Journalistenschredder

Facts 2.0 die gefakte und gekaufte Community

Veröffentlicht in Nicht kategorisiert von ugugu am April 14, 2008

Da werden über Wochen und Monate Diskurse inszeniert, ‘kontroverse Debatten’ angeschoben und recht eigentlich alles dafür getan einen Hype um ein Web 2.0-Projekt unter dem Dach eines finanziell erfolgreichen Grossverlages zu kreieren. Und dann? Dann kommt eine integere Persönlichkeit daher, die unter Einhaltung sämtlicher Anstandsregeln seit Adolph Freiherr von Knigge ein Minimum an Transparenz einfordert. Die Reaktion: Anstatt vom implodierenden Lügengebilde zu retten, was noch zu retten ist, wird wild um sich geschossen, als stünde die Mutter aller Facts-2.0-Schlachten kurz zuvor. Zur Not darfs auch mal die Delete-Taste sein.

Der allgemein anerkannte Pressekodex mag für lustige Web-2.0-Projekt gewisse unschärfen aufweisen. Im vorliegenden Fall scheint mir dieser Artikel noch am ehesten zur Anwendung geeignet. Sicher aber ist, dass es sich junge Journalisten zweimal überlegen sollten, ob sie sich für ein 20 bis 40%-Pensum für ein Projekt mit mehr als ungewissem Ausgang einspannen lassen. Anderweitige, unentgeltliche Versprechungen in die Zukunft sind bei solchen Projekten in aller Regel fürn Arsch, nur um dies hier auch einmal in aller Deutlichkeit zu erwähnen.

Der einzige, der seine Mitarbeit als ‘Kolumnist’ in diesem Talentschuppen für Blogger von Anfang an klar deklariert hat, ist meines Wissens ‘Thinkabout‘. Zusätzlich geleistete Community-Arbeit mag für den einen oder anderen Blogger im Moment noch mit ‘viel Spass’ und ein paar Klicks auf das eigene Blog entschädigt werden. Man braucht sich dann allerdings auch nicht sonderlich darüber aufzuregen, wenn altgediente Printjournalisten wieder einmal Spott und Häme über die ‘gekaufte Bloggerszene’ ausschütten, die gleichzeitig ihre finanzielle Existenz und diejenige aller anderen schreibenden Zünfte untergräbt.

19 Antworten

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  1. Defi Uur sagte, am April 14, 2008 zu 9:46

    Ich bin erstaunt! Gibt es bei Facts 2.0 überhaupt relevante echte Benutzer und nicht nur solche von der Tamedia und befreundeten Medienhäusern? Who’s who?

    Das Fehlen eines Impressums ist echt peinlich. Und wer wie Reichenstein und Lüscher austeilt, dann andere aber als Troll beschimpft, zerstört doch das eigene Glashaus.

    bugsierer ist auch nicht immer auf meiner Linie, aber hier hat er ein echtes Problem aufgedeckt.

  2. leu sagte, am April 14, 2008 zu 9:59

    Danke für diesen Beitra. Mir fehlen einfach die Worte um auszudrücken was ich von Facts 2.0 halte. Ich finds echt doof was dort abgeht und versuche jetzt mal einen Account zu löschen.

  3. Defi Uur sagte, am April 14, 2008 zu 10:08

    Account löschen geht nicht. Wie man eigene Texte auch nicht löschen kann (nur Kommentare). Man muss an den Chef schreiben um das gelöscht zu erhalten.

  4. Defi Uur sagte, am April 14, 2008 zu 10:13

    Ich lese immer noch im Thread um den es hier geht. Uertner war auch bezahlt? Tss tss tss. Und das anonym!? ich dachte die Facts-Macher lehnten die Anonymität ab?

    Immerhin geben die Net-Metrix-Zahlen den Machern nicht recht. Anstatt eine Chance zu packen und Facts 1.0 freizugeben, hat Tamedia sich in eine Falle mit Facts 2.0 manövriert mit grossem Rufschaden.

    Umgekehrt muss man auch sagen: Ein Projekt vom Leiter der Dating-Website der Tamedia und einem nach Japan exilierten Schweizer Webdesigner hat sowieso etwas seltsames. Hätte man es nicht wissen müssen?

  5. ugugu sagte, am April 14, 2008 zu 10:20

    Defi Uur, da du offenbar selbst über ein Blog verfügst: Dürfte ich dich bitten, dieses in Zukunft zu verlinken, vielleicht interessiert mich ja, was meine Leser so schreiben?

  6. Defi Uur sagte, am April 14, 2008 zu 10:33

    @ugugu: Ich meinte eigene Texte bei Facts 2.0. Die kann man dort einstellen. Mein exotisches Blog über japanische Kunst (auf englisch) möchte ich hier nicht exponieren.

    Dass ich Redaktor bin, steht in meinem Profil, direkt neben der Dächlikappe.

    Das Profil kann aber ein Leser nicht aufrufen. Nur ein Benutzer. Ich gehe von jetzt einfach davon aus dass ein Facts 2.0-Benutzer im zweifelsfall ein Tamedia-Mensch ist.

  7. ugugu sagte, am April 14, 2008 zu 11:11

    @Defi Uur
    Abgesehen davon, dass ich mich durchaus für japanische Kunst interessiere, ging es mir eigentlich eher darum klarzustellen, dass ich mein Blog als den falschen Ort betrachte, um allfällige Privatfehden zwischen dir und am Projekt Facts 2.0 beteiligten Personen auszufechten. Vielleicht habe ich deinen zweiten Kommentar aber auch überinterpretiert.

  8. redder sagte, am April 14, 2008 zu 11:31

    …ein produkt mit 2.0 im namen. naja, stinkt nach „wir wollen auch dabeisein“. ich hab mein facts-profil verwaisen lassen, als ein freund für einen beitrag gezüchtigt (gelöscht) wurde. web2.0 mit zensur und tendenziösen beiträgen? nein danke.

  9. bugsierer sagte, am April 14, 2008 zu 11:37

    merci für den support und die „integre persönlichkeit“, hüstel ;-)

    hm, dass die profile für nicht angemeldete user nicht erreichbar sind, ist mir gar nicht aufgefallen, weil ich immer automatisch angemeldet bin. tja… was soll man jetzt auch noch dazu sagen?

  10. leu sagte, am April 14, 2008 zu 11:49

    Immerhin wird der Schaden nicht allzugross sein wenn man bei TAMEDIA die Aktion abbrechen wird. Ein bisschen OpenSource Scripts und einen Mann den man Opfern muss.

    @bugsierer!

    Sicher bist du Integer. Beschwer dich mal offiziel bei der Tamedia. Das ist rufschädigung was die machen!

  11. bugsierer sagte, am April 14, 2008 zu 1:05

    @leu: beschweren? dazu hab ich keine lust. ausserdem sagt oliver in seinem letzten kommentar: „… hier ist Durch Dein penetrantes FACTS-Macher-Bashing wieder ein riesen geiler Zeppelin hochgestiegen, …“. ich nehme mal an, dass dieser zeppelin sogar bis in die chefetage hochgestiegen ist. die ist noch eine etage höher als die beschwerdestelle… ;-)

  12. Chat Atkins sagte, am April 14, 2008 zu 1:35

    Solchen Blog-Fehden unterm Schweizerkreuz lässt sich ihr charmanter dörflich-volkskundlicher Charakter nicht absprechen.

    ;-)

  13. bugsierer sagte, am April 14, 2008 zu 2:46

    oh, selbst der herr atkins persönlich verfolgt unsere netten lokalen fehden, wie schön. freut mich, wenn sie sich gut amüsieren. empfehlen sie uns weiter.

  14. Chat Atkins sagte, am April 14, 2008 zu 3:16

    Ja – eine folkloristische Welt, wo die Zeppeline unbeschwert bis in die ambrosiaumwehten Chefetagen steigen und die Luftschiffwerft sich auch noch ‘facts’ taufen darf, die hat’s nicht überall.

  15. Facts 2.0 am Ende? | der leumund! sagte, am April 14, 2008 zu 8:13

    [...] Arbeitspensen herschen und wer diesen Schwachsinn zu verantworten hat kann man dann gerne in der Journalistenschrederei nachlesen. Ich denke dass diese Contentklauerei unter dem Motto Communitybildung von der Tamedia in den [...]

  16. romanmoeller sagte, am April 15, 2008 zu 1:11

    Was mich interessiert: diese Mitmach-Nachrichten-Portale gibt es ja mittlerweile wie Sand am Meer. Ist das hier nur ein Einzelfall oder ist zu befürchten, das auch andere Portale dieser Art mit ähnlich zwielichtigen Praktiken unterwegs sind?

  17. [...] Das Ende der elitären Community Veröffentlicht in Nicht kategorisiert by ugugu am April 23rd, 2008 Herr Leumund hat sich da mal kurz was überlegt, in welche Richtung sich die Newscommunity Facts 2.0 bewegen müsste, um Bloggern tatsächlich einen Mehrwert zu bieten. Seien wir ehrlich, das Konzept elitärer Debattierkclub ist kläglich gescheitert. Welcher Elite überhaupt? Und was bleibt jenseits eines undurchsichtigen Textauswahlverfahrens von dieser inszenierten Community? [...]

  18. uertner sagte, am April 24, 2008 zu 10:22

    @Defi Uur Um es hier nochmals klarzustellen: „uertner“ war ab Dezember 2007 eine Anstellung in Aussicht gestellt worden. Ab 1. Februar 2008 war er offiziell angestellt. Er drängte sogleich auf die Erstellung eines Impressums, wurde aber auf später vertröstet. Den Vertrag unterzeichnete er Anfangs März. Nun trat er auch unter Klarnamen auf. Ein Impressum liess weiterhin auf sich warten. Gegen Ende März wurde „uertner“ gesperrt und der Redaktor unter Klarnamen entlassen. Die Abgrenzung zwischen dem „uertner“ und dem Redaktor mit Klarnamen erwies sich als problematisch und die von „uertner“ geäusserten Meinungen widerstrebten der Redaktion. Hier zeigt sich das Problem, dass „Uertner“ zwar wegen seiner pointierten Äusserungen angeheuert wurde, sobald er aber angestellt war, als Teil der Tamedia-Konzernkommunikation hätte funktionieren sollen: dies war wohl ein Missverständnis auf beiden Seiten.

  19. [...] Alles wie gehabt, einfach nochmals ganz vorne angefangen? [...]


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