Monatsarchiv: Oktober 2010

Jetzt reicht’s

Francas Plakätli (whoever that is) gehört ab sofort (!) in jedes Büro, in jede Bar, an jede Bushaltestelle und in jedes Wartezimmer. #Plakätliobligatorium

Es hat sich Ausgeschaft! #Mobilisierung

Haltet mich für naiv, aber ich probier das jetzt einfach mal aus…

Infamy befürchtet, die «abgefuckte Mehrheit»  habe sich längst entschieden,  weil Claude Longchamp mal wieder rumgefragt hat. Claude Longchamp glaubt, Rumjammern bringt nichts, weil mit Mobilisieren noch einiges drin liegt…

Wie dieses Mobilisieren genau funktioniert, weiss ich jetzt auch noch nicht ganz genau, weshalb ich kurz um eure Hilfe bitten möchte.  Die Idee ist folgende: Jeder mobilisiert möglichst viele Leute. Die einzige Frage, die ihr beantworten müsst: Wie mobilisiere ich viele Leute? Klingt einfach, ist es aber auch.

Grundsätzlich bin ich ja kein grosser Freund von Blogstöckchen. Mache jetzt aber mal eine Ausnahme. Geht ja immerhin um die Rettung einer (noch) halbwegs zivilisierten Schweiz. Weshalb ich zuerst von ihm, ihr und ihm wissen möchte, was er/sie konkret im Namen der Blogaktion «Es hat sich Ausgeschaft!» (Danke Titanic und WoZ fürs Bild) zu unternehmen gedenkt.

Ganz wichtig: Nur Mobilisierungstricks verraten, die ihr persönlich umsetzen werdet. Hier nun also meine Liste:

  • Alle Geschwister, Eltern, Freunde (allenfalls Bekannte und Verwandte), welche in der Vergangenheit mindestens eine wichtige Abstimmung verschlampt haben, kurz vor der Abstimmung anrufen.
  • Einige vermutete Wackelkandidaten mit diesem Kommentar versorgen.
  • Fünf Plakate bestellen. Eines davon ins Fenster hängen, die andern irgendwo «wild» plakatieren.  (Hätte ich ein Garten, würde ich eins davon dort aufstellen, hab ich aber nicht.)
  • Dazu 50 Sticker: Einen papp ich aufs Auto, einen aufs Velo, einen auf den Lapi,  die andern irgendwohin.
  • Billige Blogaktion starten und darüber Twittern.
  • Und last but not least werde ich hier rumlümmeln.

Das ist jetzt nicht furchtbar viel, könnte aber auch weniger sein. Falls jemand spontan ein «2xNein»-Purezmorge organisiert, werde ich das meiner Liste vermutlich hinzufügen. Das tolle an der ganzen Aktion: Danach können wir überall rumproleten, wie die Blogger einst die Schweiz retteten. Was natürlich nie irgendeine Zeitung erwähnen wird. ;-)

Archivschwund bei «20 Minuten» doch kein Zufall?

Die AL will mit den Köpfen von Sepp B. und Marcel O. gegen die A-Initiative polemisieren. «20 Minuten» berichtet darüber, depubliziert kurz darauf den Artikel aber wieder. Dann sagt die APG ebenfalls  njet zum AL-Plakat, weil Gessler im Auftrag von Sepp B. oder Marcel O. etwas dagegen hat.

Jetzt kann es natürlich immer noch Zufall sein, dass der Artikel  auf «20 Minuten» einfach so verschwunden ist. Muss es aber nicht. Weiss wer was?

Bei Kurzsichtigkeit…

…hilft nicht mal Abu Ali al-Hasan Ibn Al-Haitham’s geniale Erfindung.

Sattgelesen

Feine Blattkritik eines Nichtzeitungslesers. Idealerweise Pietro Supino, der  doch soeben lang und breit im «Tagimagi» über Qualität schwadronierte, zum Frühstücksgipfeli servieren. (Nur Chrigu Beck in Burgdorf tut mir jetzt doch fast ein bisschen leid.)

Qualitätsjournalis-mus

Für mich grenzt das eher an Trennstrichitis – oder doch Chefmobbing?

10 Thesen

Lesen!

Vor die Tür?

Gleich nochmals mach ich hier freiwillig den Propagandahansel im Kampf gegen die Rotzlöffelinitiative und den Sippenhaftgegenvorschlagshammer…


Noch nicht überzeugt? Siehe auch Teil 2. (via)

Zämestah

(via Mia)

Archivschwund bei «20 Minuten»

Keine Ahnung ob und was das zu bedeuten hat. Jedenfalls ist der Artikel «Linke wollen Ospel und Blatter ausschaffen», den ich vor ein paar Tagen gebookmarked habe, und der sich auf diese Kampagne bezog, auf einmal weg. Vielleicht die neue Dranbleiben-Policy im Hause Tamedia? Andere, plausiblere Verschwörungstheorien?

Schlimmer als in Österreich

Lange nicht mehr so viele kluge Dinge in einem Interview gelesen. Weiss gar nicht, welchen Satz ich hervorheben soll, vielleicht den hier…

«Ich war als 16-Jähriger oft in Österreich in den Ferien, weil meine Mutter von da kommt. Als ich dort Fernsehen schaute, wurde immer berichtet, was dieser oder jener Politiker gesagt hat. Das war mir völlig fremd. Bei uns wurde über das berichtet, was entschieden, und nicht über das, was gesagt wurde. Heute ist das in der Schweiz noch schlimmer als in Österreich damals. Dabei ist es doch gar nicht spannend, was einzelne Politiker denken, weil die meisten gar nicht so viel denken.»

oder vielleicht doch den hier?

«Der Regierungsrat hatte kürzlich eine Diskussion mit dem Vertreter eines größeren Verlagshauses in Zürich über die Frage von Qualität. Man legte uns dar, dass das, was man tut, notwendig ist – und dass es einzig und allein der Qualitätssicherung dient. Aber auf meine Rückfrage, wie in diesem Verlagshaus Qualität definiert und gemessen wird, kam keine Antwort.»

Hach, lest es doch einfach selbst.

«Linke» Ausschaffungshysterie

Tatsächlich soll es ja Sozialdemokraten geben (oder solche, die sich so nennen), welche, wie sie sagen, aus taktischen Überlegungen den Gegenvorschlag zur SVP-Initiative annehmen wollen. Zum Beispiel die SP-Filialen in Bern und Basel.

Wenn jetzt also alle Rechtsextremen die SVP-Initiative annehmen und den Gegenvorschlag ablehnen, während die bürgerliche rechtsnationale Mitte den Gegenvorschlag annimmt und die Ausschaffungsinitiative ablehnt, könnte es also tatsächlich dazu kommen, dass ausgerechnet die SP dem Gegenvorschlag zum Durchbruch verhilft.

Liebe deutschschweizer Genossen, eure taktische Fehlüberlegung goutiere ich keineswegs, weshalb ich eure Liste bei den nächsten Wahlen wohl nicht mehr berücksichtigen kann…

 

Neues aus Tagistan

Ein paar Stellen hier. Zack! Ein paar Jobs dort. Zack! Der Zürcher Presseverein  (zpv) schätzt die durch den grossen Zürcher Landblättli-Deal eingeleitete Journi-Entsorgungsaktion auf unterdessen 100 Stellen.

Während Tamedia die Angestellten in alter Seemannstradition scheibchenweise über Bord wirft, um das böse Wörtchen Massenentlassung (229 Journalisten in 16 Monaten) elegant zu umschiffen, kommuniziert die NZZ-Gruppe eher überhaupt nicht, oder immerhin so zurückhaltend, dass man (also ich) bis zur Notiz beim zpv  wenig davon erfahren habe.

Über die Reling gekotzt wird darob auf beiden Zürcher Mediendampfern, was man so hört. Und liest:  Ein vorzüglicher, wenn auch eher unappetitlicher Einblick, wie  man bei Tamedia «überflüssiges» Personal aus dem Betrieb mobbt, vermittelt diese unterdessen etwas angestaubte Mail der Tamedia-Personalkommission ans Personalmanagement von Tamedia:

Betreff: Umgang mit dem Personal

26.7.2010 Verschiedene KollegInnen aus den Split-Redaktionen haben sich heute bei der Personalkommission über das Auftreten des Tamedia-Personalmanagements bei den sogenannten „Bewerbungsgesprächen“ beklagt. Demzufolge hätten die Personalverantwortlichen eine Kopie von den Jahresgesprächen der betreffenden Mitarbeiter vor sich und würden daraus zitieren, bzw. die Mitarbeitenden mit den im Jahresgespräch gemachten Aussagen konfrontieren.

Für die Peko ist dieses Vorgehen absolut inakzeptabel. Wir fordern das Personalmanagement dringend auf, davon abzulassen.

Die Tamedia verletzt mit diesem Vorgehen den von ihr selbst garantierten Datenschutz. Demnach haben einzig die betroffenen Mitarbeitenden selbst, deren Vorgesetzte sowie das Personal-Management Einsicht in das Personaldossier (Merkblatt zum Jahresgespräch für Mitarbeitende). Wenn nun in Anwesenheit anderer Personen aus dem Jahresgespräch zitiert wird, dann ist dies aus unserer Sicht eine grobe Verletzung dieses Schutzes und der Persönlichkeitsrechte der Mitarbeitenden. Darüber hinaus untergräbt ein solches Vorgehen auch das Vertrauen der Belegschaft in die Leitung der Tamedia und in das Instrument des Mitarbeitergesprächs. Manche KollegInnen werden sich künftig gut überlegen, was sie im Jahresgespräch äussern, wenn sie riskieren, dass es gegen sie eingesetzt wird.

Bereits vor dem heutigen Tag gelangten verschiedene Klagen über die Bewerbungsgespräche an die Peko. Sie betrafen allesamt das Verhalten der Personalverantwortlichen. Es ist die Rede davon, dass die HR-Vertreterinnen vor allem die Schwächen der Split-Mitarbeiter herausstreichen oder ihnen gar in den Rücken fallen würden.

Schon bei den Entlassungen im vergangenen Jahr haben sich mehrere langjährige KollegInnen bitter über das schroffe Verhalten einzelner HR-Vertreterinnen beschwert. Die TA-Belegschaft ging damals von einer Ausnahmesituation aus, die sich nicht wiederholen würde. Offensichtlich ein Irrtum, wie sich jetzt zeigt. Von einem Unternehmen wie Tamedia erwarten wir einen professionellen und rechtlich einwandfreien Umgang mit dem Personal. Wir fordern Sie nachdrücklich auf, unverzüglich dafür zu sorgen.

Die Peko teilt die Ansicht der Redaktionskolleginnen und -kollegen, wonach Fragen wie etwa jene nach dem Wohnort der Angestellten fehl am Platz sind, zumal der Arbeitsweg Sache der Arbeitnehmenden ist. Wenn die geringe Distanz zum Arbeitsplatz ein Grund sein soll, eine Stelle zu bekommen, so erinnern wir Sie daran, dass manche unserer Auslandkorrespondenten weitab von ihren Berichtsgebieten leben – und zwar auf Anordnung der TA-Leitung.

Stossend und rechtlich problematisch ist es, wenn Mitarbeitende von Personalverantwortlichen mit Äusserungen konfrontiert werden, welche der/die Mitarbeitende irgendwann gegenüber jemandem im Betrieb gemacht hat und auf welche die Person zuvor nie angesprochen worden ist.

Schon bei den Entlassungen im vergangenen Jahr haben sich mehrere langjährige KollegInnen bitter über das schroffe Verhalten einzelner HR-Vertreterinnen beschwert. Die TA-Belegschaft ging damals von einer Ausnahmesituation aus, die sich nicht wiederholen würde. Offensichtlich ein Irrtum, wie sich jetzt zeigt. Von einem Unternehmen wie Tamedia erwarten wir einen professionellen und rechtlich einwandfreien Umgang mit dem Personal. Wir fordern Sie nachdrücklich auf, unverzüglich dafür zu sorgen.

Erich Mielke wäre stolz gewesen auf den grössten Printmedienverlag der Schweiz. Womit hier auch noch elegant der Bogen zum Thema 20 Jahre Deutsche Einheit geschlagen wäre. Wozu auch immer.