Buonanotte
Medien haben einen Einfluss. Die Exil-Italiener in Europa haben Silvio Berlusconi gestern wie vor zwei Jahren nochmals einen beeindruckenden Arschtritt verpasst. Ginge es nach ihnen, hätte Veltronis Mitte-Links-Bündnis einen komfortablen Sieg errungen. Aber eben, in Italien war es genau umgekehrt. Gerade jetzt wo die ganzen Berlusconi-Arschkriecher wieder ihr breites Grinsen auf sämtlichen TV-Kanälen ausbreiten, lohnt es sich nochmals Marco Travaglio zuzuhören, wie Italiens Medienlandschaft funktioniert…hüstel…nur Italiens?

Wieso dürfen Bürger, die nicht (mehr) im ursprünglichen Heimatland wohnen, überhaupt abstimmen und wählen?
Ich war vor drei Wochen dort.
Staatsfernsehen, Rai Uno:
- Der Wetterbericht wird von einem uniformierten Militärangehörigen präsentiert (ich musste kurz nachgucken, ob ich wirklich in Italien war)
- Während der Morgennachrichtensendung durfte ein als Sprecher getarnter Herr drei neue Autotypen in ziemlich langen Spots als redaktionellen Teil verkaufen
- Es gibt immer noch in praktischer jeder Show diese halbnackten Damen mit glänzenden Lippen, die kokett ihre Haare zurückwerfen.
In der Pizzeria lief der Fernseher. Berlusconi hier, Berlusconi dort, Berlusconi überall. Eine einzige Show, ein einziger, endloser Werbespot.
Wieso die Italiener so einen wählen, entzieht sich meinem Vorstellungsvermögen.
Schön, dass du diese Fernseh Shows mit diesen Italiener Damen ansprichst, kann mir jemand erklären worum es da geht. Stehe ein bisschen auf dem Schlauch, weil mein französisch recht eingetrocknet ist. Habe mir die schon mehrere male angesehen, komme aber zu keinem vernünftigem Nenner!
@zappadong
Wobei uniformierte Wetterfeen gerade noch sympathische Erscheinungen sind im Gegensatz zu devoten Speichelleckern wie Bruno Vespa….
Also, ich fand den Uniformierten schon recht krass.
@ Flabber: Die Damen sind Deko. Man kann in Italien Karriere machen als solche Dekoware. Ihr alleiniger Zweck: Sexy sein. So wie die Damen beim Genfer Autosalon. Viele der sexy-Damen heiraten dann reiche und einflussreiche Leute.
Das ist übrigens ganz im Sinne von Berlusconi. Während einer TV-Show von einer Studentin befragt, wie sie mit ihrem Gehalt, das sie einmal verdienen wird, überleben soll, hat er ihr geraten, seinen Sohn zu heiraten – oder einen Mann wie seinen Sohn.
[...] Schulterklopfen und die Fischfrau hat mir lachend an den Haaren gezogen. Die Stimmung ist gut, Ugugu. Wir sind prächtig gelaunt. [...]