Journalistenschredder

Geld verdienen mit Studien im Web 2.0

Posted in Nicht kategorisiert by ugugu on März 4, 2008

Ich bin da kürzlich über eine Studie gestolpert, die bestätigt, was ich schon länger vermutete: Die Schweizer sind in Punkto Webkompetenz keine kompletten Nieten. Na ja, einige zumindest. Also führte ich mir die Zusammenfassung der Studie Web 2.0 in der Schweiz” zu Gemüte. Warum mich folgende Infografik an die Wahlen in Russland erinnert, ist mir jetzt gerade entfallen:

Web 2.0 Styropor

Ist es also tatsächlich an der Zeit unser Land in Schweiz 2.0 umzubenennen? Mein erster spontaner Gedanke war eher: die Studie ist das Papier nicht wert, auf der sie geschrieben steht. Weder hinsichtlich Validität noch in Bezug auf die Reliabilität. Ohne hier in die Details gehen zu wollen: Claude Longchamp übernehmen sie!

Und dann fragte ich mich als nächstes, wer von solchen Hype-Studien in erster Linie profitieren könnte? Also schaute ich mich ein wenig auf den Websites der an der Studie beteiligten Firmen um: Alles Buden, die auf irgendeine Art und Weise im Web 2.0 nach Gold schürfen. Was mein Vertrauen in die Studie auch nicht gerade stärkte. Ok, dachte ich weiter, ist nicht mein Bier, sollen die ihr Webzwonull doch mit Studien hypen. Als ich dann allerdings auf das hier stiess, schoss es mir schon eher durch den Kopf: “Mann, die kennen aber gar nix! – Nutzen Blogger als Umfragevieh und Marketingkanal um sie hintenrum bei irgendwelchen Firmen zu verpfeiffen”:

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Nein Danke, von Blogüberwachern kaufe ich keine Studien, und schon gar nicht zu diesen Preisen!

9 Antworten

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  1. OliverG said, on März 4, 2008 at 3:45

    Na ja, ich war kürzlich auf ne Seminar von nem Blog-(und Foren-))Monitorer. Dessen Kunden hatten wohl schon den Eindruck, dass sie wiederum was von ihren/über ihre Kunden lernen. Das Produkt wird besser etc.

    Haben wir ja an sich auch was von. (Und wenn ich automatisch nicht gefunden werden WILL, weiß ich, was ich mit dem Marken- und Produktnamen machen muss ;) )

    Von Anwälte-Losschicken war explizit nicht die Rede – bzw. eben davon, dass das nicht das Thema ist.

    Andererseits hört man auch von Agenturen, die dann Lust haben in den Foren unter Cover dagegenzureden.

    Wenn die halbwegs gute Berater haben, reden die das denen aus (wie in den Fall von dem ich letzte Woche hörte.)

    Über die Firma aus deinem konkreten Beispiel will ich nix gesagt haben. Kenn ich nicht. Studien gibt es sicher auch teurere ;)

  2. ugugu said, on März 4, 2008 at 4:39

    247 Dollar für eine Studie in der steht, dass 400 Blogger schon einmal über den Begriff “Web 2.0″ gestolpert sind, nenn ich einen stolzen Preis.

    Über das Blogüberwacher-Business gäbe es noch vieles zu sagen: Für mich ist es schlicht assoziales Verhalten in Reinkultur. Gerade wenn sich Blogger daran beteiligen. Ich lass mich in meinem Privatleben auch nicht auf Gespräche mit Leuten ein, mit dem ständigen Gedanken im Hinterkopf, an wen ich die gesammelten Informationen allenfalls verkaufen könnte.

  3. [...] Geld verdienen mit Studien im Web 2.0 (blogdessennamenmansichnichtmerkenkann.wordpress.com, ugugu) “Nein Danke, von Blogüberwachern kaufe ich keine Studien, und schon gar nicht zu diesen Preisen!” [...]

  4. roetext said, on März 5, 2008 at 9:46

    diese umfragen sind die allermeisten schrott. ich bekomme mittlerweile fast wöchentlich eine aufforderung zum mitmachen und ab und zu schau ich mir eine an und es stehen mir die haare zu berge, was und wie dort gefragt wird.

  5. ugugu said, on März 5, 2008 at 10:05

    Vor allem sind die Resultate Schrott. Weil es genügend destruktive Umfrageteilnehmer gibt, die seit Anno Cumulus langsam die Schnauze voll haben, in irgendwelche Konsum-Schublädchen gesteckt zu werden. Mal ehrlich: Wenn die Umfrage-Tante meines Telekomanbieters anruft, dann sag ich der, dass ich die Preise für skandalös überrissen halte, ob das nun stimmt oder nicht.

    Genau so halte ich es mit Online-Umfragen: Ich kreuze in der Regel das an, was ich für am unwahrscheinlichsten halte, dass es von einer grossen Mehrheit angekreuzt wird.

  6. waltraut said, on März 5, 2008 at 1:20

    Auch universitäre Studien sind mit Vorsicht zu geniessen. Die Studie der Uni Leipzig vor gut einem Jahr wirft auch Dutzende von Fragezeichen auf. Am 13. Februar 2007 habe ich darüber gebloggt.

    [Anm. von Ugugu: Hab das mal verlinkt, man muss aber auch alles selber machen heutzutage...]

  7. waltraut said, on März 5, 2008 at 4:24

    Wollte das Verlinken nicht selbst machen, man will sich schliesslich nicht aufdrängen! Ausserdem könnte ich es nicht so elegant.

  8. ugugu said, on März 5, 2008 at 5:36

    Ausreden, nichts als Ausreden ;-)

  9. waltraut said, on März 5, 2008 at 10:07

    Ertappt!


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