Monatsarchiv: Februar 2010

Eilmeldung TV-Tipp: La Forteresse

In genau 41 Stunden 52 Minuten und 23 Sekunden verschwindet der Film La Forteresse, den ich hier vor mehr als einem Jahr mehrfach empfohlen habe, wieder im arte-Archiv. Also: hingehen, gucken. (Danke für den Hinweis.)

Juristenfutter

Nur mal so eine Frage an die Fachjuristen: Wenn der Schweizer Arbeitgeberverband (und sämtliche bürgerlichen Parteien) in einem Online-Spiel dazu auffordern, real existierende GewerkschafterInnen der Unia zu verprügeln (oder wahlweise mit «P» zu vergasen), ist dann der Fall juristisch gesehen nicht relativ eindeutig?

Mal die Unia anstupsen.

Und könnte das Spiel vielleicht jemand screenshotten (zur Beweissicherung), der etwas fähiger ist im Umgang mit vermaledeiten Flash-Grafiken? Bevor sich die netznewsenden Journis draufstürzen und der Arbeitgeberverband das Ding auf Druck von noch nicht komplett verblödeten Mitgliedern winselnd zurückzieht.

Ausserdem lesen: Politischer Kindsmissbrauch.

Die potemkische Presseagentur (DDP ehemals AP)

Szenen wie aus einem Spionageroman: Fingierte Einstellungsgespräche, gefakte Visitenkarten und rosige Zukunftsversprechen (inkl. Kündigung). Eine ganz  miese Show, um den Verhandlungspreis des dreckigen DDP-SDA-Deals künstlich in die Höhe zu treiben. Die ganze Heuschreckenstory gibts drüben in der «workzeitung».

Denunziationsjournalismus gerügt

Der oft als zahnloser Papiertiger gescholtene Presserat hat in seiner unaufgeregten Art einmal mehr und zurecht den Boulemisten vom «Blick» die Zähne gezeigt.  Die aktuelle Rüge dürfte Ringier noch teuer zu stehen kommen, sofern nicht unlängst eine Entschädigung an die in ihren Persönlichkeitsrechten massiv verletzte Gemeindesekretärin über den Tisch gewandert ist, um einer zivilgerichtlichen Pleite zuvorzukommen.

Gespannt bin ich aber auch auf das Urteil des Presserats zu dieser unsäglichen Copy & Paste-Aktion vom Tagimagi.

Mamma mia Hubert

Nur was für Leute mit Nerven wie Stahlträger. Und sage niemand, ich hätte ihn nicht gewarnt. Letzte Warnung vor dem Klick.  Immer noch hier? Na gut, ihr hab es nicht anders gewollt, dann zieht euch den Burdakram halt rein.

Il piccolo Berlusconi…

schnappt sich die Basler Zeitung. Die Abokündigungen trudeln noch zögerlich ein (siehe Kommentare unter dem Artikel, der wohl bald im Archiv landen wird). Das Potenzial an Sofortkündigungen würde ich auf zehntausend Exemplare schätzen. Mittelfristig werden nochmals zehntausend Abos wegfallen. Was Metropolen wie Chicago vorexerzierten, wird jetzt erstmals in der Schweiz durchgespielt: Die erste Stadt ohne ernstzunehmendes publizistisches Angebot.  Zeitungsfreie Zone quasi. Vielleicht nimmt sich jetzt mal jemand die Mühe,  Tito Tettamantis Rolle als Superspekulankster und Aufstiegsgehilfe Silvio Berlusconis historisch sauber aufzuarbeiten?

In Supino we Trust

Eben noch vom «Schweizer Journalist» als «Verleger des Jahres» geadelt (Für was eigentlich? Den Abbau von 200+ Journijobs, oder für die Newsnetzisierung der Schweiz?), unterdessen im Visier der deutschen Steuerfahnder:

«In den Unterlagen, die der FTD vorliegen, taucht mehrmals der Name Supino auf. Er hat etliche Schriftstücke rund um den Moonstone-Trust unterzeichnet. Heute ist Supino Präsident des zweitgrößten Schweizer Verlags, Tamedia. Auf Nachfrage lässt er über einen Sprecher erklären, er könne sich nicht mehr konkret an den Fall erinnern. Seine Nachforschungen hätten aber ergeben, dass er tatsächlich Dokumente den Moonstone-Trust betreffend unterzeichnet habe. Er sei sich aber sicher, dass alle vorgeschriebenen Richtlinien befolgt worden seien.»

Nur die «WoZ» war schon zwei Jahre früher an der Story, ziemlich wortkarg gab sich Supino aber schon damals:

«Pietro Supino nimmt zu Ihrer Anfrage, die ihm nichts sagt und die seine Tätigkeit als Juniormitarbeiter von Bär & Karrer betrifft, keine Stellung», sagte Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer. «Überdies ist Pietro Supino an seine anwaltschaftliche Schweigepflicht gebunden.»

In Tamedia we Trust?

Credits für den Hinweis an den Twitterer und Erfinder der Steuerbetrüger-CD Bloggingtom.

Mr. President, help Internet in Italy

Ui fein, das westschweizer Fernsehen berichtet in einem kurzen Beitrag über Berlusconis Zensurpläne. Der Plan geht so: Wer in Zukunft Videos ins Internet streamt, also Berlusconis TV-Monopoli in Frage stellt, braucht künftig eine staatliche Lizenz. Ziemlich durchgeknallte Idee, wenn man sich das mal so durch den Kopf gehen lässt. Zu Wort kommt im Bericht auf TSR übrigens Blogger, Internetaktivist und Journalist Enzo die Frenna, der am 20. Februar ein grosses Tam-Tam vor der amerikanischen Botschaft in Rom organisieren will.

Die Botschaft an Internetobelfriedenspräsident Obama lautet: «Mr. President, help Internet in Italy». Die Auflage der Behörden: Mehr als 60 barfuss aneinandergekettete, trommelnde und tanzende Internetianer vor der US-Botschaft geht dann öppen gar nicht -  security,  capito! Weshalb Italiens Blogger darauf zählen, dass die Protestaktion umso mehr im Netz für Furore sorgt. Mein bescheidener Beitrag dazu wäre hiermit geleistet.

Jura Libre

Nur dank diesem erfreulichen Entscheid, bin ich heute über dieses Lied gestolpert. Mal gucken, ob die Band noch eine Scheibe auf Lager hat, sonst halt am 20. März an die grosse Juhuraguren-Fete in Delémont. Jiha!

Mani still Matters

Weiss doch jedes Kind.

Ich bin auch ein Mielke

Liebe Blogleser, tut mir leid, künftig werde ich jeden einzelnen von euch überwachen, vor allem diejenigen, die hier freche Kommentare hinterlassen. Oder wie soll ich dieses merkwürdige Bundesgerichtsurteil verstehen? Überhaupt ist es unheimlich still geworden um die ganzen Internetschnüffelgesetze, deren technische Umsetzung ja unterdessen abgeschlossen sein dürfte. Journt mal, gopf.

Dowdy Kitchen Man

(via)