Ad acta: Vertical Newspaper
Unverfrorener Kreativität bin ich ja nicht grundsätzlich abgeneigt, würde aber trotzdem jede Wette eingehen, dass sich die Idee von «Telegraaf»-Journalist Peter Blujis nicht durchsetzen wird. Aus einem ganz einfachen Grund: Was Werbefuzzis mögen, kommt bei den Kunden meist schlecht an. Me very sorry thinks, oder habt ihr schon mal wen in der U-Bahn, im Tram oder im Zug beobachtet, der eine normale Zeitung so beknackt umblättert? (via)

mag sein, aber einer der hauptgründe warum aus mir nie ein großer tageszeitungsleser wurde war das format, da haben economist und spiegel im zweifelsfall bei mir immer gewonnen. eine tageszeitung oder gar die zeit läßt sich kaum vernünftig unterwegs lesen es sei denn man ist fortgeschrittener hobbyorigamist.
da sehe ich auch einen markt für E-reader. ob allerdings die gereration iPod überhaupt noch zum lesen als form des zeitvertreibs im öffentlichen nahverkehr gewonnen werden kann … ich selbst hör ja auch immer öfter nachrichten als podcast statt sie zu lesen.
vor 2o jahren wäre ein anderes format eine killerapp gewesen.
Alles Nebenkriegsschauplätze. Gut, die Monsterformate haben sich hierzulande ohnehin nie ernsthaft durchgesetzt. Und die Zeit lese ich meist erst am Wochenende. Falls es jemand interessiert: Zeit lesen in der Badewanne ist besser als jedes Fitnessabo, die akrobatischen Verrenkungen um das Blatt im Trockenen zu halten, eignen sich vor allem zur Stabilisierung der Oberarm- und Schultermuskulatur.
Auf den ersten Blick mag es durchaus beknackt aussehen, eine Zeitung so durchzublättern – aber nur, weil das (noch) ungewohnt ist. Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier. So lange es keine Zeitungen in einem solchen Format gibt, wirst Du auch niemanden sehen, der so eine Zeitung liest. Bei einer herkömmlichen Zeitung müsste man den Kopf dazu um 90 Grad drehen. Und das sähe nun wirklich beknackt aus ;-)
Da kommt mir spontan die Geschichte in den Sinn, bei dem mit statistischer Erhebung der Bedarf nach Reaktivierung eines stillgelegten Bahnhofs untersucht werden sollte. Man beobachtete einfach jeden Morgen, wieviel Leute auf den Zug warteten. Hätten genügend Leute gewartet, hätte man den Bahnhof wieder in Betrieb genommen.
@LD: Mit “beknackt” war eigentlich eher der Ellbogenfight im Film gemeint. Aber auch ganz praktisch stelle ich mir dieses Ding relativ unpraktisch vor: Entweder man legt es auf die Knie, was eine relativ grosse Schriftgrösse voraussetzt, oder man hält es wie ein Plakat in der Luft – es soll ja gemäss Film “one page” sein – dann kommt beim Lesen allerdings der Arm in die Quere. Oder man hält es in der Hand wie eine herkömmliche Zeitung, wobei der obere Teil (je nach Papierqualität) ständig wegzuknicken droht, und die Sache mit dem Ellbogenfight wäre dann auch wieder nicht gelöst. Vielleicht sehe ich das aber auch zu Mani-Matter-Like. Womit wir wieder beim Bahnhof wären.
Naja, mir ist es eigentlich auch egal, was für ein Format die Zeitung hat. Mehr als Sudoku und Kreuzworträtsel interessieren mich meist ohnehin nicht, da ich alles eh schon online gelesen habe.
Als fortgeschrittener Hobbyorigamist lese ich gerne diese Riesenformate :-). Was das ‘vertical newspaper’ angeht, das Video ist ja wirklich sehr liebevoll gemacht, schnüsig. Und das Format ist durchaus praktisch: Das kannst du auf den geöffneten Laptop legen. Für IT-Zeitschriften eine Überlegung wert.