Himmel, und wo sind die Atheisten?
«Das müssen wir realistisch sehen, für eine mediale Verbreitung ist kein Geld vorhanden.» Frank Bodin, Werber. Realistisch gesehen, braucht es für eine mediale Verbreitung auch gar kein Geld. Just pass it on. (via)

Danke für den Link in die Beiz. Wo die Atheisten sind? ist doch klar: hinter der Wolke.
Ob ein “Nein” zur Minarett-Initiave, ein “Ja” zur Toleranz beinhaltet wäre noch genau zu erörtern. Mir scheint es nicht so sicher und bis ich sicher sein kann, bis Muslime in körperschaften nach SchweizerStaatskirchenrecht organisiert sind und in den Landessprachen von hier ausgebildeten Imamen betreut werden, stehe ich der Start- und Landeerlaubnis von Minaretten skeptisch gegenüber und werde “Ja” stimmen. Wenn jetzt “Nein” gestimmt wird führt das nicht zur Integration von Muslimen sondern zur Stärkung von türkischen, bosnischen, iranischen etc. Parallelgesellschaften. Dies ist für den Zusammenhalt der Schweiz genauso heikel wie die Atheisten hinter den Wolken.
Uertner ein verkappter Minarett-Phobiker? (Wohl eher “Agent Provocateur”…)
Was die Initive fordert, ist die Einführung eines religiösen Artikels in die Baugesetzgebung. Genau das geht in einem laizistischen Staat eben gerade nicht. Ein wenig müssen wir für die Religionsfreiheit wohl doch noch kämpfen, wenn uns ernsthaft etwas an den Werten der Aufklärung liegt.
(Gilt auch für den Kanton Luzern: Stichwort Meinungsfreiheit für Atheisten…)
Aber bitte Uertner: Wer sagt denn, das etwas gegen die Ausbildung von Imamen an unseren Universitäten spricht. Das ist doch kein Widerspruch? Das eine tun und das andere nicht lassen. Mit dem Verbot von Kirchtürmen, Moscheen oder Einkauftstempeln verhindern wir gar nichts, schon gar keine “Parallelgesellschaften”.
Wobei der Begriff “Parallelgesellschaft” ohnehin etwas Inflationär verwendet wird, von den Befürwortern genau so wie von den Gegnern: Menschen, die sich in stillgelegten Industriearealen (oder wo sonst auch immer) treffen, ob aus religiösen oder anderen Gründen, sind noch lange keine Parallelgesellschaften.
Mag sein, das Toleranz nicht automatisch Toleranz hervorbringt, sicher aber ist, dass Intoleranz wiederum Intoleranz, oder im schlimmsten Fall sogar Hass hervorbringt, und genau darauf zielt die Initiative letztlich wohl auch ab.
Nein, im Ernst Ugugu, das ist nicht provokation, sondern Frucht reiflicher Ueberlegung. Habe meine Argumente vor den Sommerferien einem SP-Politker zugemailt und bis jetzt weder Antwort noch Widerlegung erhalten. Du als erklärter Atheist bist in der Frage doch eher ein Beckenrandschwimmer, oder nicht?
Gerade weil ich mich mit Religion befasse, misstraue ich diesem vorschnellen “Nein”, das von Dünnbrettbohrern und areligiösen Kreisen kommt.
Gerade das Verhaltnis von Staat und Kirche, das hier kaum jemand wirklich kennt: siehe Bettag, zeigt, dass die Dinge komplizierter sind, gerade in der Schweiz mit dem föderalen Aufbau und dem Staatskirchenrecht.
Ein “Nein” aus Angst vor Hass, würde nur heissen, dass wir schon den Islam als neue Religion des Territoriums stillschweigend akzeptiert haben.
Ich für meinen Teil habe die Frage mit “Ja” beantwortet. Und genau das werde ich an der Urne mit einem überzeugten
“Ja”“Nein” bestätigen. Wo ist das Problem? Nix da, vonwegen stillschweigender Zustimmung. Und schon gar nicht aus Angst vor Hass. Wenn schon, um Hasspredigern jeglicher Couleur präventiv die Fresse zu stopfen. (Hört sich jetzt vielleicht nicht ganz pazifistisch an, ist aber so gemeint.)Seien wir ehrlich, die geheuchelt inszenierte Abstimmung über “Religion” ist auch diesmal nichts anderes als eine versteckte, wenn auch nicht minder schmutzig geführte “Das Boot ist voll”- Debatte. Und darauf hab ich schlicht keine Lust mehr.
(Die Mail an den SP-Politiker würde mich aber trotzdem interessieren…)
@ Ugugu
Bei dieser Initiative ist wieder einmal etwas Gehirngymnastik erforderlich:
Die Abstimmungsfrage für die dritte Vorlage vom 29.11.2009 lautet nämlich:
Wollen Sie die Volksinitiative «Gegen den Bau von Minaretten» annehmen?
Das heisst:
- Wer gegen Minarette ist, muss ein Ja einlegen
- Wer nichts gegen Minarette hat, muss ein Nein einlegen
Übrigens, wird die Initiative angenommen, wird die Bundesverfassung ergänzt mit Art. 72 Abs. 3: «Der Bau von Minaretten ist verboten.»
Auch bei der zweiten Vorlage ist Gehirngymnastik gefragt:
«Wollen Sie die Volksinitiative «Für ein Verbot von Kriegsmaterial-Exporten» annehmen?»
- Wer gegen Kriegsmaterial-Exporte ist, muss ein Ja ein legen
- Wer für Kriegsmaterial-Exporte ist, muss ein Nein einlegen
Typisch schweizerische Abstimmungslogik… :-)
Danke Titus, war mir eigentlich schon klar (soeben in obigem Kommentar angepasst). Ist mir in der Hitze des Gefechts falsch rausgerutscht. Ich Dösel! “NEIN” muss man natürlich stimmen. Definitiv.
Bei der Initiative gegen Kriegsmaterial-Exporte, wen wundert’s, tendiere ich auf ein “Ja”.
läckjimmy, jetzt ist mir in der hitze des gefechts ein freudscher verleser beim kommentar von uertner passiert: “dass wir schon den Islam als neue Religion des Terrorismus stillschweigend akzeptiert haben.”
[...] Himmel, und wo sind die Atheisten? « Journalistenschredder sagt: September 24, 2009 um 9:44 [...]
Mit Schweizer Pass würde ich für Toleranz stimmen. Behalte mir aber vor auch beim nächsten Ramadan wieder Stöpsel in die Ohren zu stecken.
@Stadtschreiberin
Lese mal den Koran, er kostet bei Reclam in der Deutschen Uebersetzung nur 18.50, mit Erläuterungen und sehr kompetenter Einführung. Dann überlege es dir gut, ob die dieser Ansammlung martialischer Tiraden gegenüber “tolerant” sein willst.
@uertner: oje, in dieser sache bist und bleibst du aber wirklich hartnäckig. frag mal einen schweizer moslem oder christen ob er je die bibel oder den koran von vorne bis hinten durchgelesen hat. ich würde die quote selbst unter den an höhere wesen glaubenden auf maximal drei prozent schätzen.
[...] [...]
@ugugu
Wirklich hartnäckig. Nun können meine Fragen an den Langenthaler Gemeinderat im Blog gelesen werden
http://beizzweinull.wordpress.com/2009/11/02/minarette-das-beredte-schweigen-des-sp-bloggers/
@Ugugu Ich habe die Bibel vor vielen Jahren mal von vorne bis hinten durchgelesen. Am Koran arbeite ich aber noch.
Und dabei bin ich weder Christ noch Moslem.