Einfach weil die entscheidende Passage in den Kurznews etwas zu kurz kommt:
[...] Da Roma aber zu denjenigen Minderheiten gehören, über welche die Medien häufig stereotyp berichten und die deshalb besonders diskriminierungsgefährdet sind (Stellungnahme 28/2011), hätte die «Weltwoche» sorgfältig darauf achten müssen, die berechtigte Kritik an den Kriminaltouristen nicht in ungerechtfertigter Weise auf alle Roma auszudehnen. Durch die generalisierende Formulierung der Schlagzeile «Die Roma kommen» werden alle Roma angesprochen und potentiell als Kriminelle hingestellt. Die Kombination des Bildes des Jungen mit der Pistole mit der Wortfolge «Die Roma kommen», «Raubzüge in die Schweiz» und «Familienbetriebe des Verbrechens» sowie die verallgemeinernde Formulierung insinuierten zudem eine (bevorstehende) Masseninvasion einer ethnischen Minderheit. Damit bedient die Titelseite sowohl die Angst vor dem Fremden als auch herkömmliche stereotype Vorurteile über die Roma.
Und Danke, Herr Blognachbar, für den tollen Einsatz.
Update, 31. Oktober 2012: Auch die Huffington Post berichtet: guilty of “distortion” and “discrimination”.


Um es auf dem Niveau der Weltwoche auszudrücken: “Julius Streicher würde Weltwoche lesen.”
Dazu zwei Bemerkungen:
Dass der Presserat den Mut und die Klarheit hatte, die Dinge beim Namen zu nennen und die Weltwoche wegen Entstellung von Informationen (Ziff.3 d. Erklärung) und wegen Diskriminierung (Ziff.8 der Erklärung) rügt, ist als positiv zu werten.
Angesichts dessen ist der wahre Skandal die Einstellung des Strafverfahrens gegen die Weltwoche. Jedenfalls liess sich die Staatsanwaltschaft dazu hinreissen, für die Verfahrenseinstellung beinahe wortwörtlich die Argumentation der Weltwoche zu übernehmen. Darüber hinaus wurde in der Einstellungsverfügung dreist behauptet, die Anzeigenden hätten das Coverbild aus dem Zusammenhang gerissen. Dazu nur so viel: Ich habe Anzeige wegen des Covers, inklusive Titel, Untertitel und den darin enthaltenen Artikeln eingereicht. Der genaue Wortlaut der Anzeige wurde mir vorenthalten. Ich durfte sie NICHT lesen. Meine Bitte um Anhörung im Fall “Roma-Cover” wurde durch den zuständigen Staatsanwalt Jürg Boll als “unnötig” abgeschmettert. Mir drängt sich daher die Frage auf, ob der zuständige Staatsanwalt schlicht die Haltung der Weltwoche teilt oder aus anderen Gründen Voreingenommen war.
Die Sache müsste nochmals von vorne aufgerollt werden, auch weil die Eidgenössische Komission gegen Rassismus (EKR) in ihrem Antwortschreiben implizit festhält, dass sie darin zwar einen Verstoss gegen art. 261 StGB sehe, dazu aber nicht öffentlich Stellung beziehe, weil sie die Verfahrenseinstellung akzeptiere.
Die Verfahrenseinstellung durch die Stawa Zürich und das öffentliche Schweigen der EKR verdeutlichen: Es gibt in der Schweiz Rassismus und Rassismus. Legalen und illegalen.
Nachtrag: Auch das Kobik, bei dem mehrere Meldungen eingingen, ist mit der Entscheidung der Staatsanwaltschaft ZH NICHT glücklich.
Laut der Agentur von Herrn Mancini, (Laif) dürfen die Bilder von Mentor und den anderen Bewohner des Mülldorfes, nicht aus dem Kontext gerissen werden! Genau das ist passiert. Verstoss gegen Art.261 und die Persönlichkeitsrechte, eines Kindes und seiner Familie liegen auf der Hand. Dieser Fall müsste dringendst neu aufgerollt werden. Dieses Kind ist unlöschbar im Netz. Als “Verbrecher” abgestempelt. Aus Geldgier, um die Auflage der WW zu steigern.
http://www.laif.de/index.php?14858036793906414760.0000576905301951421219410042012150706&ARTICLE=70309&LCID=1