Journalistenschredder

Fünf Fragen an Nordkoreatourist B.

Veröffentlicht in Nicht kategorisiert von ugugu am November 2, 2009

Die fünf Fragen von Blogger Substanz an Nordkoreatourist Christoph Blocher sind grossartig, weshalb ich sie hier dreist im Copy-Paste-Verfahren nachpubliziere. Als ungefragtes Blogstöckchen quasi.  Unkritisches Teleblocher-Nacherzählen  ist nämlich aus so eine Marotte hiesieger Onlinemedien, die mir langsam aber sicher gegen den Strich geht. Gute Fragen kann man hingegen gar nicht oft genug wiederholen. Wer weiss, vielleicht traut sich eines Tages sogar ein richtiger Journalist, Ex-Bundesrat Blocher  mit seiner Vergangenheit zu konfrontieren…

Blocher

Hier also nun die fünf Fragen mit Substanz:

1. Herr Blocher, wenn Sie doch das Leben lang an der Politik und an der Lebenssituation der Menschen interessiert waren, dann waren Sie doch bestimmt auch in den Townships in Apartheid-Südafrika, um mit eigenen Augen zu sehen, wohin Sie als Verwaltungsrat der Pavtag Technik AG Zünder exportierten (nachdem Sie erreichten, dass diese nicht als Kriegsmaterial klassiert wurden)?

2. Wenn es Sie beelendet, wie ärmlich die Bevölkerung in Nordkorea wohnt und sogar hungert, wieso scherten Sie sich nicht um die UNO-Sanktionen gegen Südafrika, und wieso rechtfertigte denn das von Ihnen gegründete ASA-Bulletin den «Immorailty Act» und den «Bantu Education Act»?

3.Wenn Sie schon die fehlende Medienfreiheit in Nordkorea beklagen: Wie stand es um die Medienfreiheit in Deutschland und den USA, als Sie in den 80er Jahren die «weit verbreitete Desinformation über das südliche Afrika» beklagten und damit die Berichterstattung der FAZ und des Wallstreet Journal kritisierten?

4. Wie geht das eigentlich überein, dass Sie in der Schweiz einen Mangel an Demokratie konstatieren und deshalb die Volkswahl des Bundesrates fordern, die von Ihnen gegründete «Arbeitsgruppe südliches Afrika» jedoch gegen das Wahlrecht der Schwarzen ins Feld zog und Sie noch 1989 der Schweizer Illustrierten zu Protokoll gaben: «‹Ein Mann, eine Stimme› würde Südafrika ökonomisch und sozial innert kürzester Zeit in ein Chaos stürzen.»?

5. Wieso behaupteten Sie 2005 in der Zeitung «Südostschweiz», die Apartheid habe Sie nicht interessiert?

3 Antworten

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  1. David sagte, am November 2, 2009 zu 1:20

    Danke fürs Weiterverbreiten. :-)

    Der Fragen-ohne-Antworten-Journalismus scheint ja beinahe ein neuer Trend zu werden.
    (Funktioniert das mit den Verlinkungen?)

  2. ugugu sagte, am November 2, 2009 zu 1:43

    Links funktionieren. Im übrigen halte ich es für realistischer, dass Christoph B. hier persönlich auftaucht, um die Fragen zu beantworten, als dass Silvio B. die zehn Fragen der „Repubblica“ beantwortet.

  3. Blogstatistik | Substanz sagte, am Dezember 1, 2009 zu 10:37

    [...] bei denen ich mich hier mal herzlich bedanken möchte: Flöschen, Ugugu, André, Michael, nochmals Ugugu, Lupe, Titus, nochmals Ugugu, Bobsmile, Gebsn, Uertner, Thinkabout, Protostomia, der Postillon, [...]


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