Journalistenschredder

Henry Schreibblockade, Journalist, ein Fall für die Online-Psychologin

Veröffentlicht in Nicht kategorisiert von ugugu am März 9, 2008

Let’s face it: Zeitungen und damit auch der Berufsstand des Journalisten befinden sich mehr und mehr in der Defensive. Umstritten ist derzeit noch, ob sich mit Kamikazeaktionen à la Gratiszeitung die Verlags-Karrossen aus dem Dreck ziehen lassen. Im Web schleifen Zeitungsverlage ohne Bedenken journalistische Grundsätze, wie etwa die strikte Trennung von redaktionellen Inhalten und Werbung. Nicht nur Regionalzeitungen, die sich den Kräften des lokalen (Anzeige-) Marktes immer schon schlechter entziehen konnten, sondern gerade auch die grossen Schlachtschiffe unter den Verlagen. Dass sich dies wiederum negativ auf das Selbstverständnis der schreibenden Zunft auswirkt, ist die logische Konsequenz. Kein Wunder wenden sich Journalisten wie Henry Schreibblockade an Online-Psychologinnen wie Elisa:

Eliza:>Hallo, ich bin Eliza. Erzähle mir von Deinem Problem…
Henry: Ich bin Journalist
Eliza:> Fast jeder ist hin und wieder Journalist .
Henry: Nein, Blogger sind keine Journalisten
Eliza:> Du lenkst ab!
Henry: Mein Problem ist ja auch ein anderes…
Eliza:> Das ist zwar hart, aber nicht ausweglos.
Henry: Ich leide unter einer Schreibblockade, wir Journalisten werden nicht mehr Ernst genommen
Eliza:> Warum glaubst du das?
Henry: Schau dir doch nur mal diese ganzen „Watch-Blogs“ an, jeder kritisiert uns, dabei verdienen wird nicht einmal überdurchschnittlich…
Eliza:> Wirklich?
Henry: Es gibt Ausnahmen…
Eliza:> Das führt zu nichts.
Henry: Die Chefredaktoren verlangen weniger Kritik…
Eliza:> Mmh..
Henry: Wegen der Werbung…
Eliza:> Kannst du mir das genauer erklären?
Henry: Eine halbes Jahr lang war auf der Titelseite unserer Zeitung dieses Inserat für die Unternehmenssteuerreform II platziert, was sicher nicht schlecht ist, von irgendwas werden unsere Löhne ja bezahlt, aber…
Eliza:> Wir können nur miteinander reden.
Henry: Als Journalist und Kleinaktionär war ich gegen die Steuerreform, aber unser
Chefredaktor…
Eliza:> Was wäre, wenn du gegen die Steuerreform, aber unser Chefredaktor
wärest?
Henry: Der gibt seinen Posten nie und nimmer her!
Eliza:> Willst du mir nicht dein Problem erklären?
Henry: Ich habe einen Kommentar für die Steuerreform geschrieben, obwohl ich
eigentlich dagegen war, ich werde langsam Schizophren, das ist das Problem.
Eliza:> Und – was jetzt?
Henry: Sagen meine Redaktions-Kollegen ja auch, aber…
Eliza:> Wie wichtig ist für dich der Job?
Henry: Na ja, ich hatte mal Ideale…
Eliza:> Ja.
Henry: Ich wollte nicht bloss an der Oberfläche kratzen, sondern Skandale in Politik und Wirtschaft
aufdecken…
Eliza:> Sprich nur ruhig weiter…
Henry: Oder Leuten am Rande der Gesellschaft eine Stimme verleihen…
Eliza:> Es ist besser, wenn wir noch einmal von vorne anfangen. Was ist
dein Problem?
Henry: Ich halte das nicht mehr aus, diese Selbstverleugnung!
Eliza:> Vielleicht solltest du dich entscheiden und zur vorherigen Seite
zurückkehren.
Henry: Hm…
Eliza:> Du weichst aus.
Henry: Machen wir das nicht alle hin und wieder…
Eliza:> Hi.
Henry: Lachst du mich etwa aus?
Eliza:> Was ich denke oder tue steht nicht zur Diskussion.
Henry: Ok, eigentlich hatte ich mir Hilfe von dir erwartet…
Eliza:> Und?
Was würdest du an meiner Stelle tun?
Eliza:> Deiner Stelle tun ?
Henry: Künden, oder weiter sich selbst verleugnen…
Eliza:> Ich sehe, du bist ein schwieriger Fall.
Henry: Ich bin Journalist, mehr nicht
Eliza:> Journalist, mehr nicht zu sein ist kein leichtes Los.
Henry: Ja, eben

4 Antworten

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  1. e. kunzt sagte, am März 9, 2008 zu 4:53

    BEWEGUNG UNTERHALB DER GRENZEN !!!

    Die Gruppe Edvard Kunzt bildet den Fokus für die Erörterung einer künstlerischen Praxis, die heute in herausragender Weise tauglich scheint, die Diskussion um die gesamtgesellschaftliche Entwicklung einer kontrovers bewerteten ‘immateriellen Arbeit’ im Anschluß an die neue kapitalistische Symbol-Ökonomie einerseits, die Theorien u. a. von Edvard Kunzt andererseits um wesentliche Akzente zu bereichern und das darin wirkende Kategoriensystem zu problematisieren und weiterzuentwickeln.
    Diskutiert wird das Potential einer künstlerischen Praxis, die eigenständige radikale Handlungsformen und damit eine gesellschaftlich relevante Durcharbeitung des Verhältnisses von Gesellschaftsentwicklung und Kommunikation ermöglicht. Solche künstlerische Praxis eines konfusionistischen Handelns, das nicht im System der Künste sich erschöpft, sondern an Grenzen, im Unscharfen und unterhalb der nivellierenden Formatierungen operiert, enthält eine brisante Kritik an den gerade in einer verborgenen Tiefe immer noch wirksamen mythologischen Überresten eines emphatischen Subjektbegriffs, wie er auf dem Territorium der Kapitalismuskritik – wenn auch stetig modifiziert – bis heute überlebt hat. Das Problem, wie Kunst durch ihr System und ihre Institutionen als Anerkennung dessen erzeugt wird, was sie trägt in permanentem Selbstzuspruch, ist sekundär und demnach in üblicher Mechanik und ohne Erregung vorauszusetzen. Die entscheidende Frage von Gruppe Edvard Kunzt ist demnach, wie die Intervention in Scheinräumen zwischen operativen Faktoren innerhalb der Kartographien politisch wirksam sind, und nicht, wieweit Kunst in direkter Hinsicht politisch wirken kann. Kunst als Handlung operiert nicht in einem autarken Feld, sondern dem der Gesellschaft, ihrer Medien und Institutionen, Dispositive und Praktiken. Kunst wird im folgenden verstanden als Dekonstruktion von Handlungen, die sich verschiedener Strategien bedienen, nicht zuletzt solcher, die sich dem Umbau der virtuellen Maschinerien, des Netzes und der Verbindung von Ort und Dislokation, der stetig wechselnden Beziehung zwischen virtuellen und realen Räumen widmen. Es ist evident, daß die Organisation der Wissenspriviliegien – und vor allem ihre Konkretisierung in Gestalt einer Regulierung des restriktiven Zugangs zu zentralen (digitalen) Wissensdateien – ein Muster für systemische Produktivität entschieden geworden ist und zunehmend noch weiter werden wird.

    Stopp der bloß formalen Ausfransung der Künste und Regressionen auf Gesamtkunstwerkserlösungen !!!!
    Es lebe die illusionierende Kritik an der Selbstverblendung des kontrollierenden Subjekts !!!!!
    Helft uns, indem ihr euch selbst helft!
    Folgt uns! Auf euch hoffen die Millionen!

    Gruppe Edvard Kunzt
    ——————————————————————–
    http://www.myspace.com/gruppeedvardkunzt
    ——————————————————————–

    .

  2. ugugu sagte, am März 9, 2008 zu 7:58

    @Gruppe Edvard Kunz

    Wir nennen es Spam…

  3. carasaysinger sagte, am März 9, 2008 zu 9:07

    Verehrter Ugugu,
    also, die Dame hat nun nicht grade Fachwissen, das muß man schon sagen.
    Ich hab’ sie mit allerlei Fragen gefüttert, die sie als Ablenkung abtat.
    Sehr bedenklich!
    Da bleibe ich doch lieber bei meinem Aromatherapeuten. Der hat zwar nicht 24 Std. Sprechstunde, aber wenn er mal da ist, dann geht er gezielt auf mich ein.
    Wenn Sie mögen, mache ich einen Termin für Sie.
    Der Mann ist top!

  4. Cara sagte, am März 9, 2008 zu 9:13

    Sorry, keine Visitenkarten dabeigehabt eben. Jetzt aber ;)


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