Monatsarchiv: Juni 2010

Was mit Medientraining

If you can’t join them, fight them?

Ein Herzog erklärt sich

Dachte ich bei der Lektüre dieses Artikels in der «Zeit» letzte Woche ausserdem: Bei dem bimmelts wohl mächtig im architektonischen Oberstübchen. Bliebe noch ganz grundsätzlich die Frage zu klären, warum die «Zeit» (Ausgabe Schweiz) Visionären eine Plattform bietet, die in ihrer Freizeit prunkvolle Sporttempel für Mörderregime aus dem Boden klotzen…

Extremkreativblogging

Mein momentaner Lieblings-Satirezeichner hat es aufs Titelblatt meiner  momentanen Lieblings-Satirezeitschrift geschafft, im übrigen bloggt er unter Super-Elector, Léo-La-Gaule und Pitch-Comment. Auch über Fussball und Vuvuzelas, übrigens.

Peak Newspaper

OECD-Studie gefunden und festgestellt, dass sich mein persönlicher Peak Newspaper eher im Bereich Griechenlands befindet, was ich in erster Linie auf stark reduzierten Konsum von Sonntagszeitungen zurückführen würde. Weil die Sonntagsaufreger auch noch am Montag im Blatt stehen, wenn sie annähernd so etwas wie Relevanz ausstrahlen. (Keine Sorge, ihre Brille funktioniert einwandfrei, einfach aufs Bild klicken zum vergrössern…)

Sündenbock Reloaded

Alex Frei will derzeit nicht mit Sportjournis reden. Diese reagieren grossmehrheitlich furchtbar betupft.  Ich fordere eine Woche Reportage-Urlaub für sämtliche Schweizer Sportjournalisten. Und Alex Frei uns allen wünsche ich nach seinem Hattrick gegen Honduras ein solches Vuvuzela-Konzert.

Voulez Vuvuzela avec moi?

Dann auf nach Bern. Samstag, direkt nach der WM-Achtelfinalquali…

A Road Not Taken

Jetzt im Kino. Prädikat: Pädagogisch wertvoll.

Ridateci Armando (Update II)

Unterstützung für Armando Ceroni auch von seinen Kollegen aus der Romandie.  Fallrückzieher auf der SF-Teppichetage trotzdem nicht in Sicht. Wo bleibt eigentlich die Rückendeckung aus der Deutschschweiz? Auch wenn ich  ehrlicherweise  zugeben muss, dass ich die WM im Tessiner Fernsehen nur wegen den kompetenten Halbzeitkommentaren von Kubilay Türkyilmaz gucke, die in ihrer Nörgeligkeit fast schon netzersche Qualitäten erreichen,  wird mir dieser Armando Ceroni trotzdem immer sympathischer.

Intermezzo Vuvuzela experimentale

In Wirklichkeit ist alles viel komplexer. (via/via)

«The Vuvuzela will make Spain to lose the Match»

Noch ein Grund hier beizutreten…

Tröten gegen Tröten in Nöten

Komplett im Vuvuzela-Fieber bleibt mir momentan leider wenig Zeit, mich über Österreichs Verleger aufzuregen. Deren Ziel Journalismus im Netz zu sabotieren, ist aber doch einigermassen sehr trööööö-trööö-tröö-tröööt…

Volksverballhornung à la Newsnetz

Der ganze Titel lautet übrigens: «Warum Türken und Ex-Jugoslawen häufiger bei der IV landen». Offenbar tausendfach angeklickt. Keine Einordnung, keine kritische Betrachtung, kein garnix. Nackte Zahlen und knackige Titel fürs Klickcharma. Hauptsache Studie mit Ausländer drin.  Insofern: Die «anderen» können mich mal, aber kreuzweise.

Armando Ceroni (Update)

Nicht nur die Mediengewerkschaft Comedia, auch die Tessiner Sportjournalisten sind fleissig am protestieren. Die Affäre um Fussballreporter Armando Ceroni, der wegen einem Hitzfeld-Inti nicht nach Südafrika pilgern darf, ist noch keineswegs ausgestanden. Somehow amusing ist die Mail, die RSI-Sportchef Andreas Wyden einem Protestbriefschreiber der rasannt wachsenden FB-Gruppe «5000 iscritti per riportare Armando Ceroni alla RSI» geschrieben hat:

«la decisione è stata presa in base ad un „Codice di Comportamento“ che è stato inviato a tutti i colleghi della SSR/SRG che partecipano al Mondiale e nel quale erano evidenziate le modalità per avvicinare giocatori, tecnici e dirigenti della federazione per interviste, fotografie, riprese filmate ecc. e anche le sanzioni per chi non si sarebbe attenuto alle direttive. Il tutto scritto in grassetto per sottolineare l’importanza di quella regola. Alla quale, appunto, ci si doveva attenere scrupolosamente. Non per il capriccio di qualche dirigente rompiscatole ma proprio per un’esigenza primaria. Capisco che per chi sta al di fuori del mondo dei professionisti che partecipano agli avvenimenti sportivi di caratura mondiale non sia facile comprendere il perché della severità della sanzione. D’altra parte – conoscendo le qualità giornalistiche di Armando – se fosse stato possibile fare diversamente non pensa che, non essendo autolesionisti, l’avremmo fatto? Il mondo dello sport di alto livello vive con regole molto precise. Che vanno rispettate perché senza di esse sarebbe il caos più totale. Quindi è indispensabile che ci siano e che le si rispetti e che le eventuali sanzioni vengano applicate indipendentemente se uno è popolare o sconosciuto. Io, nel 2002, solo per essermi appoggiato alla transenna sbagliata (si, ha letto bene!), stavo per essere espulso da Salt Lake City. E questo il primo giorno dell’olimpiade. Poi fortunatamente passò una persona molto conosciuta che si assunse il ruolo mio “santo in paradiso” e il tutto, fra grugniti vari, si regolò. Sennò me ne sarei tornato a casa senza aver visto un secondo di gioco. Cordiali saluti Andreas Wyden Resp. Sport RSI»

Warum nicht einfach in Rücksprache mit dieser «Business Sport Unit» am Leutschenbach, welche die Angelegenheit ursprünglich verbockt hat, den Fehlentscheid eingestehen, und den Tessinern ihren Beni Thurnheer zurückgeben? Ein Last-Minute-Ticket für Südafrika  müsste doch noch zu finden sein?

Social Media

What is this all about? Critica on strike

Fantasmagorica rete fantasma!

Armando Ceroni, Tessiner Fussballkommentator mit der grössten Wikiquote-Sammlung aller Schweizer Sportjournalisten, muss zu Hause bleiben, weil er  ein «nichtautorisiertes» Interview mit Nati-Coach Hitzfeld geführt hat.

Den Apparatschiks der «Business Sport Unit» beim Schweizer Fernsehen, unter der Leitung von Urs Leutert, dafür schon mal präventiv die rote Karte. Wunder nehmen würde mich, was Hitzfeld in diesem Interview so furchtbar kritisches gefragt wurde, dass die Apparatschiks des Schweizer Fussballverbandes gleich bei den Apparatschiks von SRG SSR Idée Suisse intervenierten?  So wird es ja wohl gewesen sein, oder etwa nicht?

Auf der RTSI-Website kann ich das letzten Dienstag ausgestrahlte Hitzfeld-Interview leider auch nicht finden. Auf Ticino-News (und nicht nur dort) tobt das Kommentarvolk. Supporten kann man Armando Ceroni hier, hier und hier.

PUK NOW!

Never again SF-Tagesschau am Weekend: Jedenfalls ging mir gestern das bundesrätliche Rumgeeiere zum GPK-Bericht Live vom Feldschiessen und Trachtenfest ziemlich auf den Keks. Was es jetzt braucht ist eine PUK und keine Volklore.

Eine Rente fürs «10 vor 10»

Von der Polizei drangsaliert, von der IV Kanton Schwyz überwacht, vom Schweizer Fernsehen medial abgeschlachtet. Mehr als Tubel-TV kommt mir dazu auch nicht in den Sinn. Was mich aber eigentlich interessiert: Wer hat diese mehr oder weniger nichtssagenden Schnüffel-Videos an die Abteilung Bouletainment beim «10 vor 10» weitergeleitet?

Ausschaffungsquatsch à la FDCVSP

Wir haben jetzt also die Wahl zwischen einem menschenverachtenden Gegenvorschlag, der totalitärer SVP-Initiative und einem NEIN.  Danke liebe bürgerliche Politiker, und danke liebe SP, dass wir jetzt neben Pest auch noch Cholera wählen dürfen. Ich werde NEIN stimmen.

Was ich die «Realpolitiker» in  SP und Medien schon lange mal fragen wollte: Könnte es nicht sein, dass ihr mit dieser Appeasement-Politik gar nicht so unwesentlich daran beteiligt seit, dass die Schweizer Ausländer- und Asylpolitik nach 20 Jahren Verschärfung der Verschärfung der Verschärfung, bereits heute genau dort steht, wo sie nicht hingehört? Im freien Fall, jenseits des Abgrundes.

Wäre es nicht vorbildlicher, den Berg mal wieder hochzukraxeln, überzeugt Niet, Basta oder NoFuckingWay zu rufen, um anschliessend mit handfesten Argumenten das «realpolitisch» möglichst braun vermutete Stimmvolch von fixen xenophoben Vorstellungen zu erlösen? «Realpolitisch gibt es keine Alternative» – Je öfter ich diesen Satz lese, desto würger würgts mich.

Update: Die erst kürzlich aufgeschaltete 2xNein-Kampa scheint mir googletechnisch noch etwas gar schlecht positioniert, darum Ausschaffungsinitiative.

Dirk von Gehlen frägt…

…Ugugu antwortet:

  • Das sollte jeder Journalist/jede Journalistin heute lernen: Relevante Fragen stellen und Leserfragen ernsthaft beantworten.
  • Nutzerbeteiligung macht den Journalismus besser, wenn… Debatten auf Augenhöhe stattfinden und Fehler ohne Murren korrigiert werden.
  • In zehn Jahren werden wir uns darüber wundern, dass in der heutigen Debatte… Verlagsmanager mitreden durften, die Leser hingegen konsequent ignoriert wurden.
  • So könnte ein Geschäftsmodell für den Journalismus von morgen aussehen: Jenen ans Schienbein treten, die sich für unantastbar halten (oder sind), und jene verteidigen, die bereits vertrampelt wurden.
Naja, war ein Versuch wert. Die guten Antworten kommen einem ja meist erst später in den Sinn...

IV-Info

Und dann gibt es noch die Nischenthemen, die von Medien ungefähr so stiefmütterlich angefasst werden, als würde jeder Satz, der über eine reine Kosten-Nutzen-Rechnung hinaus geht, automatisch Hodenkrebs verursachen.

Schreibt dann doch hin und wieder ein/e mutiger Journalist/in zu diesem Thema etwas Tiefschürfendes – im gefühlten Durchschnitt einmal pro Thema und Jahr – möchte man,  selbst auf die Gefahr hin für verrückt erklärt zu werden,  jubilierend auf der Strasse tanzen, und der nicht minder  meschugge gewordenen Welt den ganzen Artikel laut vorsingen: So ist es! (In h-Moll.)

IV-Info heute noch abonnieren, morgen und übermorgen klüger sein. Gefunden bei Frau Zappadong.