Journalistenschredder

Gutes tun im Advent

Veröffentlicht in Nicht kategorisiert von ugugu am November 23, 2008

Wichtige Hausmitteilung. Hab mich soeben für das «Adopt-a-Journalist»-Programm angemeldet. Eines möchte ich hier jedoch klar und deutlich festhalten: Der «Unverlinkbare» kommt mir nicht ins Haus. Von Hetzern und Denunzianten wird mir Speiübel. Und sowas tu ich mir selbst in der Adventszeit nicht an.

Update, 24. November 2008: Ich kann den Hinweis auf diesen klugen Kommentar nicht unerwähnt
lassen. (Ein Blog dem ich die «Sprunghaftigkeit» allerdings weitgehend abspreche.)

15 Antworten

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  1. [...] des anonymen Bloggens an und enttarnt gleich einige Blogger. Die Szene jault nicht nur hier und hier auf. Ich persönlich hätte nichts gegen eine Impressumpflicht für Blogs, so wie es sie in [...]

  2. andré sagte, am November 23, 2008 zu 8:04 pm

    @ugugu:
    erbete nachhilfe: was ist so lustig an der häme der deutschen (“adopt-a-journalist”), beim niedergang ihres prints mitzujaulen?

  3. Thinkabout sagte, am November 24, 2008 zu 1:39 am

    Ich bin ähnlich ratlos wie @André, vermute allerdings mal, dass ich so verschiedene Internas zu wenig kenne.
    Darum möge man meine Bedenken als solche von aussen abtun, also naiv, ich äussere sie trotzdem: Das generelle Journalistenbashing ist zwar ganz witzig (Kommentare bei lanu), aber in der Tendenz, die in der ganzen Diskussion je länger je mehr auszumachen ist, verheerend: Genau so, wie es viele Journalisten gibt, die ihrer Berufsverantwortung nicht nachkommen, gibt es Blogger, die ihr Tun als Anonymus oder unter Pseudonym keinerlei Regeln unterstellen und unter diesem Deckmantel denunzieren – oder zumindest schnell die Berührungsangst mit Halbwahrheiten verlieren.
    Wir alle sollten uns hüten, reflexartig in der einen oder anderen Herde mit zu laufen und alles zu verhöhnen, was aus der anderen Ecke kommt. Am Ende sitzen wir nämlich alle im gleichen Boot – und rudern darin mit auf dem Weg in die Web-Zukunft, für die wir bezüglich Glaubwürdigkeit mit verantwortlich sind – auf beiden Seiten. Blogger und Journalisten, und beide, ganz egal, ob mit Klarnamen oder vollständig anonym unterwegs.

    Und mit Verlaub: Für die meisten von uns wäre es eine echte Herausforderung, in einer von Marketing-Steuerungen beherrschten Online-Verlagswelt Qualitätsanforderungen des gehobenen Printjournalismus persönlich weiter anwenden zu wollen. Denn noch immer gibt es kein Portal-Modell, das für sich gerechnet in seinem Online-Auftritt kommerziell rentabel wäre. Entsprechend riesig ist der Druck für online arbeitende Journalisten – und für jene im Print mittlerweile genau so. Denn im Verlag mitgegangen ist mitgehangen. Mit 20% geringeren Werbeeinnahmen seit Oktober sowieso.

    Wir sollten also mehr differenzieren. Und dazu übergehen, so überheblich zu werden, dass wir uns einbilden, unser eigenes Tun wäre nicht bedeutungslos für die allgemeine Entwicklung des Web.

  4. ugugu sagte, am November 24, 2008 zu 8:10 am

    am niedergang des printjournalismus ist grundsätzlich nichts lustig. übrigens steht da auch klar und deutlich zu lesen “lacht sie nicht aus”. darüber hinaus ist humor eine diffizile angelegenheit, ich halte es allerdings nicht für primär meine aufgabe oder diejenige irgendeines anderen bloggers, verlage vor ihrem niedergang zu retten. dazu fehlt mir etwas der missionarische eifer. wenn allerdings als direkte folge davon der ruf nach impressumspflichten und kontrolle im allgemeinen lauter wird, bei gleichzeitig zunehmender aggressivität gegen alles und jeden der im netz publiziert, ist es allerhöchste zeit gegensteuer zu geben.

  5. andré sagte, am November 24, 2008 zu 8:57 am

    @ugugu:
    …RUDELJOURNALISMUS kritisieren, dagegen sehr…

  6. ugugu sagte, am November 24, 2008 zu 9:30 am

    @andré: mir persönlich sind adoptions-aktionen zumindest sympathischer als grabsteinaktionen. im ügrigen habe ich grad gelesen, dass es auch verleger gibt, die offenbar der ansicht sind, dass es gegenwärtig keinen grund gibt die verlagsbranche kaputtzusparen.

  7. zappadong sagte, am November 24, 2008 zu 11:20 am

    Ich sitze – mal wieder – im falschen Film.

    Journalistenbashing? Das habe ich bei dem Beitrag nicht so empfunden – dazu war er mir zu witzig und zu wenig ernst gemeint. Ich habe den Blogeintrag extra nochmals gelesen, um zu sehen, ob mir etwas entgangen ist, aber ich finde ihn immer noch (deftig) witzig.

    Okay. Der Beitrag geht auf Kosten einer Berufsgruppe. Sämtliche Berufsgruppen, denen ich angehöre (ich bin multifunktional) sind regelmässig Opfer von irgendwelchen Attacken. Manchmal nervts, manchmal ist’s lustig. Diese Aktion hätte ich in jeder einzelnen meiner Funktionen witzig gefunden und herzhaft gelacht.

    Adopt-a-Mum. Adopt-a-Teacher. Adopt-an-Author. Adopt-a-Boss (ja, bitte, bin ich hier versucht zu rufen – adoptiert mich, päppelt mich auf, ich bin dankbar für einen Kanten hartes Brot!).

    Ich erinnere mich an sehr ärgerliche (witzig gemeinte) Printartikel über Hausfrauen / berufstätige Frauen / Mütter / Landfrauen / Stadtfrauen – die ich überhaupt nicht witzig fand; der oder die Verfasserin des Artikels aber schon; jedenfalls konnte musste ich das der “originellen” Schreibe entnehmen. Als Lehrerin kippen Journalisten nicht selten ganze Töpfe “witziger” Häme über mir aus und als Chefin muss ich mich des öfteren beim Lesen von Artikeln SEHR warm anziehen. Der Journalist / die Journalistin als Meinungs- und Stimmungsmacherin. Nicht selten auf Kosten irgendeiner Gruppe (vor allem in Lifestyle Magazinen, aber auch in Zeitschriften und Zeitungen).

    Und jetzt sind die Journalisten dran. Willkommen im Club. Vielleicht wäre es an der Zeit, über sich selber lachen zu lernen – oder wenigstens, sich nicht allzu sehr zu ärgern. Und dann selbstbewusst zu kontern. Entweder witzig oder mit scharfer (Schreibklinge).

  8. Frau Müller sagte, am November 24, 2008 zu 11:52 am

    Über Humor, Ironie und Sarkasmus zu disputieren ist ein sinnloses Unterfangen. Man versteht’s halt oder man versteht’s nicht. Mich als Journalistin amüsiert das «Adopt a journalist»-Programm (und ich überleg grad, ob ich mich zur Adoption frei geben soll). Aber ich finde ja auch Blondinenwitze saulustig. Häme und Beleidigungen würde ich nicht mal als solche erkennen, wenn man sie mir um die Ohren schlüge. Dafür bin ich einfach zu wenig narzisstisch.

    Wirklich niederträchtig finde ich das Verhalten von Leuten, die Blogger mitsamt ihrem geschäftlichen Umfeld aufdecken. Denunziantentum ist offenbar eine Ausdrucksweise für Menschen, denen jedes Gefühl von Ehre abhanden gekommen ist.

  9. saizew sagte, am November 24, 2008 zu 12:42 pm

    Sehr fein geschrieben das, Herr ugugu: “wenn allerdings als direkte folge davon der ruf nach impressumspflichten und kontrolle im allgemeinen lauter wird, bei gleichzeitig zunehmender aggressivität gegen alles und jeden der im netz publiziert, ist es allerhöchste zeit gegensteuer zu geben.”

    Für diese zunehmende Aggressivität ist doch der Artikel des Unverlinkbaren der beste Beweis: was dort alles in einen Topf geworfen wird, um seinen Lesern den Beweis zu kredenzen für die Behauptung, “Das Internet ist bööööööööööse (jedenfalls, solange wir nicht die Inhalte bestimmen)!” habe ich in einer derartigen Anhäufung noch nicht gelesen und gesehen. Oder doch, fast, nämlich bei der Kampagne gegen die bösen “Raubkopiermörder” die die unverschuldet notleidende Musikindustrie in den Untergang treibt.

    Es geht anscheinend um nicht mehr oder weniger als um die Vorherrschaft im Netz.
    Und wenn es dazu notwendig ist, eine gewachsene Kultur von freiem Wissen und Kommunikation darüber wegzubeissen, um das eigene, überholte, sterbende Geschäftsmodell zu retten, schrecken manche Journalisten vor nichts zurück.
    Und sie sind nicht allein damit… Werber und Politiker stehen dabei Seit’ an Seit’ mit ihnen.

  10. ugugu sagte, am November 24, 2008 zu 1:24 pm

    frau müller würde ich ohne zu zögern adoptieren. überlegen sie einfach nicht zu lange. allerdings muss ich als kleine warnung hinzufügen: ich kann sie jederzeit mit (wirtschaftliche lage) oder ohne begründung (zu geringer output) wieder auf die strasse stellen, aber das sind sie sich hoffentlich gewöhnt. das geht übrigens fix via telefon oder email.

  11. Frau Müller sagte, am November 24, 2008 zu 4:19 pm

    @ ugugu: Wie bei Kätzchen, so gilt auch bei Journalistinnen: Eine Adoption will gut überlegt sein. Wer sich nämlich nicht gründlich auf die Katzen- und Journalistenhaltung vorbereitet hat, wird nicht lange Freude daran haben. Und lebende Wesen nach Weihnachten wieder auf die Strasse zu setzen, ist herzlos.
    Sie müssen sich also fragen:
    Welcher Journalist passt zu mir?
    Habe ich die Möglichkeit einer artgerechten Haltung? (Rudelhaltung!)
    Verfüge ich über eine ausreichend gut bestückte Bar?

    Ansonsten spenden Sie das Geld gscheiter der Comedia. Die führt gerade eine Sammelaktion für Journalisten in Not durch. Das funktioniert wie eine Spende ans örtliche Tierheim – man hat ein gutes Gewissen und verschont die eigene Wohnung vor Haaren und seltsamen Gerüchen.

  12. ugugu sagte, am November 24, 2008 zu 6:33 pm

    ich lasse die drei punkte noch genauer durch das controlling überprüfen, sehe aber auf anhieb keine probleme. frage 1 spielt keine rolle: es geht ja hier ausdrücklich um eine soli-aktion und weniger um persönliche befindlichkeiten (wenns um die ginge, würde ich eine etwas weniger exzentrische berufsgruppe adoptieren). solange das kein puff mit den adoptions-behörden gibt, dürfen sie gerne ein/ihr ganzes rudel mitbringen. die maxi-bar wurde soeben in den kellertresor verlegt.

  13. Reto Rischef-Rage sagte, am November 25, 2008 zu 1:04 pm

    @ugugu: Vorsicht, sollte der Kontakt mit Journalisten bei dir in der Vergangenheit zu allergischen Reaktionen wie Hautausschlag, Atemnot, erhöhtem Blutdruck, Übelkeit oder unkontrollierbarem Bloggen geführt haben, besteht der Verdacht, dass du allergisch gegen Journalisten sein könntest! In dem Falle wäre eventuell lieber zu einem Aquarium zu raten – Fische widersprechen und haaren auch weniger.

  14. ugugu sagte, am November 26, 2008 zu 7:56 am

    @Reto Rischef-Rage: haha, man unterschätze die fische im haifischbecken nicht, auch die können zuweilen ungemütlich werden. von zitteraalen, giftigen kugelfischen, schwertfischen und aggressiven muränen mal ganz abgesehen.

  15. S. Schneid sagte, am November 26, 2008 zu 10:27 pm

    Auch wieder wahr.
    In der Beiz könnten wir noch 1-2 Journalisten aufnehmen. Vorraussetzung wäre allerdings, dass sie ein Gespür für gute Geschichten und einen eigenen Stil haben und stubenrein sind.


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