Eine Senkung der Journalistenlöhne darf kein Tabu sein
Weiterbildung ist für Journalisten aber auch eine persönliche Investition in die eigene Zukunft. Mit Diplomen in der Tasche steht der Weg offen für Karrieren mit Verantwortung, entsprechenden Aufstiegschancen und Löhnen sowie dem damit verbundenen Status. In keinem Verhältnis dazu steht, was Journalisten zur öffentlichen Meinungsbildung beitragen. Journalisten decken in der Schweiz nur drei Prozent der Themen ab. Was Journalisten an gesellschaflichen Entwicklungen verpennen, ist also weit mehr als das, was sie abdecken könnten. Dieses Missverhältnis ist politisch gewollt – aber nicht in Stein gemeisselt.
Für einen offenen Zugang zum Journalismus spricht, dass damit automatisch auch die persönliche Verantwortung für das Geschriebene zunimmt. «Wer die Meinungsfreiheit nicht nutzt, ist wenig wert», heisst es. Wer Ende Monat tief in den Geldbeutel greifen muss, wird sich hüten, gesellschaftliche Trends zu verbummeln. Viele festangestellte Journalisten können sich tiefere Löhne durchaus leisten, entweder dank ihren Eltern oder weil sie eine reiche Frau geheiratet haben.
Eine Senkung der Journalistenlöhne muss aber zwingend verbunden sein mit einem funktionierenden System von Stipendien und rückzahlbaren Darlehen. Es darf nicht sein, dass der Zugang zum Journalismus der Sparwut zum Opfer fällt. Denn Journalismus betreiben können sollen alle, die das Zeug dazu haben. Und nicht nur jene, die es sich leisten können.
Naja, funktioniert nicht ganz, aber fast. Ansonsten sehe ich das genau wie Robert Menasse (via).
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