Endlager
Für geografische Nieten wie mich, die sich immer mal wieder fragen, wo ist eigentlich der Randen, der Wellenberg oder das Zürcher Weinland, hat die «NZZ» endlich mal ein nettes Endlager-Widget gebastelt. Das ist jetzt vielleicht grafisch nicht ganz so toll umgesetzt, aber es zeigt trotzdem, mit welch einfachen Mitteln man in diesem Internetz sinnvoll Zusammenhänge einfach Darstellen kann, wenn man den will.
Ich persönlich bin ja immer noch überzeugt, dass man diesen Strahlekram gar nicht erst Endlagern sollte, weil das menschliche Hirn von der Speicherkapazität her schlicht überfordert ist, sich an Dinge zu erinnern, die vor hunderten, geschweige denn tausenden von Jahren, irgendwo verbuddelt wurden. Aber die Stromlücken-Experten wollen das so. Weil «Endlager», das tönt so beruhigend. Allerdings habe ich bis heute noch kein vernünftiges Argument gehört, warum man das Zeug nicht oberirdisch lagern sollte, sagen wir mal, bis man es bequem mit dem Space-Taxi mindestens auf den Mond verfrachten kann.

Ich weiß gar nicht was du hast. Immerhin sind das wenigstens Tonsteine, die sind wasserdicht, und wenn die Behälter mal kaputtgehen, dann hat das Zeug mit die besten Sorptionseigenschaften überhaupt. Da hat zur Abwechslung mal jemand mitgedacht.
Bei uns lagern die Schwachköpfe den Atommüll in Salzstöcken.
Es gibt derzeit weltweit mindestens 200.000 Tonnen ausgebrannte Brennstäbe. Die größten Trägerraketen (DeltaIVH bzw Ariane ECA) können pro Start je etwa zehn Tonnen Nutzlast in den Lunar Transfer Orbit bringen. Pro Start brauchen sie ca. 200 Tonnen Treibstoff. Und die Brennstäbe sind erst der Anfang.
Reicht das als vernünftiges Argument?
Deswegen sag ich ja, abwarten und Tee trinken, und das Ganze in der Zwischenzeit oberirdisch lagern. Anstatt aus den Augen aus dem Sinn. Vor allem aber: keine zusätzlichen Brennstäbe produzieren.
Naja, ich seh halt nicht, wie wir um das Endlager herumkommen. Nur vom abwarten und Tee trinken fällt nun mal keine brauchbare Alternative vom Himmel. Das Problem löst sich nicht von selbst, nur weil man doll genug dagegen ist. Und auch nicht dadurch, dass man keine weiteren Brennstäbe produziert.
Atomkraftgegner scheinen überhaupt kein Interesse an einer Lösung zu haben. Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals aus der Ecke auch nur ein ansatzweise vernünftiger Vorschlag gekommen wäre. Die sind im Grunde ganz glücklich mit der Situation.
Das sieht man ja am Schacht Konrad: Da hat man endlich mal ne halbwegs sichere und geologisch stabile Alternative zu den ganzen absaufenden Salzstöcken, aber nee, da wird ganz groß Rabatz gemacht, damit der ganze strahlende Siff auch bloß bis auf alle Ewigkeit in der Heide rumliegt.
Und das schöne: Wenn dann tatsächlich mal was schiefgeht, dann kommen nämlich sofort alle aus den Löchern, die die ganze Zeit alles tun, um ne sichere Lagerung zu verhindern. Dann heißt es nämlich: Ja, das haben wir euch schon immer gesagt.