Wie jedes Jahr, mehr oder weniger pünktlich zur Ostereiersuche, zehn Blogs, die ich a) selbst noch gar nicht so lange kenne b) hier aus unerfindlichen Gründen noch nie lobhudelnd erwähnt wurden c) einfach schampar lesenswert finde, und d) jeden rss-Reader auch nicht gerade dümmer machen:
Ist sicher für jede und jeden was mit dabei. Urbi und Orbi wünschen gesegnete Lektüre. Hier übrigens gehts erst nach dem Ostergelage wieder weiter, sofern sich der Cholesterinpegel wieder auf ein normales Level einpendelt.
Sollte das Duo Kaspar Villiger und Oskar Grübel nicht bereit sein, ihre Adsense- und Bonipolitik zu ändern und die eklatanten Missstände zu beheben, sehe ich mich gezwungen, meine Mitgliedschaft zu beenden den Saftladen polizeilich schliessen zu lassen.
Die Schleichwerbepostille «20 Minuten» bewirbt sich auch in diesem Jahr um den Award für die korrupteste Redaktion der Schweiz. Nach dem Sieg im Vorjahr und in den Jahren zuvor ist die auflagestärkste Zeitung der Schweiz – coincidentally herausgegeben vom grössten Schweizer Verlag – auch in diesem Jahr wieder ein leuchtendes Vorbild für all jene Provinzblätter, die mit ihren mickrigen Auflagen einfach zu unbedeutend sind, um Mannaverteiler wie Migros, Coop oder Aldi nachhaltig mit Bakschisch (redaktionelle Häppchen zwischen den Anzeigen) zu versorgen.
Zwar gibt es weiterhin freiwillige Selbstbeschränkungen wie den Pressekodex oder den Code of Conduct. Nur: Wäre hier nicht unlängst die Politik gefragt, mit einem griffigen Schleichwerbegesetz (inklusive scharfe Sanktionsmechanismen) solche journalistischen Korruptionspraktiken, die dazu äusserst marktverzerrend sind, zu unterbinden? (Note to self: dumme, boulevardeske Frage, natürlich brauchen wir ein solches Gesetz). Was in der Schweiz (und Deutschland) bislang niemand für notwendig erachtet, existiert in unserem östlichen Nachbarland offenbar schon eine ganze Weile.
Die notorischenBlogger-mit-Spam-beglücker (auch ich bin ihr genervter «Kunde») von der «Werbeagentur» belmedia.ch und Inhaber der Werbedreckmüllhalde news-magazin.ch drohen neuerdings Blogger zu verklagen, die behaupten, belmedia sei eine GmbH und entgegen allen rechtlichen Gepflogenheiten nicht im Handelsregister eingetragen. Merkwürdig nur, dass ebendiese belmedia GmbH bis vor kurzem ihre unerfreulichen Spamdienstleistungen unter genau diesem Namen feilbot. GmbH oder nicht GmbH – ob beschränkt oder nicht ist hier keinesfalls die Frage.
Weiter geht’s. Nicht hier, aber drüben bei den Gewerkschaften. Nur mal so als unverbindlicher Lesetipp regelmässige Pflichtlektüre: die zweimonatliche WorkSMS von Endo Anaconda. Leider nicht via diese neuartigen RSS-Dingens erhältlich. Mein derzeitiger Favorit ist übrigens diese SMS.
Für Protestsongs hat es hier immer Platz. Ist ja schliesslich mein Blog.
D’Nase platt as Fänschter truckt, fahrt es chlises Meitli furt
truurig luegt es zrugg ond schluckt zweimal liislig läär.
Träne rolled übers Gsicht, Papi, seit es, isch es wahr,
müend mer würkli usegah, gits es keis vilicht?
Refrain: Ciao, ciao Svizzera, ciao la mia Patria
Ciao, ciao Svizzera, wänd ihr mich nümme ha?
I de Schuel, da wüsseds nüt, dass ich nümme zrugg cha cho
zrugglah mues ich alli Lüüt, won ich gärn gha han.
Will im Pass kei Chrüzli stönd, ond mir drum kei Schwizer send
törf ich nümme si mit Chind, wo mich guet verstönd
Wieso mir plötzlich furtgah müend, chani spöter nie verstah
wieso si unterscheide tüend, fremd ond eigni Chind.
Gits denn zweifach Sorte Lüüt i dem schöne Schwizerland
meined si ich hegi nüt gärn gha i dem Land?
Wieso mues ich i d’Fremdi gah, Schwizerdütsch isch mini Sprach
Alles mues ich jetzt verlah, ohni jede Grund.
Zäh Jahr hani da verbracht, d’Schuele hani da au bsuecht
alles mues i jetzt verlah, sowit hämers bracht.
Die unsägliche Ausschaffungsinitiative wird hier schon mal profilaktisch zersägt. Wie wäre es eigentlich im Herbst einfach Radio Letten in die SF-Arena zu schicken? Die SVP-Schreihälse niedersingen, das müsste doch klappen?