Monatsarchiv: Oktober 2009

Downtown Arenaland

Ich denke, da entgleitet was, und das nicht erst seit kurzem. Den Medienzampanos in Downtown Arenaland würde es gut anstehen, ab und zu über den eigenen Tellerrand zu blicken und etwas weniger marktschreierisch aufzutreten. Was auch beinhalten würde, die eigenen Relevanzkriterien gelegentlich zu hinterfragen, und nicht jedes Lüftchen der Konkurrenz oder der eigenen politischen Klientel gleich zu einem helvetischen Tsunami aufzublasen. Ungefähr darum geht es in meinem aktuellen Fremdgeblogge. Was dieser Herr hier natürlich viel eleganter formuliert:

Super Diekmanns

Wer ein Beispiel dafür möchte, wie sich der Journalismus im Netz selber vernichtet, sollte sich einmal die Geschichte einer Geschichte anschauen, die gestern auf Infamy stand und zwar hier.

Live aus dem Audimax (Wien)


Mehr hier. Heute Gestern lief kurz eine Debatte über Sinn und Unsinn dieses Livestreams. Also ich find’s prima. Aktuelle Programmhinweise über die Studentenproteste in Österreich unter #Unibrennt #Unsereuni #Audimax. Nachtrag: Die Rede von Robert Misik gestern auf diesem Kanal sollte man sich anhören oder lesen. (via)

The Good, the Bad and the Ugly

«Wir, die Guten, wollten nie so schlecht werden wie die Bösen. Und die Bösen wollten nie so mies verdienen wie wir Guten…» Wie die Geschichte ausging, kann man bei Petra van Cronenburg nachlesen. (Sehr superes Blog, übrigens.)

EJPD und Swisscom gewinnen Big Brother Award

Ecco, mein Favorit hat gewonnen! Etwas stutzig macht jedoch, dass die Gewinner der diesjährigen Big Brother Awards, immerhin die Jubiläumsausgabe, bislang nur von Swissinfo und ORF vermeldet wurden. Lief ja angeblich auch über die Agenturen. Vielleicht steht ja am Montag was in der Zeitung. Und bevor ich mir jetzt schöne Verschwörungstheorien zusammenbastle (Ob Swisscom ein zu wichtiger Werbekunde ist? Ob «Tamedia» die Nominierung im letzten Jahr  vielleicht doch nicht ganz verkraftet hat?) hier einfach die Gewinner:

An der  Preisverleihung am Samstag in der Roten Fabrik wurden folgende Auszeichnungen vergeben:

Gewinner des Publikumspreises für eine Person oder Organisation, die sich im Jahr 2009 besonders gegen Überwachung und Kontrolle einsetzte, wurde

  • die Studentengewerkschaft CUAE, die sich gegen die fremdenpolizeiliche Kontrolle der ausländischen Studenten wehrte.

Via Big Brother Awards.

Update: Soeben, nachdem ich den Publish-Button gedrückt hatte, drüben bei Substanz ein paar interessante Anmerkungen gelesen.

Update: Montag, 26 Oktober: Um den Pressespiegel noch zu komplettisieren. Vermeldet ebenfalls durch HeiseOnline, Symlink, KleinReport, Inside-IT, Swiss IT-Magazine, NetzwocheICT Kommunikation und Computerworld.

Vom Krieg gegen Flüchtlinge

Ich kann niemanden zwingen, sich dieses Referat (1 Std. 22 Min.) von Elias Bierdel, Gründungsmitglied von Borderline Europe, in leicht suboptimaler Aufnahmequalität (danke trotzdem an wahltotal.at!) anzusehen. Könnte ich es, würde ich es selbstverständlich tun. Ich kann nur versprechen, dass es sich absolut lohnt. Blognachbar Kellerabteil fordert sogar den Friedensnobelpreis für Elias Bierdel. Ich sehe nichts, was dagegen spricht…

Wie erbärmlich

Gestern schickt mir der «Blick» ein Testexemplar. Nicht dass ich sowas bestellt hätte (lasst das!). Der «Blick» will mir ein Testabo «schenken»: 6 Wochen für 20 Franken. Hab ihn kurz durchgeblättert. Testergebnis: Menschlich unter aller Sau. Vor allem der Kommentar über das Gerichtsurteil zum Bootsunfall auf der Kander.  Ein Auszug:

«Der Mann, der von sich behauptet, die Armee sei sein Lebensinhalt, war zu feige, sich der Öffentlichkeit zu stellen. Stattdessen beklagt er sich lieber, dass ihn das Leben seit dem Kander-Unglück hart angefasst habe. Wie erbärmlich.»

Ja, wie erbärmlich. Sowas zu schreiben. Für den Boulevard mag es eine  Tragödie sein, wenn sich Verurteilte nicht  öffentlich vom «Blick» abschlachten lassen mögen, für jeden kognitiv einigermassen normal strukturierten Menschen ist es hingegen das normalste der Welt, den Tod von fünf Menschen nicht einfach so wegzustecken.  Überhaupt: Was soll dieses erbärmliche Nachtreten? Ein Kommentar, besser als jedes Brechmittel:

«Das Militärgericht bestrafte den Kompanie-Kommandanten sogar härter, als es die Anklage gefordert hatte. Warf ihn auch aus der Armee. Sein Verteidiger zeigt sich überrascht. Offenbar hatte er mit einem milderen Urteilsspruch gerechnet. Einem Kuschelurteil. Wie es sie in den letzten Jahren wieder und wieder gab. Richter, die Täter mit Samthandschuhen anfassen und dabei die Opfer vergessen. Es hat sich ausgekuschelt. Und das ist gut so.»

Richter wenden geltendes Recht an. Nicht mehr und nicht weniger. Das ganze nennt sich dann Rechtsstaat. Ihre verblödeten «Samthandschuhe» und dummdoofe Begriffe wie «Kuschelurteil» können Sie sich irgendwo hinstecken, Frau Nachrichtenchefin Bleicher. Das ganze ist hirnloser Haudrauf-Journalismus. Und der muss aufhören.  Bis dahin boykottiere ich den «Blick». Maximal.

Regividerm

Etwas spät, aber immerhin: Tagi, BaZ, BZ, Bund aka «Newsnetz» rapportieren brav den PR-Stunt zweier Salbentüftler aus good old Germany. And the winner is? Mavena Health Care aus Baden. Gratuliere.

Big Brother Awards 2009 (Samstag 24. Oktober -> Hingehen)

Nachdem es mein Favorit im letzten Jahr knapp nicht geschafft hat, drücke ich in diesem Jahr dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement ganz dolle die Daumen. Alle Nominierten gibt’s hier.

Aufmerksamkeitsdefizit

Aufmerksamkeitsdefizit

…oder einfach nur Stürmisiechen? (Screenshot Hypernetz)

Polizeidatenbankcrowdsourcing

Ich würde doch sehr vermuten, ebenfalls clean zu sein. Bin aber noch nicht ganz sicher. Abwarten.

Hundert Medienportale und kein Link

Also. Nochmals. Ich versteh’s nicht. Da schreiben 70 Rechtsprofessoren einen offenen Brief an Doris Leuthard, der in der Folge die öffentliche Debatte zur Kriegsmaterialexport-Initiative bestimmt, über die wir am 29.11.09 abstimmen. Aber: Niemand verlinkt den Brief. Ich finde es ja toll, dass ich auf  hundert Medienportalen die Zusammenfassung des Briefes als SDA-Meldung finde. Aber niemand, niemand, niemand (wirklich niemand)  verlinkt den Brief, dessen Inhalt mich jetzt doch langsam interessiert (PDF). Ist doch irgendwie der Sinn eines offenen Briefes, dass man ihn öffentlich zugänglich macht? Muss man denn alles selbst ergooglen? Was ich abstimmen werde, tut hier nichts zur Sache. Etwas Agitpop darf’s aber trotzdem sein (Hey, Jusos, so geht das…)

Albert Schnalke

Völlig irrelevanter Blogeintrag, bitte überspringen

Sagen wir es mal so:  VBS-Beamte hätten vermutlich besseres zu tun, als oberlehrerhaft Fact-Checker zu spielen (sind ja nicht fürs Bloggen bezahlt), und Medien hätten vermutlich ganz sicher besseres zu tun, als daraus den Pseudoaufreger des Tages zu konstruieren. Zum Glück ist heute schon Freitag. Das Arena-Gedöns wäre wohl letal.

Blop!

Hihi, der ist gut, wirklich gut. (via)

In Memoriam Pendlerblog

Seid gegrüsst, edle Trashleser, die ihr soeben hierher gekommen seid, erinnert ihr euch noch an das hier? (via)

Lüpfigi Musig wo fägt

(via)

Internet vs. Schweizer Armee

Wollte mir soeben nochmals den Instant-Klassiker «Schnütz» mit Ueli Maurer in der Hauptrolle angucken. Nix da:

Schweizer Armee

Allerdings würde ich jetzt keinen Cent darauf verwetten, dass die Sondereinheit Urheberrecht beim VBS den Upload-Krieg gegen die blitzschnellen Youtubleros langfristig gewinnen kann.

Happy Börsday Blick

Das Zitat des Tages heute aus dem Hause Ringier:

«Information und Unterhaltung werden heute komplett neu distribuiert. Leider, und das schmerzt vor allem die Informations-Industrie, meist GRATIS. Hierbei handelt es sich, wie wir heute alle wissen, um eine Art GEBURTSFEHLER des Internets.»

Marc Walder, Geschäftsführer Ringier Schweiz. (Quelle: http://tinyurl.com/yzr7xtm)

Herzliche Gratulation zum 50sten Geburi auch meinerseits. Möge euch das Internet auf den Kopf fallen.

Tamipresse-Liquidation hat begonnen

Weko genehmigt Edipresse-Übernahme: Zack! Eine Pendlerzeitung weniger.  Die Besitzer wollen das Tafelsilber vor dem Verkauf noch vergolden, sagen die Gewerkschaften. Mit den Massenentlassungen bei Edipresse habe man rein gar überhaupt nix zu tun, behauptet der künftige Besitzer Tamedia. Schuld ist einzig und allein die Finanzkrise, die böse.  Nicht wirklich erstaunlich, aber die Blognachbarn aus der Romandie sehen das etwas anders.