Oho, dieser Obama ist aber wirklich ein Charmeur. Als Reporter im Weissen Haus wäre es mir eher peinlich als Akteur in diesem Film aufzutauchen. «Hi, Mr. President!», Schleimspur hier, Schleimspur dort. Ein Tätscheln hier, ein Handshake dort. Dieses Video sollte an jeder Journalistenschule zum Pflichtstoff erklärt werden. Thema: «Richtiges und katastrophal falsches Verhalten gegenüber dem Gegenstand der Berichterstattung». Von falscher Anbiederung, über absolute Distanzlosigkeit, bis zur übermässigen Bewunderung, ist alles mit dabei.
Zitat
«Es hat sich im Internet – vom Journalistenschredder bis hin zu Gawker – eine neue Form der Medienkritik herausgebildet...»
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Spielregeln

Kann – und will ich in dieser Form nicht akzeptieren!
Habe hier in Brasilien – nicht viel gesehen!
Allerdings – frei jugendlich, hat er geredet! Keine Zettelchen irgendwelcher Reden -
schreiber – nachgeäfft! Für mich, sehr große Nähe – zum Volk – nicht nur zu schleimigen
Eliten – praktiziert!
Nun – eine neue Zeitrechnung hat für das amerikanische Volk mit ihm begonnen!
Hoffe, daß er es auch vollenden kann – nicht von der Vergangenheit eingeholt wird!
Ich wünsche es ihm von Herzen,
sein ehrliches, erfrischendes Lächeln hat mich überzeugt!
… damit jene, die noch nicht verstanden haben, auch noch begreifen, wie Journalismus funktioniert?
@Hans Axnix: Damit wir uns richtig verstehen, Obama hat mehr oder weniger alles richtig gemacht, oder sagen wir, sich einfach so verhalten, wie sich ein Politiker mit überdurchschnittlichem Talent in einer solchen Situation verhält. Nicht die Volksnähe, wenn wir so nennen wollen, ist das Problem. Was mich an einigen Journalisten in diesem Film vielmehr irritiert, ist die äusserst devote Haltung. Vielleicht interpretiere ich aber auch zu viel da rein.
eine devote haltung ist gegenseitigem respekt nicht gerade förderlich, und dieser hingegen ist einer befruchtenden intereffikationsbeziehung zwischen obama und journi wieder sehr zuträglich – aber vielleicht läuft das in den staaten ganz anders, da leckt man dem star, sei es obama oder clooney, wohl einfach die füsse…?
Ätzend, aber nicht überraschend. Bei Obamas Replik auf die kritische (und berechtigte) Frage des Politico Reporters (3:23) wird klar, worum es hier geht: Ein erstes Hallo, ein paar Softnews und etwas Smalltalk ohne Champagner.
Pingback: Barack Obama und die Journalisten » ronniegrob.com
Ist das nicht einfach ganz pragmatisches Geben-und-nehmen? Auch Obama ist schliesslich nur ein Präsident/Mensch – von den JournalistInnen gar nicht zu reden.
Natürlich … aber leider stehen die wenigsten Journalisten dazu, dass sie ständig mit den Objekten ihrer Berichterstattung kungeln.
@medienspiegler: Es erwartet niemand von Journalisten, dass sie alle ihre Objekte der Berichterstattung dauernd nur misstrauisch anknurren. Aber das Video zeigt mir einen “Star” und viele “Fans” – und das erwarte ich nicht von einer Beziehung, die eine Berichterstattung zur Folge hat, die sich unabhängig oder wenigstens irgendwie objektiv nennt.
Wie eine Schar Kinder, die darum ringt, auch einmal das Händchen von Mr. President schütteln zu dürfen…
Aber wirklich clever, wie Mr. President sich da einschmeichelt. Bei der Fülle an Problemen und den hohen Erwartungen ist er darauf angewiesen, in Zukunft nicht zu viel Energie ins Abwenden medialer Attacken investieren zu müssen. Man mag gespannt sein, wie in drei Jahren über ihn berichtet wird, wenn er zu einer Wiederwahl antreten will…
finde das nicht so schlimm. die leute, die in diesem press room sitzen, werden das in den nächsten vier jahren praktisch täglich tun, um die täglichen briefings des press secretary oder die pks des präsidenten selber anzuhören. sie sind quasi die lokaljournalisten des weissen hauses. dass die sich erst mal freundlich begrüssen ist klar. dass ist hier im umgang mit stapis, regierungsräten und parteipräsidenten genau gleich und auch unabdingbar. sind beide professionell, kriegen sie mit der zeit so eine working relationship hin und schreiben ihn rauf oder runter. nett sein werden sie trotzdem.