Feinde der Presse- und Meinungsfreiheit
Drüben bei der Medienlese gibts ja neuerdings auch Videos. Felix Disselhoff hat sich in einem interessanten ersten Interview mit Dr. Michael Rediske, Vorstandsvorsitzender der deutschen Sektion von “Reporter ohne Grenzen”, über die Pressefreiheit unterhalten. In Westeuropa sieht er die freie Berichterstattung vor allem durch wirtschaftliche Interessen bedrängt.
Solange dies hierzulande noch legal ist, möchte ich in diesem Zusammenhang auch auf den letzten Blogeintrag unseres Medienministers verweisen. Meinungsfreiheit und Pressefreiheit ist jetzt vielleicht nicht dasselbe. Interessant ist es aber trotzdem zu beobachten, wenn eine Partei unter dem Buzzword “Behördenpropaganda” die Meinungsfreiheit einzuschränken versucht.
Wie sehr sich Politiker mit kongruentem Gedankengut zur SVP für die Pressefreiheit einsetzen, lässt sich derzeit bestens in unserem südlichen Nachbarland beobachten: Überhaupt nicht. Angerichtet ist der Schaden allerdings erst, auch dies scheint mir in Italien je länger je mehr der Fall, wenn nicht einmal mehr die Opposition ernsthaft die Kraft aufbringt, für die Pressefreiheit zu kämpfen.
Gut, das ist Italien, sagen sie jetzt vielleicht. Kommt jemandem spontan ein helvetischer Politiker in den Sinn, der sich aktiv für die Verteidigung der Pressefreiheit einsetzt?
Die SVP greift überall dort an, wo Gegenwehr noch möglich ist! ;)
oh, hallo thommen, hab jetzt kurz zwei stunden an deiner aussage rumgehirnt, und komm immer noch nicht ganz dahinter, was du damit genau sagen willst?
Ehrlich gesagt: Ich kann’s nicht mehr hören! Dieses Gejammer über wirtschaftliche Zwänge und Hatz auf Pressefreiheit. In der Schweiz? Möge mir die Kritikergilde die konkreten Beispiele zeigen, in denen wirtschaftliche Interessen – und nicht die Faulheit der Gilde, gepaart mit fehlendem Berufs-Feuer – gutem Journalismus im Wege standen
Wirtschaftliche Zwänge gab es immer. Ja. Wenn ich aber die Kritik von “Reporter ohne Grenzen” richtig interpretiere, richtet sich diese in erster Linie gegen die zunehmende direkte Einflussnahme der Wirtschaft. Ein kleines Beispiel gefällig: Bittesehr.
Bei Zeitungen sieht es nicht besser aus. Schwindende Auflagen bei zunehmenden “Inseratewünschen”. Vom Wildwuchs bei den Online-Angeboten mal ganz abgesehen.
Ich könnte jetzt noch die Geschichte einer grossen Schweizer Tageszeitung erzählen, die nach einem bösen Artikel darüber, wie ein deutscher Grossverteiler, der seit kurzem Lebensmittel in der Schweiz vertickert, seine Mitarbeiter behandelt… schwupps war der Inserent weg. Denkst Du, der Chefredaktor oder die Verlagsmanager sehen künftig gerne kritische Artikel über Lebensmitteldetailhändler?
Klar, Zeitungen können sich anpassen, neue Erfolgsmodelle suchen. Gratiszeitungen etwa. Ich behaupte jetzt einfach mal, schwurblige Stelleninserate à la “PR-Journalist gesucht” gab es vor 20 Jahren noch nicht.
Ehrlich gesagt, von mir aus sollen die Mitarbeiter bei Google jeden Tag die Rutschbahn runtersausen oder sonst irgendeinen Kinderkram anrichten. Mein Interesse für solche ‘Storys’ hält sich in Grenzen. Von was leben eigentlich die, welche noch einigermassen vernünftig recherchieren?
Ja hallo, ist das alles, was Du vorzuweisen hast bezüglich wirtschaftlicher Zwänge in den Redaktionen???
Hätte selber anfügen können, dass zum Beispiel:
- Zeitungsabos gestrichen werden
- Auslandsreisen kaum noch stattfinden
- TV-Journis mittlerweile selber Berichte schneiden
wo bleibt Dein Aufschrei wenn:
- Recherchen kaum noch stattfinden?
- Tageszeitungen auf Redaktionen nicht mehr angenehme Pflichtlektüre sind, sondern von Gratisblättern abgelöst worden sind
- gesundes Feuer im Ranzen – Journalisten durch “geil, habe auch was mit Medien zu tun” – Journis abgelöst werden
Denke, wir meinen (fast) dasselbe – bloss viele Kolleginnen und Kollegen wohl nicht mehr, oder?
Du Journi, ich Blogger ;-) Aber sonst meinen wir wohl ungefähr das Gleiche. Ich stopp dann mal ausnahmsweise den Schredder-Button. Interessante Hinweise, aus welchen Redaktionen auch immer, sind auf diesem Blog immer willkommen ;-)