WTF?

TagiFlugzeugabsturz

Darf ich die Story (inkl. Bildstrecke) mit der «Newsnetz» (Tages Anzeiger, Basler Zeitung, Berner Zeitung, Bund, Thurgauer Zeitung) seit mehr als zwei Tagen Klicks bolzt («meistgelesene Story») weder respektlos, taktlos, rücksichtslos, geschmacklos, verletzend, verwerflich, würdelos noch pietätlos, sondern einfach nur strunzdumm finden? Und ist Leichenfledderei eigentlich nicht ein Straftatbestand?

Waren die nicht gerade am Leute entlassen? Meinjanur.

36 Antworten zu WTF?

  1. Genau das habe ich heute Morgen auch gedacht als ich die “Story” gesehen habe.

  2. Ich habe auch noch eine schöne ausgegraben in meinem Blog:

    Schlagzeile heute bei …. (ihr wisst schon ) Online:

    Überfall in Kreuzlingen: Jetzt redet das Opfer

    So was stand früher im Blick. Und darum habe ich den Blick nie gekauft. Jetzt steht das Zeugs in “meiner” (üach) (Online)-Zeitung.

    Wo, bitte, ist hier der Notausgang???

  3. Da stimme ich gerne mit ein. Mühsam petätlos, Informationen, die ich gar nicht haben will. Und für die Angehörigen ist es auch nicht gerade toll. Kennt man neuerdings auf online-Redaktionen das Wort Selbstreflektion nicht mehr?

  4. Selbstreflektion: In den Spiegel gucken und sich denken “Coole Frisur heute”.

  5. na ja, waren ja alles besondere Schicksale an Bord, was man so hört – alles Europäer, Schweizer gar, Mediziner, Politiker: Ein absoluter Glücksfall für die Aktionäre der tamedia.

    Lasst uns also noch auf ein paar derartige Ereignisse hoffen. Damit der Begriff Blutgeld endlich eine neue Färbung kriegt.

  6. a propos Blutgeld: Diese Schlagzeile hier ist auch von dort:

    Demütigte er seine Geliebte, bis sie ihn erschoss?

  7. Dann wär da noch dieser Lead , auch aus dem Ressort “Blutgeld & strunzdumm”:
    “Doktor George Tiller führte im US-Bundesstaat Kansas eine umstrittene Abtreibungsklinik. Seit fast 20 Jahren stand er in der Kritik. Jetzt ist er tot.”

  8. Beleg für den Niveau-Absturz von tagi.ch ist auch die entengrützenhafte Vermehrung von Fragezeichen in Titeln. “Findet Viktor den Flugschreiber?” Das ist einfach nur ärgerlicher Quark. Dann eine Klickstrecke mit Mike Müller …….. seiner Ex-Freundin vom Theater ……. und ihrem neuen Freund, einem ………. Tamedia-Journalisten. WTF? fragt man sich da auf gut neuenglisch.

  9. Und noch ein Bettmümpfeli aus dem netten Neuigkeitennetz:

    “Wenn Thurgauer Polizisten plötzlich über Sex sprechen wollen”.

  10. Blick am Abend macht auch mit und bringt Bildli der Opfer von “Todesflug AF447″. Würg.

  11. @Zappadong: Eine SF-Vorschau als Aufmacher – toll gemacht Newsnetz! Nicht dass das Thema “Scheinehen” nicht interessant genug wäre. Zum Beispiel etwa der Aspekt, dass man als Schweizer/in geradezu dazu genötigt wird eine Scheinehe einzugehen, wenn man seine/n liebsten nach Ablauf des Touristenvisums nicht im nächsten Ausschaffungsgefängnis besuchen will. Warum nicht selbst ein “Gschichtli” über Schweizermacher und Zahnbürstelikontrolleure recherchieren, anstatt müde auf “Reporter” zu verweisen?

    @Matthias: Haben gestern wohl zu viel gesoffen.

  12. Weshalb tun wir uns das mit tagesanzeiger.ch eigentlich noch täglich an? Ist es die Lust am Schrecken? Ist es Voyeurismus im Sinne von Untergang-einer-etablierten-Qualitätsmarke-beobachten?

  13. @Medienspiegler: Lieber ein Tagi mit Schrecken, als ein Tagi ohne Auslandkorrespondenten. Ehrlich gesagt, ich weiss es nicht. Irgendwie kommt mir dieses Tagi-Watching auch langsam vor wie Trainspotting oder warten auf Paid-Blutcontent.

  14. Weshalb?

    … Weil ich die verd…. Printausgabe immer noch bezahle (Abo will einfach nicht auslaufen) und deshalb ein Recht auf Reklamation habe.

    … Weil ich mich mittlerweile schon wie in einer grossen Selbsthilfegruppe fühle (so waaaaahhhhnsinnig kuschelig geborgen bei Gleichgesinnten).

    … Weil die Schlagzeilen manchmal wirklich zum Lachen sind.

    … Weil die Frage, ob es tatsächlich noch schlimmer kommen kann, jeden Tag aufs Neue mit “JA” beantwortet werden kann und ich das Ausloten von Grenzen mag.

    … Einfach so.

    Ich klicke mich jetzt aus. Das wird nichts mehr. War ein Tag mit allzu vielen realsatirischen Einlagen.

    Good night and good luck (um den Webmaster an dieser Stelle zu zitieren)

  15. Das kann allenfalls die Motivation von ein paar aufrechten Moralaposteln erklären. Aber nicht, dass es der meistgelesene Artikel des Tages auf Newsnetz war. Sorry, der zweitmeistgelesene. Hinter Roger Federer. Aus dem naturgemäss etwas kehrseitiger daherkommenden Online-Pendant des Tages-Anzeigers den Niedergang der “etablierten Qualitätsmarke” abzuleiten, scheint mir dann aber doch ein bisschen bigott. Der zeigt sich erstens anders und hat zweitens viele Gründe. Den Niedergang jeden Tag aufs Neue mit den schillerndsten Perlen aus der Panorama-Rubrik des Newsnetzes zu belegen, scheint mir überdies etwas zwanghaft. Zwar schadet man niemandem damit, aber man setzt sich doch dem Verdacht aus, nichts anderes zu tun zu haben.

    Das nehm ich aber auf Arbeitszeit.

  16. Huh? Von gestern bis heute spät in den Nachmittag war die «Leichenschau 447» eindeutig Nr.1 unter den meistgelesenen Newsnetz-Artikeln. Mit einem Screenshot belegen kann ich das jetzt zwar nicht mehr – hab ja noch andere Zwänge zu befriedigen. Aber danke für das nachliefern der Statistik. Immerhin Roger!

    Sicher hat das Ganze auch etwas mit der penetrannten Panorama-Übergewichtung in Downtown Switzerland zu tun, aber nicht nur. Der Boulevard-Stil reisst eben nicht langsam, sondern langsam extrem schnell in sämtlichen Newsnetz-Ressorts ein: Bei einem Moralfuzzi wie mir kommt es eben nun mal extrem verlogen an, wenn TagiBundBazNetz über Tage die Thurgauer Bahnhofprügelei klicktechnisch ausreizt, um danach Facebook die Misere an der «Barbarisierung der Öffentlichkeit» in die Schuhe zu schieben.

    BTW: Spricht etwas dagegen, dass Newsnetz den Niedergang der “etablierten Qualitätsmarken” Tagi, Bund oder Baz einläutet?

  17. Anton Schaller (weiss nicht, ob es DER Anton Schaller ist) hat heute in der Printausgabe des Tagi in einem Leserbrief alles genau auf den Punkt gebracht. Es ist zum Kühe melken.

    @Fuzzy: Ich nerve mich, weil ich eigentlich eine Qualitätszeitung abonniert habe, mittlerweile aber mehr Blick als Tagi erhalte. Und danke, nein, den Blick wollte ich nie im Abo. Ich bezahle also für etwas, das ich so nicht bestellt habe. Ich würde mich auch nerven, wenn ich einen Spanischkurs gebucht hätte und nach und nach immer mehr chinesische Vokabeln unterrichtet würden.

    Zugegeben: Man kann auch still und heimlich alle Tamedia Abos auslaufen lassen (Proteste werden vom Verlag sowieso ignoriert) und sich sagen: Jo nu so dänn halt. Ich bin sicher, dass es viele gibt, die das so machen. Ich ziehe das Getöse vor. Wenn es gross genug wäre; sprich, wenn sich genügend Menschen zusammentäten, könnte die Mediengruppe nicht von einzelnen Spinnern reden, sondern würde vielleicht – zwangsläufig – auch mal hinhören. DAS ist meine Hoffung. (Und bevor Sie jetzt fragen: Ja, ich bin unverbesserliche Idealistin.)

    Damit zurück zu den Leserbriefen in der heutigen Printausgabe: Die machen schon fast wieder Mut – ich fürchte aber, es ist nur eine weiter Alibiübung der Tamedia – so nach dem Motto: Guckt nur, wir drucken sogar eure kritischen Voten ab. Aber immerhin. Denn bei Facts hat man die Kritiker rausgeworfen und im Falle des Magazins einfach mal den Delete-Knopf gedrückt.

    Und vielleicht ist es sogar so wie bei den Banken: Vielleicht muss eine ganze Branche mit dem Kopf gegen die Wand seckeln und ihre eigenen Produkte durch Missmanagement versenken – ich hoffe, die Lernfähigkeit ist dann ein bisschen höher als bei den Banken.

  18. Pingback: Blogger fragen* - wir antworten | Paperholic

  19. @Zappadong: Abonniert hast du ja aber die Tageszeitung, das boulevardige Newsnetz-Zeug gibts kostenlos für alle.

    @ugugu: Freu dich nicht zu früh: Dass Federer die Absturzopfer übertroffen hat, liegt einzig daran, dass man den Newsticker reloaden muss, um auf dem Laufenden zu bleiben.

    Warum soll Newsnetz den Niedergang der Qualitätszeitungen einläuten? Ist die Qualität der BaZ durch bazonline.ch schlechter oder auch nur boulevardiger geworden?

    Versteht mich bitte nicht falsch: Ich bin längstens bedient mit diesem Flugzeugabsturz. Aber als Realist glaube ich, dass man die Verantwortlichen für solche Overkills eher in der verschnarchten Werbeindustrie suchen muss als in den Redaktionen. Sobald der Klick als Währung überwunden ist, wird sich das Problem von selbst lösen.

    Viel mehr zu denken gibt mir aber, dass keiner – auch SF, NZZ, you name ‘em, nicht – mehr über die Erdbebenopfer in Italien berichtet. Und dafür kann man das Newsnetz ja nicht auch noch verantwortlich machen.

    Wenigstens hat in tumber Voraussicht der Cavaliere dafür gesorgt, dass sie nicht ganz vergessen gehen, als er den G-8-Gipfel ins Erdbebengebiet verlegt hat. Ganz ohne Unterstützung der boulevardträchtigen Demos werden es die Nachrichten davon aber kaum bis zu uns schaffen.

  20. Ganz einfach, weil man über die Zeltstädte von Aquila nur noch hin und wieder ein Skandälchen im «Espresso» lesen wird. Im Fernsehen und in Tageszeitungen flacht das Thema langsam ab, es sei denn bugiardo Silvio himself macht zwischendurch ein Helitripp, um vor Ort seinen nächsten Verbalausrutscher gegen “Kommunisten” jeglicher Art (also die Presse, alle anderen Parteien, Richter und Kritiker aus dem Ausland) abzusondern. Aber wenn es dich wirklich interessiert, was in Aquila derzeit so alles passiert, kann ich dir das Blog von Miss Kappa empfehlen. Sehr lesenswert.

    (Miss Kappa hat mir übrigens der Betreiber dieses Italienblogs empfohlen…)

  21. @ Fuzzy: Leider schleicht sich der Boulevardstil immer mehr in meine abonnierte Tageszeitung.

    Beispiele abseits vom Flugzeugabsturz:

    - Das SBB Bashing: Die Angestellen der SBB wagen es tatsächlich, frühmorgens mit der Bahn zur Arbeit zu fahren! Und die pensionierten SBB-ler erhalten ihr GA unverschämterweise verbilligt! Das war dem Tagi mehrere Artikel wert und er hat daraus einen kleineren Skandal gemacht, der in der Frage gipfelte, was Senioren zu Stosszeiten überhaupt im Zug zu suchen hätten. Als dann die Stimmung so richtig aufgeheizt war, durften dann die SBB-Angestellten Stellung nehmen – und heute folgte ein kleiner PR-Artikel über die neue Wartelounge für Erstklassreisende in Zürich mit Vorstellung der Leiterin ebendieser Lounge auf der zweitletzten Seite des ersten Bundes (ob da wohl ein Werbekunde beim Tagi reklamiert hat?).

    - Gestern durfte der scheidene Schauspielhausdirektor Hartmann ungefiltert seine Ansichten äussern; die Fragen waren so gestellt, dass auch wirklich gepfefferte Antworten folgen konnten. Heute dürfen jetzt ein paar Prominente im Kulturteil Stellung zum Interview nehmen. Mit Bild. Fortsetzung folgt.

    - Seit Monaten findet im Tagi ein Deutschenbashing statt. Ab und zu schreibt dann einer scheinheilig ein Artikelchen darüber, wie unfein es ist, andauernd über die Deutschen herzufallen (das “Deutsche” nahm auch im Interview mit Hartmann viel Raum ein).

    Ich will keine Zeitung lesen, die erst Feuer legt und es dann selber löschen will.

    Und ja doch: Ich sehe auch das Positive. Die Hintergrundberichte und sind häufig erste Sahne. Die Kolumne im ersten Bund macht sich im Moment auch nicht schlecht. Es gibt sie noch, jene Artikel, die mich daran erinnern, was der Tagi einmal gewesen ist und sein könnte. Zu sehen, wer im Moment bei Tamedia das Sagen hat und wohin die Reise (online) geht, weckt nicht viele Hoffungen. Das offizielle Nachdenken der Tamedia über einen “volksnaheren” Tagi mit vier “leserfreundlichen” Bünden (ich sehe schon den Kulturteil irgendwo im Nirgendwo verschwinden) finde ich ziemlich beunruhigend.

  22. Tatsächlich, die Hoffnungen auf bessere Zeiten sind an einem kleinen Ort. Der Web-Seismograf im Büro des Verlegers (oder wers auch immer war) sorgt mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit dafür, dass auch die Stoffe im Blatt selbst immer mehr für die Kanaille zugespitzt werden. Aber ich bin ja kein Publizistikstudent und tu mir solche Recherchen tatsächlich an. Die Hintergrundstories bleiben hoffentlich, der Kulturteil war schon länger kein Brüller mehr.

  23. und btw, ich versuche mir derzeit die Besuche auf 20min.ch und tagi.ch abzugewöhnen. 20min fällt mir leichter, da es in den letzten Wochen wohl als Reaktion auf das abgestürzte Niveau von taginetz noch einige Sprossen abgestiegen ist. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie vulgär die Leute sein müssen, die sich das täglich stundenlang antun. Aber es ist halt ein Habit, wie Rauchen oder … Sexsucht!

  24. Tu den Leuten mal nicht unrecht. Die schauen sich nicht nur den Schund an. 1000 2-sekündige Britney-Spears-Klicks können einfach auf Platz 1 stehen, während die halbstündige Lektüre eines nun ja äh also vielleicht eines anspruchsvollen Hintergrundinterviews nur einen einzigen Klick ergibt.

    Die Faszination, die wir fürs Schreckliche entwickeln, ist nur menschlich. Und irgendwie müssen sie sich die Arbeitszeit ja vertreiben. Würden sie Füdlibildli anschauen, würden sie rausgeschmissen. Und ob es sinnvoller ist, wenn sich Merzens Steuereintreiber auf Facebook verbummeln, wage ich zu bezweifeln.

  25. Diese zwanghafte Beschäftigung mit Newsnetz lässt mich an diese frömmelnden Pornojäger denken, die ihr freudloses Dasein damit aufpeppen, Sex-Messen und Sex-Shops abzuklappern und dort nach illegaler Pornographie zu schnüffeln.
    Videos, Hefte, Magazine, Filme – bis zum letzten Stück kaufen sie alles ein, tragen es nach Hause, beten dazu ein «Vater, verführe mich nicht in Versuchung» und arbeiten sich vom hintersten bis zum vordersten Bildchen, von der ersten bis zur letzten Szene durch. Noch bevor sie das Morgengebet aufgesagt haben, ziehen sie sich den ersten Porno rein und ruhen erst mit der Sichtung des Schweinekrams, wenn der Schlaf sie übermannt. Irgendjemand, sagen sie dann mit Opfermiene, müsse die schwere Arbeit ja auf sich nehmen und das alles sichten. Und dann zur Anzeige bringen. Auch wenn das korrupte Justizsystem sich nicht um ihre rechtschaffene Arbeit kümmert.

    Womit ich natürlich nicht sagen will, dass Newsnetz-Watchers perverse Grüsel sind ;-)
    Und Newsnetz/Tages-Anzeiger ist auch kein Schweinekram. Aber doch Kinderkram. Erwachsene Menschen sollten erwachsene Zeitungen lesen.

  26. Ein mehr als gewitzter Vergleich! Der sich allerdings problemlos auf Kritik jeglicher Art übertragen lässt und insofern einer Nullaussage relativ nahe kommt. Das von mir aus “perverse” Bedürfnis sich an publizistischen Produkten zu reiben, flacht nach meiner eigenen Erfahrung genau so schnell ab wie es aufgetaucht ist. Kein Grund zur Sorge insofern. Ging mir mit der «Weltwoche» nicht anders als mit Factszwodings.

  27. Mich deucht, Ihr Kritikparameter könnte noch ein bisserl feiner abgestimmt werden. Denn auf «Kritik jeglicher Art» lässt sich mein «mehr als gewitzter Vergleich» mitnichten übertragen. So zum Beispiel nicht auf die brillante Literaturkritik eines Marcel Reich-Ranicki oder eine inspirierende Blattkritik oder eine kluge Analyse eines Bugsierers zu Facts 2.0.

    Die Pornokritik eines Pornojägers wie Eugen Thomen unterscheidet sich ja auch von derjenigen einer Gayle S. Rubin beispielsweise, oder Ariadne von Schirach oder Michel Foucault.

  28. Also es hat ja schon oft ausgesehen, dass MRR lieber schlechte Bücher verreisst als gute liest, right?

  29. @Frau Müller: Ich bin jederzeit bereit mein Kritik-o-Mat zu justieren, und gebe gerne zu, dass mir Pornojäger Eugen Thomen ein bislang gänzlich unbekannter Name war. Gerade Michel Foucault, oder besser gesagt, viele seiner Jünger, halte ich hingegen für Grossmeister kryptonormativistischer Nullaussagen. Die empirische Basis für diese Behauptung steht natürlich auf sehr wackligem Fundament, allerdings ist mir in meinem bisherigen Leben schon so manch egoistischer Hansdampf über den Weg gelaufen, der/die sich als enthusiastischer Foucault-Groupie zu erkennen gab. Wie gesagt, das ist vermutlich nicht die Schuld von Foucault, aber ein Grund für mich selbst, diesem Herrn mal etwas genauer auf den Grund zu gehen. Wann beginnen Sie eigentlich zu bloggen, Frau Müller?

  30. @ Ugugu wg. Müllerschem Blog: Ja, oder wenn man wenigstens wüsste, wo man Frau Müller sonst lesen kann. Man würde spornstreichs Abonnent von was auch immer.

  31. Wenn mein mehr als gewitzter Vergleich einer Nullaussage relativ nahe kommt und Foucaults Jünger nichts als Grossmeister kryptonormativistischer Nullaussagen sind, wie würden Sie dann Ihre vierzeilige Kritik bezeichnen, die in der Aussage «strunzdumm» gipfelt?
    Oder halten Sie es mit Martin Walser, der in «Tod eines Kritikers», der sich ja bekanntlich auf MRR bezieht, meinte: «Wer nicht zustimmen kann, soll den Mund halten?»

    Bezüglich eines eigenen Blogs halte ich es übrigens mit Bartleby the Scrivener: «I would prefer not to.»

    Korrigendum: Der grösste Pornojäger vor dem Herrn heisst nicht Eugen, sondern Egon Thomen, auch Porno-Egon oder Hammer Gottes genannt. Letzteres weil er mit dem Hammer Bilder verwüstet, die seine Aufmerksamkeit erregen.

  32. «Strunzdumm» ist doch nicht kryptisch! Oder etwa doch? Und normativ will ich damit sagen: So bitte nicht! Sicher, manchen Blödsinn sollte man vielleicht einen Tag ruhen lassen, um danach feingeistige Abhandlungen oder auch gar nichts darüber zu verfassen. Aber hey, das hier ist mein Blog, hier hat es auch Platz für halbfertige Gedankensprünge. Ist ein bisschen wie im professionellen «Churnalismus». Mehr als ein zorniger «Rant» war mir der Tagi-Anriss allerdings auch nicht wert.

    Was Foucaults Anhänger betrifft, müsste ich vermutlich sehr weit ausholen. Kurz: Was immer Foucault über die “Selbstsorge” geschrieben haben mag (ich weiss es nicht, da nicht gelesen), sind mir in meinem Leben schon mindestens drei Menschen begegnet, zwei Männer eine Frau, die daraus für sich selbst sowas wie eine abstruse Ego-Lifestyletheorie, um nicht zu sagen Arschlochtheorie, abgeleitet haben. Was, wie gesagt, vermutlich eher nicht das Problem Foucaults ist.

    «I would prefer not to» tönt für mich wie: «So gut wie eröffnet!»

  33. @Frau Müller; ich würde auch vorziehen, wenn man Sie nicht in einem Blog, sondern auf Papier lesen könnte. Weiss gar nicht, weshalb mir die vier bösen Buchstaben überhaupt aus den Fingern geschlüpft sind. Also wo?

  34. Pingback: Am liebsten Französisch II « La Triperie

  35. Pingback: Ralphs’ Gosse-Brei « Journalistenschredder

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