Monatsarchiv: März 2009

Fehlerkultur

Könnte zum Beispiel so aussehen. Andere wie «Krone.at» oder «Gizmodo» lassen PR-Dreck à la Hotelicopter einfach mal ein paar Tage stehen, bis der verkokste Guerilla-Marketer die Aktion auflöst…

Wucher

Heute vor 120 Jahren gab es die meisten Schweizer Tageszeitungen in New York, Buenos Aires oder Tokio noch für cirka  44 Franken im Jahresabo.  Inflationsbereinigt wohl immer noch wesentlich günstiger als heute

Démontage

Lieber Peter Rothenbühler, das war definitiv kein brillianter Auftritt: Auf dein Bankkonto soll der Staat nur auf dringendsten Verdacht Zugriff haben (stimme zu), Cumulus-Karten findest Du doof (ich auch), aber den Abdruck deiner Pfoten möchtest Du am liebsten direkt in sämtliche Polizeicomputer einspeisen lassen («falls im Urlaub mal der Pass verloren geht»). Was für ein Widerspruch! Schon mal was von Doppelmoral gehört? Ok, eine TV-Sendung, die vom Bankgeheimnis über Biometrische Pässe bis zu Facebook und Google mäandert bietet viele Fallstricke. So viele aber nun auch wieder nicht, dass man sich vom Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten als «Naivling» vorführen lassen muss. I am somehow sorry, der frei gewordene Tagi-Chefposten ist damit wohl abgehakt. Aber hey, im «demokratisierenden» People-Journalismus braucht es nach wie vor gute Leute.

Keep going Fahad

Wer den Film «La Forteresse» gesehen hat, den dürfte auch das Schicksal des irakischen Übersetzers Fahad K. interessieren. Seine Ausweisung Richtung Schweden steht unterdessen fest, trotz heftiger Proteste eines spontan gegründeten Unterstützungskommitees rund um den Filmregisseur Fernand Melgar. Warum die Schweiz – Schengen hin oder her – nicht mehr bereit ist, Flüchtlinge vor einer möglichen Auslieferung in den Tod zu schützen, bleibt ein Rätsel, an dem sich eines Tages Historiker die Zähne ausbeissen dürfen.

Für alle Biometrie-Fans

Sicher ist,

dass nichts sicher ist.

Selbst die Biometrie-Groupies der «NZZ» werden in einer zweiten Abstimmung

die eigene Position

nochmals überdenken müssen.

Tagi im Gespräch mit Magi

Finde nur ich das komisch, wenn der Chef vom «Tagimagi» den Fastchef vom «Tagi» auf DRS4 interviewt?

Debora Serracchiani


Italeins Mitte-Links-Bündnis hat eine neue Hoffnungsträgerin. Zumindest glauben viele italienische Blogger seit obigem Parteiauftritt feste daran und verlinken das Video wie wild. Und ich warte jetzt einfach mal bis der erste Bericht über «La Obama» in einem verschnarchten deutschsprachigen Medium erscheint. Debora Serracchiani, ein Name, den man sich für die Zukunft wohl merken muss.

NZZ geht unter die «Verschwörungstheoretiker»

Gestern stand ich kurz davor Gift und Galle über diesen unglaublich dämlichen «Rundschau»-Bericht auf SF1 zum Thema Biometrische Pässe in die Tasten zu hauen. Leider ist mir nicht mehr dazu eingefallen, als dass der Bericht unglaublich dämlich war. Heute ist mein Ärger wie verflogen. Na ja, nicht ganz: Fuck you Rundschau Danke NZZ!

Weil

Sapperlot!

(via lesienmede)

«Newsnetz und andere Nachrichtenseiten sind schrecklich»

(Achtung, jetzt wirds etwas melodramatisch) Würde man mich auf eine Holzbank knebeln, um mir ein Geständnis abzuringen, warum mir das «Gefühl» für Tageszeitungen etwas abhanden gekommen ist, würde ich vermutlich – noch vor der ersten Runde Waterboarding – einfach auf diesen Artikel von HP Spörri verweisen. (Nur das mit den Hyperlinks klappt bei der woz noch nicht so ganz.)

Outperformed

Huh? Letzter Blogeintrag aus Versehen gelöscht. War nichts weltbewegendes. Leid tut es mir höchstens für die mitgelöschten Kommentare.  Äxgüsi. Weiter geht’s hier trotzdem. Und zwar mit dieser wichtigen Eilmeldung.

Paranoia City

polizei_england1

Jeder ein Hilfssherif, jeder verdächtig, designed by London Metropolitan Police (via).

Pour que les gens sachent que nous existons


Nicht im Kino, dafür hier, die 30 Min. Doku über die Zürcher Kirchenbesetzung von Ende Dezember. (via)

Top Secret – You are Fired!

Stellenabbau ist bei Tamedia oberste Geheimsache. Zumindest bekommt den Eindruck, wer sich durch die Tamedia-Mitteilungen bis 2002 zurückklickt. Maximal ist von «Umstrukturierung» oder «Zusammenlegung» die Rede. Die offizielle Sprachregelung lautet jedoch «Herr Soundso, Frau Soundso verlässt». Wetten dieses Jahr kommt Tamedia nicht umhin das böse Wort Stellenabbau in den Mund zu nehmen? Zu Massenentlassungen kommt es spätestens…

…wenn Tamedia die Katze aus dem Sack lässt, welche der beiden Berner Zeitungen überleben darf.

…wenn Konkurrent «.ch» das Zeitliche segnet und die Verdrängungspostille «News» eingestanzt wird.

…wenn das Synergiepotenzial der Trashplattformen «Newsnetz» und «20 Minuten» angezapft wird.

Bis dahin heisst jede weitere Redaktionsausblutung weiterhin euphemistisch «Herr/Frau Soundso verlässt.»

Der mit den Medien tanzt

bundesrat

Heute einfach mal eine Umleitung zu Old Photoshopperhand Moritz L.

Schweizer mit 1/4 Migrationshintergrund

Oh, sehr cool. ras von der NZZ greift ein Thema aus diesem Blog auf. Zwar ohne die Quelle zu nennen, aber immerhin kommt er zum gleichen Schluss wie ich: Die Nennung der Nationalität in der Kriminalberichterstattung macht keineswegs in jedem Fall Sinn. Auch mit dem Wort «Migrationshintergrund» kann sich die NZZ wenig anfreunden. Insofern, danke für die ausführliche Nachberichterstattung.

Offline First

«Ziel der Massnahme ist es, trotz Abbau von insgesamt sechs Arbeitsplätzen die bisherige Qualität der elektronischen Berichterstattung zu erhalten.» Moment! Ich muss das kurz auf dem Baz-ePaper nachrechnen. «Vereinfachte Strukturen»? Ja, schon. Ich würde zwar eher sagen: Very-Online-Light. Also eigentlich «Tagi» mit Baz-Logo. Fürwahr eine in die Zukunft gerichtete Strategie…

How to Destroy a Fox News Anchor

Wer jahrelang den Wirtschaftseliten die Füsse küsst, kann auch mal an den falschen Interviewpartner gelangen. Anschauungsunterricht gab kürzlich der wenig auf den Mund gefallene Bürgermeister von Lansing Wisconsin auf FoxTV.  Fünf Minuten hervorragendes Politainment . (via)

Hass auf wen?

Stefan Niggemeier wagt einen Blick in die untiefen der Journalistenpsyche:

«Journalisten nutzen das Internet, um die berechtigte Kritik an ihrem eigenen Vorgehen systematisch auf die Amateur-Publizisten zu projizieren. Womöglich hat das nicht nur eine strategische, sondern auch eine psychologische Komponente und hilft irgendwie, den unterschwelligen Selbsthass zu kompensieren.»

Eine fast noch plausiblere Erklärung hält ebendort Kommentator Haco bereit:

«Sie sind über Nacht alt geworden, und dafür hassen sie die Jugend.»

Ich will ja nichts heraufbeschwören, aber wenn man eins und eins zusammenzählt, und Studien werden dies sicher in Kürze belegen, dann dürfte «World of Newsroom» bald schon auf dem Index jugendgefährdender Spiele landen.

Just for the Record

Das alte Bankgeheimnis ist nicht mehr. Die historische Pressekonferenz. Nächste Krisensitzung.