The European setzt neue Massstäbe…
…im Kauf-Mich-Mich-Mich!-Journalismus. Immerhin setzt «The European» damit auch ein neues Explizitheitsniveau im Schleichwerbe-Gewerbe. Illegal? Miregal! Ob die 35 Wortakrobaten die Regeln des embedded Journierens bei SpOn, Focus, FAZ, Welt, VanityFair, Cicero, Bunte etc. (siehe Vita) erlernt haben? (via)


Besonders schön ist «autoren-basiert». Hier wird am klarsten, worum es am Ende noch geht. Es ist, wie wenn du an der Bar gefragt wirst, ob du gern etwas „auf Wodkabasis“ hättest, und dann kommt noch eine ganze Latte von Zutaten rein, die für den Kopfschmerz zuständig sind. Als Autor möchte ich wirklich kein Basislieferant sein; alles andere.
The European – auf Grund dieses Artikels erst darauf gekommen, ist mir ein Rätsel:
Ich habe versucht, ein „European“ zu werden, weil ich mir das mal von innen anschauen wollte. Ich konnte einen User-Namen bestimmen, ein Mail angeben – habe aber nie ein Bestägtigungsmail zur Freischaltung bekommen. Der User-Name ist aber registriert – eine nochmalige Anmeldung mit gleichem Namen ist nicht möglich.
Schreibt man über das Kontaktformular an die Redaktion, ist nicht klar, ob das Mail wirklich abgeht – eher nicht. Eine Antwort habe ich auf jeden Fall auch da nicht bekommen.
Alle Artikel, die ich bisher gecheckt habe – haben am Ende einen Vermerk: „Noch keine Leserbriefe vorhanden“.
Ich glaube, ich weiss warum…
Was ist davon zu halten? Will da jemand einfach mal rausfühlen, ob es Potential gibt? Wenn er das so macht, ist das ja eine ganz spezielle Kundenverarschung. Und umgekehrt: Es kann ja nicht sein, dass einer Redaktion diese Probleme, so es denn technische sind, nicht auffällt und dazu keine Infos versendet.
Bin ich im falschen Film, habe ich irgendwas nicht kapiert oder muss man berechtigt fragen: Was soll das Ganze?
Fällt mir auch immer wieder auf: Gerade digitale Immigranten die sich als Speerspitze eines „neuen“ Onlinejournalismus zu inszenieren versuchen, scheitern meist schon an den Basics. Interessant übrigens, wie das Werbe-Impressum angepasst wurde.
Dabei müsste der Ansatz gar nicht falsch sein, er wäre vielleicht sogar realistisch.
Die Artikel sind teilweise wirklich richtig gut, man hat auf jeden Fall das Gefühl, es stecke auch Aufwand, Reflexion und Gedankenarbeit dahinter. Aber der Umgang mit den Basics und die fehlende Transparenz machen das alles zum Phantom.
und nun habe ich Phantomschmerzen!