Monatsarchiv: April 2009

Kurzer Nachruf

Ich mag es nicht, wenn Medienunternehmen klammheimlich Projekte abwürgen. Das hat irgendwie kein Stil. Besonders  unschön, wenn es sich dabei um ein ehemals mit viel Herzblut betriebenes (übrigens von mir gern gelesenes, weil kritisches) Blog handelt, für welches aber offensichtlich seit der Integration in die «Newsnetz»-Struktur keine  (Schreib-) Ressourcen eingeplant waren. Is ja nur ein Blog. Sowas betreibt man doch locker als Hobby neben der Arbeit. Und manchmal erledigen die Drecksarbeit auch andere.

«5 nach 12» (Mit Extralink!)

1. Beachte den Kodex (Neun12, Ralf)

2. Alter Ego (von und via)

3. Never give up (Neustart, Markus Schneider)

4. Endlose Selbstbetäubung (taz.de, Ulrich Peltzer, via)

5. i ist kein gutes initial (Vague, Peter Praschl)

Und noch der Bonus-Link: Remember Robot Wisdom? Genau so fühlt sich «5 nach 12»-Bloggen an.

Einmal um die Welt für 36 Franken

Die Zuvo Zustell- und Vertriebsorganisation AG ist ein gemeinsames Unternehmen der AG für die Neue Zürcher Zeitung und der Tamedia AG. Die Zusammenarbeit macht den Zeitungsvertrieb nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch umweltfreundlicher, weil Tausende von Fahrzeugkilometer eingespart werden können. Eine Leistung, auf die wir stolz sind.

«5 nach 12» – Folter, Medienlese, Bossi, Zensursula

Heute kurz und knapp, mit 2 x Medienlese-Bashing drin…

1. Lesen und Vergessen (Wochenzeitung, Pedro Lenz)

2. Medienlese: Der moderne Schlägertrupp des Web 2.0 (Hose & Dose, Hose oder Dose)

3. Kein fähiges Modell (Kühlschranknotizen, Falk Lücke)

4. Schweinecontent aus Padanien (via)

5. Warum es um Zensur geht (Jensscholz, Jens Scholz)

PS: Die Rubrik «5 nach 12» ist ein vorübergehendes Linkschleuderprojekt, don’t worry.

Schweinheilige Fragen

«Warum lassen sich Menschen immer wieder ängstigen, obwohl sie aus Erfahrung wissen, dass kaum etwas passieren wird?», frägt heute J-M. Büttner im «Tagi». Also mir kommt das vor wie Realsatire. Oder zumindest so, als ob die eine Hand (Offline-Tagi) nicht wüsste was die andere Hand (Online-Tagi) den ganzen Tag rumwferkelt.

«5 nach 12»

Jede Menge Stoff im Netz (trotz swine flu), na dann wollen wir mal:

1. Der Urheber und sein Dieb (Feynsinn, flatter)

«Es ist traurig: Wenn deutsche Journalisten über das Internet schreiben, haben sie meist Schaum vor dem Mund und schalten ihren Verstand vollständig ab.»

2. Ein zünftiger Abgang (Stilstand, Chat Atkins)

«*Disclaimer: Da die Medienlese ihr Erscheinen eingestellt hat, wird der Stilstand zunächst auch meine medienpolitischen Texte aufnehmen. So wie diesen einleitenden Text. Wie ich hoffe, geschieht dies nicht zum Schaden des Stilstands …*»

3. Wiederholt sich die Geschichte? Das will ich doch gar nicht wissen! (Weissgarnix, Weissgarnix)

«Der größte Fehler, den man der Politik deshalb auch vorwerfen muss, ist der, weiterhin genau jener Elite der Ahnungslosigkeit hörig zu sein, die diese Krise nicht nur nicht kommen hat sehen, sondern die sie darüber hinaus auch jahrelang zu Maßnahmen überredet hat, die jetzt alles nur noch schlimmer machen»

4. Capitalism beyond the crisis (The New York Review of Books, Amartya Sen)

«The most immediate failure of the market mechanism lies in the things that the market leaves undone (via)

5. Brief aus London (Le Monde diplomatique, Neil Ascherson)

«Die Gefährdung der britischen Freiheit geht nicht von einer einzelnen Ursache aus – wie dem Aufstieg einer autoritären Partei oder Plänen zu einer Art Ermächtigungsgesetz. Sie kommt vielmehr aus einer Vielzahl kleiner Maßnahmen und staatlicher Praktiken, die zumeist auf das Konto der „New Labour“-Regierungen von Tony Blair und Gordon Brown gehen. Sie alle zusammen bilden das Gerüst eines Staats, der die Sicherheit über die Freiheit stellt.» (via)

Fremdgeblogge

Hinweise in eigener Sache gelten als eher peinlich. Hängt natürlich auch etwas davon ab, worauf man hinweist. Gerade jetzt, in der grössten Medienkrise aller Zeiten, sind mir solche Konventionen allerdings ziemlich Schnuppe.

Witamy szacowane czytelników z Polski…

…kiedy blogktóregonazwyniktniemożezapamietać, ale jak ona przetłumaczona Journalistenschredder?

Ob das soeben verwendete Gratisübersetzungstool Deutsch-Polnisch was taugt?

Die NZZ meldet…

Erstes Schweizer Blog in diesem Jahr eingestellt! Krise total, aber sowas von. Wenn die «alte Tante» das meldet, melde ich das auch. Und jetzt noch kurz etwas ernsthafter: Schade. Wirklich. Irgendwo hatte ich mal behauptet, die Rubrik «6 vor 9» sei total überflüssig. Dumm von mir, ab Ende April werde ich sie vermissen. Wie auch alle anderen gelungenen Holzmedien-Attacken. Und einige wunderprächtige Kommentarpolemiken der letzten drei Jahre ebenfalls. Shit happens. But there’s still enough shit for everyone…

Kein Scherz mit Blogs

Erstens bin ich ein Tag zu spät, zweitens fühle ich mich fast schon zu alt für so nen Kram und drittens lese ich auch so manche Blogs, die ich nicht unbedingt Herzen würde. Trotzdem nette Aktion.  Und ein Grund mal wieder etwas System in den chaotischen Feedreader zu bringen. Ist dieser zu voll oder zu leer, lese ich mehr oder weniger unsystematisch all die wunderbaren Blogs in meiner Blogroll. Die folgenden Geheim- und Pseudogeheimtipps sollten eigentlich auch längst dort untergebracht sein (plus  einige mehr, die  mir spontan grad nicht einfallen). Mach ich dann mal, wenn ich meine Blogrollüberarbeitungslethargie überwunden habe…

Kaliban -  Kann mich nicht erinnern wann und wie Herr Kaliban in meinem Feedreader gelandet ist. Irgendein Häck?  Nur schon aufgrund der neuen Serie «Kaliban und … erklären sich die Welt» nicht mehr aus meiner Bloglektüre wegzudenken. (Nur die Posts über Games überlese ich relativ konsequent.)

Substanz – Der Name ist Programm. Ziemlich viel CH-Politik. Ziemlich auf meiner Linie. Also durchaus vernünftig. Vielleicht ein Milligram Konservativer, aber das halte ich gerade noch so knapp aus.

STK – Hat irgendwann drüben in der Medienlese ein paar kluge Kommentare hinterlassen. Wo weiss ich jetzt nicht mehr genau. Seitdem lese ich ihn. Mit Vergnügen. Sehr gelungener Bloguntertitel!

Zynaestesie – Zynismus für Fortgeschrittene. Bin immer wieder erstaunt, welche Textmengen manche Blogger auf höchstem Niveau raushauen. Zynaestesie ist einer von ihnen. (Weshalb ich manches davon leider verpasse.)

Stilstand – Chat Atkins andere Kasparbude Wortschmiede. Wolf Schneider 2.0 ;-)

L’Asile dans le Canton du Vaude au jour au jour – Immer auf dem neuesten Stand was in der Schweiz und europaweit in Sachen Flüchtlingspolitik alles verbockt wird.

Pixelfreund – Hoflieferant für Zeitverschwenderspiele. Nur echt mit Antikommerzbutton. Zugtwitterprofi.

Dondahlmann – Blogt «neuerdings» vor allem hier und nicht mehr dort, sollte ich ebenfalls mal anpassen.

Benigni bei den Schweizern

Wer sich einen Roberto Benigni in die Tagesschau holt, muss auf alles vorbereitet sein. Aber seht selbst. (via)

Content is Quark

Eine fabelhafte Rede über das «Internet als Zeitungskiller», Leser als Junkies, wegbrechende Monopole und den Return der McKinsey-Arschlöcher Klone aka «Paid Content»-Dealer gibt es hier.

Neues voms Guantánamo

Während Europäer (und Schweizer) seit Wochen und Monaten abwägen und überlegen, ob sie vielleicht, möglicherweise, unter Umständen, wenn es denn unbedingt sein muss, auch zwei oder drei Guantanamo-Häftlinge pro Land aufnehmen sollen,  handelt ein kleines aber feines, nicht gerade von Wohlstand verwöhntes Völkchen, ohne auch nur einmal mit den Wimpern zu zucken. Und dies bereits seit 2006. Nehmt euch ein Vorbild an den Skipetaren, kann man da nur sagen.

Grad beim googlen festgestellt, die waren früher auch schon mutiger als andere.

Bratwurstlogik

Pah, da will der Herr Professor eine professionelle Wurstbude betreiben…

«Wir werden deshalb im Restaurant HSG die Bratwurst pflegen, die man ja bekanntermassen für einen Fünfliber in die Hand bekommt, zumindest ohne Brot. Aber wir werden sie so schmackhaft machen, dass viele dafür auch von weit her nach St.Gallen kommen und Fünfliber dafür bezahlen…» [hier nachzulesen]

…und macht gleich einen auf Wurstbudenkrieg, nur weil eine angehende Hebamme etwas Globalisierungstheater in seiner heilen Wurstbudenwelt aufführen will. Merken Sie sich eins Herr Bratwurstdealer, wir sind alle Hebammen!

Migrosrant

So, jetzt reichts! Langsam wird es peinlich wie «Tamedia» diesem Grossverteiler pausenlos Gratispromo um den Bart schmiert. Ein halbes Jahr Newsnetzlen und bereits über 55 komplett irrelevante Updates, die allerdings nie als  Publireportagen gekennzeichnet sind. Logisch: Hat ja auch niemand was dafür bezahlt. Vermutlich.  Ich sag euch jetzt mal was: So wird das nix mit der Rückeroberung des verlorenen Sohnes Gratisblattfinanzierers. Dutti hätte aus solch devoten Rektaltextern maximal Frutti gemacht, aber nie, nie im Leben ein Job hinter der Kasse angeboten.

Dubais Nightmare

Frage mich gerade, was ich gelungener finden soll, obige, kaum beachtete Kurzdoku des englischen Filmstudenten Philip J. Wiseman mit dem Titel «Decadent Dreams»  (Stand heute: 33 views), oder die grossartige Reportage von Johann Hari im Independent, welche die glitzernde Skyline Dubais ziemlich blutverschmiert hinterlässt…

Anonyme Freiräume

Ein wahrhaft gelungener Schlusssatz, wie ich finde:

«Ich denke, wenn wir jetzt nichts unternehmen, dann werden wir keine anonyme Bewegungsfreiheit in unserer Gesellschaft mehr haben. Jetzt gilt es Zeichen zu setzen. Und jetzt gilt es, jeder für sich, aber auch als Gesellschaft,  dafür einzutreten, dass es diese anonymen Freiräume, die konstitutiv für unsere Gesellschaft sind, auch weiterhin gibt – auch im digitalen Raum.»

Den ganzen Film dazu noch 6 Tage bei ZDF gucken, oder später als Schnippselwerk auf Youtube. (via)

Unterschätzte Berufsgruppen

Heute: Der/die Sekretär/in. Es gibt sogar solche, die sichten, bearbeiten und beantworten mündliche und schriftliche Anfragen und Korrespondenzen von über 40 superseriösen Firmen – gleichzeitig!

Sie nennen es Arbeit Studie

Man könnte natürlich auch einfach mal fragen, ob man sogenannte Studien über das Medienverhalten von Herrn und Frau Schweizer, die von PR-Agenturen durchgeführt werden, welche laut Eigendeklaration zu den «führenden Partnern für die Konzeption und Realisation integrierter Marketing und IT-Grossprojekte» gehören, was sich ja durchaus an den Referenzen ablesen lässt, nicht besser gleich ungelesen dem Schredder übergibt?

Kostnix

simpsons

«Academic Earth is an organization founded with the goal of giving everyone on earth access to a world-class education…» hört, hört, dann fangen wir doch gleich mal mit der Itchy&Scratchy Show an. (via Archivalia)