! Ein «Journalistenpreis» mit knallharten Auswahlkriterien vergibt Travelwriters  selbstverständlich auch.  («Die journalistische Leistung muss klar erkennbar sein.»)

However: Die Domains Gadgetwriters.ch, Motorwriters.ch, Pharmawriters.ch oder Bankwriters.ch wären noch zu haben, falls  jemand einen weiteren Journalistenverein gründen möchte.

Apropos «Gründergöttis», seit wann gibt es  eigentlich in der «Sonntagszeitung» eine Reisebeilage?

Nachtanzeiger (II)

Posted in Nicht kategorisiert by ugugu on Juni 10, 2009

Und wer liefert uns eigentlich in Zukunft die immer absurderen Stories aus dem Nahen Süden? Ein Crashkurs in mindestens sieben Weltsprachen kann sicher nicht schaden, um einigermassen den Überblick über die 500 weltweit zu Tode gesparten Qualitätszeitungen zu behalten. Im Grunde hatte ich ja nichts dagegen, dass sich früher eine «NZZ», ein «Tagi» oder ein anderes regionales Käseblatt darum kümmerte…

«Nachtanzeiger»

Posted in Nicht kategorisiert by ugugu on Juni 9, 2009

Behaupte ich jetzt mal so: An Schweizer Biziness-Schools wird man das «Maimassaker» beim «Tages-Anzeiger» noch lange als Paradebeispiel feiern, wie Massenentlassungen im Printgeschäft durchzuführen sind, ohne dass die Angestellten die Redaktion in Brand stecken über Wochen besetzt halten oder kollektiv künden.

Bin heute die Entlassungsliste kurz durch, hier mein «Management-Summary»:

  • Köpfe die Personalkommission («Wer aufmuckt, fliegt…»)
  • Entlasse die Jungspundte («Sind sich nichts anderes gewohnt, siehe Lebenslauf…»)
  • Entsorge möglichst schäbig die alten Säcke («Kommts mit den Gewerkschaften hart auf hart, biete Hand zu Frühverrentung…»)
  • In der Ferne liegt die Kürze: Betrifft Aussenredaktionen («Das Regional-Mantra beten wir später wieder…) und die komplette Auslandredaktion («Süddeutsche Fernschreiber sind billiger und hoffentlich williger…»)
  • An Kultur und Sport lässt sich immer rumschnippeln. («Alte Verlegerweisheit…»)

Was sich nicht aus der Liste ablesen lässt: Die Selektion nach persönlichen Animositäten, wie sie jeder neue Chefredaktor halt so vorzunehmen pflegt – im Bestreben um ein möglichst loyales  Überlebenstrüppchen.  Wäre allerdings noch die Frage zu klären: Loyal gegenüber wem? Vielleicht liege ich mit meiner Einschätzung aber auch komplett daneben, und die Abschussliste  enspricht schlicht der Auswertung der Polizeibilder.

Was kann man als Leser dagegen tun? Unterschreiben. Hilfts nix, so Abo künd.

Was kann man als geschasster Redaktor/in tun? Den «Nachtanzeiger» gründen.

The Year the Media died

Posted in Nicht kategorisiert by ugugu on Juni 6, 2009

…ganz ohne Triumpfgeheul, aber mit breitem Grinsen. Via Lanu, auf deren Blogjournalismus-Projekt an dieser Stelle auch gleich verwiesen sei.

«Magi», «Magi nümm»

Posted in Nicht kategorisiert by ugugu on Juni 5, 2009

WAS ICH MAG

Die Gegenwart, den eigenen Herzschlag, „Héritage“ von Guerlain, Nabokov, Stendhal und Fitzgerald, Tokio, Los Angeles und Tel Aviv, den Herbst, weisse Hemden, Mut, den „New Yorker“, „Das Magazin“ und die “NZZ am Sonntag”, Zürich, das Restaurant “Rosso” in Zürich, die Serien „Mad man“ und “The Wire” Swimmingpools, Das Meer, Neurotiker, Notizen, moderne Häuser, den Kapitalismus Paid Content, kleine Blumen Distanz, viele Dinge gleichzeitig tun, alle Tiere ausser fliegende Insekten, Frauen in Sommerkleidern auf Fahrrädern, Loyalität, die Beichte, die Messe, meine Frau, meine Töchter Emily&Miel.

WAS ICH NICHT MAG

Jazz, abstrakten Krimskrams, Masken, Strassenmusikanten, brutale Filme, Kollektivisten, Bescheidenheit – weil sie meist nicht ehrlich ist und somit die grösste Form von Arroganz, exotische Früchte, so genannte Querdenker, Ideologen, Esoteriker, Moralisten, simple lösungen – weil sie meistens falsch sind Das Internet, Massagen, Sternzeichen, Jäger und Metzger, den Frühling, über Wein reden, kalte Länder, die meisten Schweizer Schriftsteller, alle Arten von Buffets, Langschläfer Brunch. (Quelle)

Technischer Fortschritt

Posted in Nicht kategorisiert by ugugu on Juni 5, 2009

Wären Waschmaschinen und Tumbler erst vor kurzem erfunden worden, wäre das schon irgendwie ziemlich krank.

Biopässe – Einmal nachzählen bitte

Posted in Nicht kategorisiert by ugugu on Juni 4, 2009

1. Ich bin kein schlechter Verlierer. Ich habe mich als jahrelanger Demokratietester damit abgefunden, dass man als Wähler links der Mitte im bürgerlichen Helvetistan gefühlt cirka 4 von 5 Abstimmungen verliert. Ich spiele weiterhin Demokratie. No problem. Weil sich dieser eine Sieg jeweils so anfühlt, als habe man soeben mit einem Drittligaverein die Champions-League gewonnen. Und weil mir dazu keine vernünftige Alternative einfällt.

2. Ich traue den Stimmzählern in unseren Wahllokalen zu, dass sie fähig sind, meinen Abstimmungszettel jeweils auf den richtigen Stapel zu legen und nicht etwa gar einzelne Zettel im Hosensack verschwinden zu lassen.

3. Ich habe, wie andere auch, kürzlich mal wieder gehörig auf den Demokratiedeckel gekriegt.

4. Die Schweiz zählt aktuell 2636 politische Gemeinden.

5. Nicht nur Ueli Haldimann ist folgendes aufgefallen: Hätten 2573 Stimmbürger statt mit Ja mit Nein gestimmt, dann wäre mit zwei Stimmen Unterschied eine Mehrheit gegen die biometrischen Pässe zustandegekommen.

6. Erstaunlicherweise gibt es in der Schweiz Kantone, in denen bei kantonalen Abstimmung solch knappe Resultate zur automatischen Nachzählung führen. Per Gesetz oder Verordnung.

7. Auf Bundesebene fehlt ein Gesetz.

8. Einmal nachzählen bitte.

Nix Badbank, Onemanbank!

Posted in Nicht kategorisiert by ugugu on Juni 4, 2009

WTF?

Posted in Nicht kategorisiert by ugugu on Juni 3, 2009

TagiFlugzeugabsturz

Darf ich die Story (inkl. Bildstrecke) mit der «Newsnetz» (Tages Anzeiger, Basler Zeitung, Berner Zeitung, Bund, Thurgauer Zeitung) seit mehr als zwei Tagen Klicks bolzt («meistgelesene Story») weder respektlos, taktlos, rücksichtslos, geschmacklos, verletzend, verwerflich, würdelos noch pietätlos, sondern einfach nur strunzdumm finden? Und ist Leichenfledderei eigentlich nicht ein Straftatbestand?

Waren die nicht gerade am Leute entlassen? Meinjanur.

«Das Magazin» und das Ende der Leserbeteiligung

Posted in Nicht kategorisiert by ugugu on Juni 2, 2009

Feedback vom Feinsten gab es nicht erst zur berühmt-berüchtigten «Magazin»-Ähdition 16/09. (Nicht mehr im Archiv zu finden.) Nein! Lob und aufmunternde Worte hagelte es bereits  schon eine ganze Weile…

DasMagazinFeedback

Zuletzt etwa zu einem Artikel über einen furchtbar wichtigen Appel-Store…
AppleMagazin

Fazit: Ganz allgemein steigt die Leserzufriedenheit  ins unermessliche…

TagimagiFeedback

Insofern kann man das Ausradieren sämtlicher Leserkommentare der letzten zwei Jahre auch nur als letzten konsequenten Schritt hin zu einem werbeumfeldfreundlicheren «Magazin» bezeichnen. Good night and good luck.

Zitterbibber!

Posted in Nicht kategorisiert by ugugu on Mai 30, 2009

UBS

Für ganz mutige Leser gibts drüben im UBS-Investmentletter Nr. 57 eine ganz gfürchige Banksterstory

Entsolidarisierungsstrategie

Posted in Nicht kategorisiert by ugugu on Mai 28, 2009

Tagi

Karrikatur aus  Flugblatt (PDF inkl. Rückseite)

Das war jetzt noch nicht die grosse Machtdemonstration. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Wenn Journalisten (und Gewerkschaften, siehe NZZ ) etwas noch lernen müssen, dann ist es das Antizipieren von Entsolidarisierungsstrategien. Einzig geklappt hat das Arschkartengame bislang bei der «Berner Zeitung» (Gratulation an die oder den Idioten ohne Rückgrat, welcher mit einem anonymen Schreiben Berufskollegen aus der ohnehin dünn besetzten BZ-Redaktion zu mobben versucht). Die Konzernleitung dankt. Ob die Entlassungsgespräche dieser Tage beim «Bund» und beim «Tagi» der spät lancierten Protestbewegung gleich das Rückgrat brechen, ist damit noch längst nicht entschieden. Wenn, und davon hängt in den nächsten drei Tagen alles ab, sich die Redaktion dazu durchringen kann, die Massenkommunikationsmittel, die in ihren Händen liegen,  auch zu nutzen. Zwei, drei am Bahnhof verteilte Flugblätter reichen da nicht.

Update I: Unglaublich wie sich Tamedia grad selbst demontiert. Zwei Tage nach dem ersten schüchternen Arbeitnehmer-Protest schickt man den Präsidenten der Personalkommission in die Wüste. Vielleicht sollte noch jemand dieses Video rippen. Bis zur Gerichtsverhandlung wird das wohl nicht mehr online zu finden sein…

Update II: Also Zufall ist das definitiv nicht.

Update III: Wer jetzt noch aufmuckt fliegt. Oder wie anders soll man die Antwort der Geschäftsleitung  auf die rundwegs abgelehnten Vorschläge der de facto guillotinisierten Personalkommission verstehen? «Da die Personalkommission zu der von ihr vorgenommenen Umfrage keine konkreten Namen vorlegt, muss über die bereits von der Chefredaktion geprüften Pensenreduktionen hinaus diese Massnahme abgelehnt werden.» Das sind ja Verhältnisse zum paranoid werden.