Monatsarchiv: Juni 2009

Why don’t we do it in the train?

NZZ_öffentlicherVerkehr

Auch Einstiegssätze sind nicht ganz ungefährlich… (Screenshot NZZ)

Rettet Print

Ein erster sinnvoller Schritt zur Rettung der Printbranche: Medienkongresse abschaffen.

Schweizer Parteien im Netz

FDPSchweiz

Das ganze Debakel in einem Screenshot auf den Punkt gebracht:

Botschaft 1. Wir ham jetzt auch Social-Dingsbums.

Botschaft 2. Abonniert unsere PR-Schleudern.

Botschaft 3. Was irgendein anonymer FDP-Groupie denkt, geht uns am Arsch vorbei.

(via eDemokratie)

Baharestan

«Baharestan Platz, Teheran.

Die Nacht durchgeschrieben.

Fühlt sich weiterhin hohl an

(via)

Das Schweigen der Hammel

Beim «Nachtanzeiger» gehen die Verhandlungen über das «Maimassaker» in die Junirunde Julirunde. Wobei ich mich wieder einmal ernsthaft frage: Für wie bescheuert hält Tamedia eigentlich die eigenen Angestellten? Erst kickt man, mehr oder weniger ohne seriöse Begründung, eine rekordverdächtige Anzal Mitarbeiter mit einem maximalen Asozialplan auf die Strasse, um daraus in den Verhandlungen einen minimalen Sozialplan zu stricken.

Sowas durchschaut doch der blindeste aller blinden Investigativreporter. Mein Tipp an  die Tagi-Teppichetage: So geht es ja nun definitiv nicht, zumindest wenn man sich am Morgen noch im eigenen Spiegel anschauen will. Mehr dazu und über das «Schweigen der Hammel» in Teil IV der spannenden WoZ-Serie «Durch den Monat mit Daniel Suter». Und eine Bitte an die WoZ: Serie im Juli weiterführen. Danke.

Italian for Beginners (I)

«Di Berlusconi si può dire tutto, ma non che sia uno che
va a puttane. A quanto pare sono loro che vanno da lui»

(via)

#IranElection #Tweetup #Zürich #Bern


«Wir wollen die Opposition nicht schwächen», sagt Micheline. So, what can we do? Stärken, zum Beispiel.

Sucht nach Anerkennung

Es ist ja unter schreibfaulen Bloggern so üblich, die Highlights aus den eigenen Kommentarspalten  als Blogeintrag aufzuwärmen, was hiermit getan sei…

Von Frau Müller

Journalisten sehen sich in ihrer Phantasie gerne auf der Tribüne des Weltgeschehens hocken, wo sie unbeeinflusst und strikt der Wahrheit verpflichtet die Ereignisse protokollieren und diese Informationen an urteilsfähige, mündige Bürger weitergeben um den demokratischen Meinungsbildungsprozess zu stärken.

Wer ein solch kitschiges Selbstbild malt, muss zwangsläufig scheitern. Zumal es wohl keinen anderen Beruf gibt, bei dem die Selbstwahrnehmung und die Fremdwahrnehmung derart auseinanderklaffen wie beim Journalisten.

Wenn Journalisten hin und wieder mit erwachsenen, gebildeten, politisch interessierten und informationshungrigen Menschen sprechen würden, dann müssten sie feststellen, dass sie ein massives Glaubwürdigkeitsproblem haben. Die wenigsten Bürger hoffen, in einer Zeitung oder im Fernsehen die Wahrheit zu finden. Sie vertrauen den Journalisten nicht mehr. Und gibt es dafür nicht gute Gründe?

Journalisten reden viel über die strukturellen Ursachen und reflektieren wenig darüber, welchen Anteil sie selber am dramatischen Qualitätszerfall haben. Dass es im Journalismus einen Trend in Richtung Boulevardisierung, Personalisierung und auch Skandalisierung gibt, wird ja überall beklagt, sogar unter selbstkritischen Journalisten. Doch wirklich gefährlich ist, dass Journalisten – genauso wie die Politiker! – in ihrer Sucht nach Anerkennung, Bestätigung, Lob und ihrem Bedürfnis weithin sichtbare Abdrücke der eigenen Existenz zu hinterlassen, die Bodenhaftung und den Wirklichkeitssinn verlieren.

Hat man früher noch die Politiker mit Häme übergossen, die sich in der «Gala» im Swimming Pool ablichten liessen, an Casting Shows teilnahmen und als Latexlady verkleiden, so findet man heute in jeder Ausgabe der Schweizer Illustrierten eine Homestory mit Journalisten und ihrer Familie.

Der Politjournalist Jürgen Leinemann hat nicht nur mit den Politikern schonungslos abgerechnet («Höhenrausch»), sondern auch mit seiner eigenen Zunft: «Journalistische Freiheit wird viel weniger durch obrigkeitsstaatliche Pressionen bedroht als durch die weiche Knechtschaft einer eitlen Selbstverliebtheit der Journalisten.»

Und das war mitnichten das einzige Highlight in dieser Debatte. Ugugu dankt! An dieser Stelle möchte ich auch gleich betonen, dass ich ausnahmslos alle DebattiererInnen als Redaktionsmitglieder einer «Journischredder-Times» einstellen würde – wenn ich denn die Mittel dazu hätte. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Auf ein «Newsroom»-Konzept wird aus offensichtlichen Gründen verzichtet. Redaktionsmotto: Never carry a gun!

Selbstverschuldetes Debakel

OnlineJournalism(via)

Vorurteile Verurteilen – Festung Europa Sprengen

Weltflüchtlingstag Soeben daran erinnert worden. Heute ist Weltflüchtlingstag. Hier mein Veranstaltungstipp.

«Zu wenig dumm und zu wenig gescheit»

Alter schützt vor Klugheit nicht. Die «Grand Old Edelfeder» des Schweizer Journalismus hat in der «Zeit» eine entzückende «Pièce de résistance» über eine aussterbende Gattung (sog. Vollblutjournis) aufs Parkett gelegt.

Wenn das die «Freien» wüssten?

minigolf
Gingen sie wohl auch eher direkt auf die  Driving-Range, anstatt sich für etwas Pinkes die Finger wundzutippen.

Web2Com, Bloggingtom und der «Mieselaunetag» bei Persönlich.com

Bloggingtom ist ein Blogger, der gerne über nichtausgelieferte oder verseuchte Werbebanner bloggt.

Zum Beispiel über die Web2Com, ein Unternehmen der Publigroupe.

Persönlich.com ist ein Zeitschrift, die gerne über die Werbeindustrie schreibt. Persönlich.com fasst den jüngsten Bloggingtom-Scoop über nichtausgelieferte Web2Com-Banner sauber zusammen und verlinkt auf Bloggingtom.

Jetzt ist der Artikel verschwunden. Begründet wird das ganze mit einer schlechten Laune des Redaktionsleiters.

Persönlich.com wird herausgegeben von der DENON Publizistik AG, ein Unternehmen der Publigroupe.

Schon mal was von vorauseilenden Gehorsam oder Selbstzensur gehört?

Journalismus 0.5

Tagi_Iran (Quelle: Newsnetz)

Ausserdem würde es uns nie in den Sinn kommen, eine Quelle direkt zu verlinken. Denn wir sind hier die Gatekeeper und Videoripper. Zwar gibt es «unabhängige Berichterstatter» en Masse, welche die Ereignisse bestätigen – die wir ebenfalls nicht verlinken. Sonst hat unser Guardian-Abschreiber heute gar nix mehr zu tun. Und was der ganze Netzpublizistenpöbel da im Netz so rumreicht (via @madyar), interessiert uns ebenfalls nicht, denn wir sind Qualität, das belegt allein unsere 150-jährige Zeitungstradition.

PS: Unser unabhängiges Korrespondenten-Netzwerk ging leider kürzlich ebenfalls flöten in Pension.

Input, Output, Kaputt

Gestern gehört in «Input» auf DRS3: «Zeitungsjournalist? Traumjob oder Auslaufmodell?» – 4 JournalistInnen geben Auskunft. Etwas arg Zürich-Fixiert, aber alles in allem kommt doch relativ gut zum Ausdruck: Das journalistische Selbstverständnis ist am A…

Asozialplan 2009 Tamedia

Zitat des Tages…

«Ich bin in der Verhandlungsdelegation Sozialplan 2009 Tamedia. Es ist unglaublich, was man hier erleben muss. Im heutigen „Magazin“ schreibt Roger de Weck über die Fratze des Kapitalismus. Es scheint so, als ob die Manager und Aktionäre alles nur mögliche anstellen, um das sinkende Schiff auszupressen. Ich bin auch in der Betriebskommission und musste mit einer Frau, welche 22 Jahre in diesem Betrieb arbeitete, ein Gespräch führen. Dabei brach sie in Tränen aus, weil sie ihre Kündigung nicht verstehen konnte. Das Angebot für den Sozialplan ist sehr knausrig. Die Leute werden unter sehr schlechten Bedingungen entsorgt. Anders kann man das nicht nennen – und das hat man ihnen auch zu verstehen gegeben in den heimlich organisierten Einzelgesprächen mit ihren Vorgesetzten.»

Und die Debatte findet eben doch statt, das kann im Jahr 40 nach Arpanet kein K(n)allkopf verhindern. Leserbrief war vor-vor-vor-vor-vor-vor-vor-vor-vor-vor-vor-vor-vor-vor-vor-vor-ok-es-reicht-gestern.

Update I: Bin grad etwas irritiert über die Gruppe 230. «Weiterarbeiten unter Protest», wasn’das?

Update II: Ex-Tagi-RedakteurInnen melden sich zu Wort.

Update III: Noch-Redakteure ebenfalls: Klartext-Inti aus Tagistan.

Demokratiehüter

Tscha! Wenn die «Hüter der Demokratie», mit ganz wenigen Ausnahmen, nicht einmal mehr dazu bereit sind, ein Wörtchen für  andere «Hüter der Demokratie» einzulegen, dann hüten halt andere die Demokratiehüter.

Neiningers Tabubruch

Der erste Schweizer Verleger bloggt und zwitschert. Na also, geht doch. Und erst noch auf derselben  trümmligen Blogplattform wie meinereiner. Wir sind jetzt quasi Nachbarn. Hallo Nachbar! Und wie man das unter freundlichen Nachbarn halt so macht, werfe ich gleich mal eine Leseempfehlung über den Gartenzaun.

Travelwriters.ch – Der Filzballclub (exkl. für Journalisten)

Forget Roger Federer! Denn bereits…

«…1994 gewann die Schweiz in Pörtschach (Österreich) gleich zwei Tennis-Weltmeistertitel : Marc Walder (heute Chef Ringier Schweiz) sicherte sich den Sieg im Herren-Einzel und zusammen mit Michael Ringier (Präsident Verwaltungsrat Ringier) im Herren-Doppel.»

Also ich finde es ok, wenn «Journis» demnächst am Schwarzen Meer wieder mit dem gelben Filz-Ball kämpfen.  Nur möchte ich an dieser Stelle wieder einmal ganz schüchtern nachfragen, ob Journalisten, die in einem  von der Tourismusindustrie gesponserten Journalistenverein sind, nicht vielleicht doch ein klitzekleinwenig beeinflussbar sind?

«Mit einem Minimum an Vereinsmeierei ein Maximum an Nutzen für alle interessierten Kreise zu schaffen».

Tönt für mich als Vereinsziel auch nicht unbedingt nach einem Unabhängigkeit-Manifest der Schweizer Presse.

Der Verein «Travelwriters.ch» organisiert aber auch illustre Podien, an denen sich Schweizer Reisejournalisten von den Kollegen aus dem Ausland den Köpf tätscheln lassen, weil sie niemanden, aber wirklich niemanden an den eigenen Fressnapf  lassen. Schon gar nicht Frechdachse, die ohne Gegenleistung (also Zeitungsartikel) ein Promoreisli buchen wollen. Wo kämen wir denn da hin! Ein «Journalistenpreis» mit knallharten Auswahlkriterien vergibt Travelwriters  selbstverständlich auch.  («Die journalistische Leistung muss klar erkennbar sein.»)

However: Die Domains Gadgetwriters.ch, Motorwriters.ch, Pharmawriters.ch oder Bankwriters.ch wären noch zu haben, falls  jemand einen weiteren Journalistenverein gründen möchte.

Apropos «Gründergöttis», seit wann gibt es  eigentlich in der «Sonntagszeitung» eine Reisebeilage?

Nachtanzeiger (II)

Und wer liefert uns eigentlich in Zukunft die immer absurderen Stories aus dem Nahen Süden? Ein Crashkurs in mindestens sieben Weltsprachen kann sicher nicht schaden, um einigermassen den Überblick über die 500 weltweit zu Tode gesparten Qualitätszeitungen zu behalten. Im Grunde hatte ich ja nichts dagegen, dass sich früher eine «NZZ», ein «Tagi» oder ein anderes regionales Käseblatt darum kümmerte…