Monatsarchiv: Juli 2009

Mal ganz nüchtern betrachtet

Der 1. August ist der 213. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 214. in Schaltjahren). Es bleiben 152 Tage bis zum Jahresende… (via)

R.I.P. «Bund»-Blog

Das einzige Blog einer Schweizer Tageszeitung in meinem Feedreader kappt den Kontakt zur Aussenwelt. Schade.

Scheinpolitiker

Verfassungsbruch, Klassenjustiz, hier in der Schweiz?! Vielleicht sollte mal jemand bei den Scheinpolitikern der IG-Freiheit nachfragen, was sie eigentlich genau unter der Bettdecke von Herrn und Frau Schweizer verloren haben.

Snobs

Sein erstes Buch habe ich ganz gelesen. Das zweite, sofern ich mich richtig erinnere, nur noch bis in die Hälfte. Die vielen Illustrationen gingen mir mit der Zeit auf den Kecks. Item. Alain de Botton, der mit den Philosophiebüchern für den Alltagsgebrauch, gehört glaubs auflagetechnisch immer noch zu den erfolgreicheren Schweizer Gegenwartsliteraten. Kürzlich war er an dieser TED-Konferenz, das ist dieses Treffen, an dem die geschniegelten Referenten keine ähs und öhms in ihre Reden einbauen dürfen. Keine Ahnung, wie die das machen, vielleicht mit Drogen. Ebendort hat ebendieser Alain den Botton kürzlich eine Rede gehalten, die man sich hier anschauen kann. Kluger Kerl. Eigentlich. (via)

Schnüfi macht die Werbeschlampe auf NZZ-Online

Netzschnüffler

Soeben auf NZZ-Online über diesen Köter gestolpert. Der «Netzschnüffler» soll so etwas wie ein Blog sein. Von der Idee her ziemlich 1995.  Warum der erste Blogeintrag unter «Sex-Stadt» abgelegt ist, entzieht sich meiner Kenntnis, würde aber auf Google-Optimierung tippen.  Die erste Netz-Trouvaille besteht aus einem Link auf ein Shopping-Portal, an dem notabene Tamedia beteiligt ist. Macht die «NZZ» jetzt bereits Gratis-Werbung für die Konkurrenz? Wohl kaum. Allein: Es fehlt der Werbehinweis.  Darunter eine laut drauflos trällernder Banner, der  undiskret darauf hinweist, das seichte Liedchen doch subito im Itunes-Store runterzuladen. Liebe NZZ, was soll die Scheisse? Alles in allem ein ziemlich verzweifelter Monetarisierungsversuch, würde ich meinen.

An den Spambeauftragten von Finanznachrichten.de

Liebe «Elise», Du dumme Nuss. Immer noch nichts gelernt? Hier rumschleimen bringt nix.  Spam-Kommentare im Auftrag von ABC New Media (Zürich) in anderen Blogs absetzen bringt ebenfalls nix. Und Linkbetteln für Finanznachrichten.de bringts auch nicht wirklich. Sowas kann ganz schön am Image kratzen, meint Herr Google.

Ritter der Tafelrunde

Uns ist in alten mæren wunders vil geseit von helden lobebæren, von grôzer arebeit, von fröuden, hôchgezîten, von weinen und von klagen, von küener recken strîten muget ir nu wunder hœren sagen

Vernehmlassungsantwort (Vertraulich)

Abhörschlumpf hat Post: → Pflichlektüre in PDF-Format von Bebbicell, einem kleinen grossen Provider.  (via)

Überwacht die Überwacher

Und dann gibt es die lokalen Themen, die man, wie es kürzlich Jakob Augstein, Chefredaktor der Deutschen Wochenzeitung «der Freitag» im «Tagi» lang und breit ausführte (offline only), gerne durch «Bürgerjournalisten», selbstverständlich ohne Bezahlung, abdecken möchte, weil der qualitätsbewusste Berufsjourno sich eher um wirklich tiefschürfende weltpolitische Analysen kümmern muss.

Nur habe ich bis heute noch kein wirklich überzeugendes Argument gehört, warum der lokale Hampelmann das ohne anständige Entschädigung tun sollte. Im übrigen habe ich auch noch nie ein vernünftiges Argument gehört, warum Profijournalisten generell präziser oder tiefgründiger recherchieren sollten. Zum Thema «Überwacht die Überwacher» bin ich zumindest in den letzten 5 Jahren (oder waren’s 10?) über keinen besser recherchierten Artikel in einer Schweizer Tageszeitung gestolpert.  How come?

Taking Liberties

TakingLiberties Eigentlich wollte ich die Sendung «scharf» auf «Channel4» gucken. Ist ausserhalb Grossbritanniens aber nicht frei zugänglich. Die «unscharfe» Version ist aber nicht minder sehenswert. Und Tony Blair war ein, naja, lassen wir das…

Rüeblimob in Basel

Wie der Konsumenten-Aufstand in Basel genau funktioniert, wird in folgendem Film erklärt. Interessanter Ansatz, wie ich finde. Wann folgt der erste Carrotmob in Zürich, Genf, Luzern, St. Gallen, Lugano, Sion oder Aarau? (via)

Affäre Abhörschlumpf

Man lernt ja immer mal wieder was dazu: Es gibt in diesem Land so etwas wie  «dringliche Vernehmlassungen», so dringliche sogar, dass man sie möglichst schnell an der Öffentlichkeit vorbeischleusen möchte, wie in der aktuellen WoZ zu lesen ist. Die Realtime-Internetüberwachung von Hinz (Demoteilnehmer) und Kunz (Sozialhilfeempfänger) stellt dann wohl alles in den Schatten, was westlich der chinesischen Internetmauer und südlich von Zensursulaland je von internet-inkompetenten Politikern ausgedacht wurde. Big Abhörschlumpf is watching you. Demnächst.

Hier geht’s zur öffentlichen Vernehmlassung:

> Vernehmlassungseinladung (PDF)

> Technical Guidelines (PDF)

> Organisational and administrative requirements (PDF)

Update I: Avongunten hat sich genauer durch Büpf und Vüpf gekämpft, und kommt zur ernüchternden Einsicht:

«Und das ist doch der eigentliche Skandal: Wie ist es möglich, dass ein solches Bundesgesetz ohne Nebengeräusche einfach so im Parlament durchflutscht und sich niemand dagegen gewehrt hat? Wo waren unsere Behördenkritischen Parlamentarierer auf der Linken wie auf der Rechten Seite als mit BÜPF diese Grundlagen geschaffen wurden. Wo waren unsere Wachhunde der sogenannten vierten Gewalt als die Verordnung in Kraft gesetzt und mehrmals auch im Parlament in Debatten erwähnt wurde?»

Gute Frage.

Update II:  Wenn ich das richtig verstehe, rechtfertigt ein illegal entsorgter Müllsack die Live-Überwachung meines Computers? Vielleicht entsorg ich meinen Laptop dann doch lieber in der nächsten Mülltonne. Pardon, im nächsten Elektrofachgeschäft.

Update III: Ah, da ist sie ja, die Musikindustrie! Darfs ein Blick unter meine Bettdecke sein, oder nur ein Kontrollrundgang durch meine Mails?

24 Stunden für Vodafone, 24 Sekunden für die Bloggeria

Was Firmen wie Vodafone noch lernen müssen: Kunden wollen nur und ausschliesslich mit ihnen reden, wenn entweder die Ware mangelhaft ist oder die Service-Hotline extrem nervt.

Was die Bloggeria noch lernen muss: Mit Netz-Zensoren legt man sich nicht ins Bett.  Nie! Nicht einmal kuscheln ist erlaubt. Keuschheit auf der ganzen Linie, aber sowas von total und grundsätzlich.

Alles andere zersetzt den Bloghausener Imperativ, der da lautet: Zensur ist doof.

Vodafone hat ab jetzt genau 24 Stunden Zeit sich deutlich und ohne Schwurbel gegen Internetsperren auszusprechen. Alle Adnation-Blogger wiederum eine Bedenkfrist von höchstens 24 Sekunden die Vodafone-Ads bis auf Weiteres aus ihren Blogs zu kippen – idealerweise ergänzt mit einem Hinweis auf alle eigenhändig verfassten «Zensursula»-Artikel.

Das war jetzt so eine Art Erpresserbrief. Jegliches Abweichen von diesem Verhalten wird mit maximalem Boykott Liebesentzug meinerseits belegt. Das beeindruckt zwar niemanden, aber mitteilen wollte ich es trotzdem.

Heute Streik – Oggi Sciopero

Der erste Blogstreik italienweit weltweit gegen Internetzensur in Italien (PDF in Englisch).  E non è che siamo pochi:

piovonoranevoglioscendereroccopalmitestaantoniodipietroguidoscorza •  enzodifrennablogscene digitalibyobluWittgensteinplurale ivanscalfarotto alongoalixias •  ivanmezpietrofolena •  innernetarticolo 21marioadinolfipaz83 annamundi’s blogblogorreabrainseller blogfuoridaimargini blog4errebristolaemmartcorsairtuxmasmaruporpigronecombattivamentenativiamericaniblognuovimediaammazzablogdidaverainformazionecittadini-italianiurbanociprianireporterpercasoweb.mefioredicollinapinoamorusoaschenaziachiaranno88.spaces.livealessandroronchigayburgmbj1tisbe provolavoroastronikmanfredonialiberaborborigmisusyspecchialtrodoveblogsquilibermirellaizzoilblogdimarshallalbatroreloadedvaccaricarloaltratradatetvcosamangiamostaserapredem blogperunaitaliamigliorepoliticaitalianaartigianodibabelepuntodivistaceliacofuturoprossimocentrotellicaneghiraimisoundwebepoqueandreasacchinimanou_manouche.blogpacchiarottawholeworldtripbambini oggiuollazantoweb.net/dblog/coordinamentoscuolamadonicaqualcosadirossolucarinaldimemoriadiungiustoeccocosavedoomnilia.netsergiofalconegalline2ndlifeconsumomenopapaveriepaperetantelucarinaldiarchidatasuburbiamotobrowianouprufissuri.spazioblog.itfratellisberleffiannalisacostanzodomenicodirienzoparamarta.it/bloglibomast1949claxarticolo21holcomicslastone86lamentepersabarnecchidadowolfbeffatotalememoriadiungiustodiariodangelotorrinonewscrashdownpercorsopergattibus18kappaemmediario_estemporaneoladridimarmellateenricodigiacomo.itmie-ideeilpopolosovrano babbidigitali1001ragionipaoloborrellodiariodimmagini.eumagociclo •  insertosatirico.comdefelicitateanimicinemablog.orgledonnettedipianezzagraficare.orglaltrasinistra.netsons.orgvideopolitikilpiaceredimangiareenonsologiuliopedrana.comradio-kobaiafdambrosio.netammazzablogzainoinspalla-oscarmrmephistonewmediologoilmiopaesealtrovebuikbrothersgianfrancospatolaindranet.orgfemminismo-a-sudcerviaparla.itmarcavalpaceamoreefettuccinevideo.monte-ceneri.orggiamo.itLost in kitchenfabiopariantonioamaticircolopasolinicircolobaldonipoiein.it2piu2uguale5eccocosavedocontrocopertina.itannamundis’s weblogrinopruiti.itbuccinasco.net6verde verdilombardi.orgassago.itkristelkveritaedemocraziabus18lindipendenteregard.forpassion.netcitynewsonline.orgsquilibereugualemcalquadratodiario_estemporaneorobbinounpappaverorossopigiottocronachedaltroveverainformazionecepranofrancescomatteuzzigerypalazzotto.itrebus-resisteremenumusicaround.netdiscutendoinsiemerobertolapira.nova100alebinocoordinamentogenitorsesto donnedivalorehopfrog.iteroxe.itstoney64eventibusflexusportotorres.netappuntisparsi.itlamentepersaankorpinocomunequottaegoantonioconsoliblogfloweranddreamspalladistregarosarioitaliaalessandromarzomagno metabloginfamy

Berlusconi und die Cosa Nostra

Da wurde letzte Woche mal wieder ein Stück Papier ausgegraben, welches Silvio Berlusconis mafiöse Verstrickungen zwar nicht eindeutig beweist, aber doch ein weiteres sehr wichtiges Puzzle-Steinchen darstellt.  Oder sagen wir es mal so: Wäre die Cosa Nostra hinter mir her, würde sie mir wohl  kaum handgeschriebene Briefe schicken. Warum Italiens Medien kaum darüber berichten, analysiert Marco Travaglio in diesem sehenswerten Video (ital. Untertitel, ein engl. Transkript gibt’s hier). Gut, jetzt wissen wir, warum italienische Medien die Geschichte ausblenden, nicht aber, weshalb deutschsprachige Medien die Sache ebenfalls ignorieren. Any idea?

Übrigens, morgen ist hier Sciopero, deshalb.

Inside the Protests

Noch mehr Vodafoam

Vodafone

Hossa! Ist das ein Vergnügen, so ein exklusives Flatrate-Schaumbad für die Tschäneräjschen Applohd. Köstlich.

Uploadreime

Der Upload stammt von einem Knecht,
und nicht von Michael Jackson.
Der Werber staunt,  nu is er futsch
das gibt ne prima Äktschn.

Der Upload stammt von einem Knecht,
und nicht von wilden Zofen.
Ideale  gibts im Ausverkauf,
als Flatrate von Vadoofen.

Der Upload stammt von einem Knecht,
und nicht von grossen Haien,
Millionen in den Sand gesetzt,
Zensur gibts von der Leyen.

(Inspired by Leberreime)

Medienhandwerk

Der Blogger mit dem furchteinflössenden Blog-Header hat da eine sehr lustige Serie am Start:

Medienhandwerk I : richtig zitieren

Medienhandwerk II: richtig recherchieren

Medienhandwerk III: journalist werden

(Warte gespannt auf Folge IV, aber bitte bitte mach da mal ein vernünftiges Bild oben in dein Blog.)

Bäredräck

Der Berner Wächterrat Regierungsrat soll einen Medienpreis einführen. Da kugeln sich ja die Bären vor lachen.