Journalismus 0.5
Ausserdem würde es uns nie in den Sinn kommen, eine Quelle direkt zu verlinken. Denn wir sind hier die Gatekeeper und Videoripper. Zwar gibt es «unabhängige Berichterstatter» en Masse, welche die Ereignisse bestätigen – die wir ebenfalls nicht verlinken. Sonst hat unser Guardian-Abschreiber heute gar nix mehr zu tun. Und was der ganze Netzpublizistenpöbel da im Netz so rumreicht (via @madyar), interessiert uns ebenfalls nicht, denn wir sind Qualität, das belegt allein unsere 150-jährige Zeitungstradition.


lecker gebloggt, kollege.
Oh! Sie haben Youtube gefunden, unsere Netzprofis. Gut, zugegeben, sie brauchten dazu ein bisschen Hilfe der Leser. Aber immerhin. Ganz nett finde ich auch den Service, mir zu erzählen, was auf den Filmen zu sehen ist (könnte ja sein, dass ich selber nicht gucken kann, weil ich den Abspielknopf nicht finde oder so). Und am allernettesten finde ich den distanzierenden Hinweis.
Gibt’s irgendwo einen ersten Preis für sich lächerlich machen zu gewinnen?
Das stört mich immer etwas: Journalisten dürfen Videos, Bilder, etc. richtiggehend klauen (ja, ich kenne den Unterschied zum Zitat! ;-)) und kümmern sich um Lizenzen bei Wikipedia, flickr, YouTube & Co. gar nicht.
Guter Artikel!
Dazu passt doch, wie sich Ex-Tagi-CR Peter Hartmeier den Erfolg von Newsnetz erklärt:
„Unser Newsnetz von Tages-Anzeiger, Berner Zeitung, Bund, Basler Zeitung und Thurgauer Zeitung hat aus dem Grund Erfolg, weil der Nutzer weiss, dass hinter diesen schnellen Inhalten die Vertrauenswürdigkeit von über hundertjährigen Titeln steht.“
Und, ebenda, sagt Peter Hartmeier:
«Je weniger die Quellen im Internet überprüfbar sind, je beliebiger die Informationen werden, je unermesslicher ihre Flut wird, desto mehr braucht es Orientierungshilfen, an denen sich die Konsumenten orientieren können.»
Obiger Beitrag ist genau die Art von vertrauenswürdiger Orientierungshilfe, die ich mir wünsche. ;-)
Mmh, sollte man nicht vielleicht aufhören zu beklagen, dass sich der Spieß endlich umdreht und die etablierten Medien immer mehr dazu gezwungen sind sich auf ihre Leser zu zubewegen, und stattdessen das beste daraus machen, und die Macht der Blogs beweisen und feiern…?
Schönen Gruß.
Raphaelth