Journalistenschredder

Abzock-TV contra Schmierfinken

Veröffentlicht in Nicht kategorisiert von ugugu am Februar 13, 2008

Ich besitze keinen ‘gleitenden Sorgfaltsmassstab‘, und trotzdem glaube ich über den nötigen Respekt anderen Menschen gegenüber zu verfügen. Wollen mal hoffen, dass dieses Urteil gegen Stefan Niggemeier von einer höheren Gerichts-Instanz korrigiert wird, oder wenn schon, dann zumindest hierzulande nicht Schule macht. Wenn Begriffe wie „Animöse” oder „Rätselanimöse” als Synonym für Abzock-TV-Animatorin bereits als Aufruf zur Hetze Persönlichkeitsverletzung interpretiert wird, zieht sich bei mir reflexartig der Magen zusammen.

Wer sich durch die Urteilsbegründung kämpft, stösst jedoch auf die eine oder andere interessante Passage. Eine möchte ich speziell hervorheben, da es immer noch Journalisten wie Michael Konken gibt, welche anonyme Kommentare oder Blogs grundsätzlich in die Schmierfincken-Ecke stellen, da diesen per Definition jegliche Seriosität und Glaubwürdigkeit abzusprechen sei:

Es steht außer Frage, dass die Möglichkeit, sich unter einem Pseudonym zu äußern, für den Prozess der öffentlichen Meinungsbildung von Nutzen sein kann. Das gilt besonders dann, wenn der Äußernde ohne diese Möglichkeit aus Angst vor ungerechtfertigten Repressalien von einem an sich schützenswürdigen Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung abgehalten werden könnte.

Sie dürfen jetzt in die Kommentare mösern: Anonym, inkognito, ohne Namensnennung, unter einem Decknamen, mit einem Pseudonym, unter gefaktem Namen oder unbenannt. Ich pack dann mal den Zensurmassagestab aus…

7 Antworten

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  1. ugugu sagte, am Februar 14, 2008 zu 7:07

    was genau wollen sie mir damit sagen frau xxlkillababe? dass herr steinbrück die finanzen nicht im griff hat, dafür kann doch herr niggemeier nichts für…

  2. waltraut sagte, am Februar 14, 2008 zu 9:28

    Auch wenn ich mit meiner Meinung zu Ihrem reflexartigen Magenzusammenzug beitragen sollte, ich finde Animöse sexistisch und beleidigend.

  3. ugugu sagte, am Februar 14, 2008 zu 10:00

    Zeugt vielleicht nicht gerade von viel Einfallsreichtum, aber Strafbar? Vielleicht bin ich einfach eine Animöse wenns um ein Stück Blogkultur geht. Mal ehrlich, reicht es nicht, wenn ich sexistischen oder rassistischen Kram mal ein paar Stunden später aus den Kommentarzeilen lösche. Mal ganz abgesehen davon, dass dies so gut wie nie vorkommt. Diktieren die jetzt die Regeln?

  4. Daniel A. sagte, am Februar 16, 2008 zu 8:25

    Wenn mit „die“ die Richter gemeint sind: diktieren vielleicht nicht, aber sie haben die Deutungshoheit. Allerdings zeugt das Urteil von einer meines Erachtens seltsamen Rechtsauffassung: Herr Niggemeier trägt hier nicht die Verantwortung für seine eigene Meinungsäußerung, sondern für die eines anderen. Dass dieser andere seine (beleidigende) Meinung geäußert hat ist zudem Herrn Niggemeiers Schuld, da er solche Kommentare (gemeint sind nicht die „Animösen“) mit seinem Artikel ja quasi provoziert hat. De facto ist dies eine Absage an/Ablehnung von kritische(r) Berichterstattung im Internet – die ist höchstens dann noch akzeptabel, wenn man anschließend nicht drüber redet.

  5. ugugu sagte, am Februar 16, 2008 zu 12:55

    Mit „die“ war eigentlich eher das braune Gesox gemeint, das halt auch irgendwo im Netz rumschwirrt, zumindest diejenigen, die drei Buchstaben in der richtigen Reihenfolge auf die Tastatur bringen. Von denen will ich keinen Einfluss auf die Spielregeln. Aber du siehst das richtig: Wenn mir jemand ein Hakenkreuz an die Hausfassade schmiert, dann entferne ich das so schnell als möglich, möchte dafür aber bittesehr nicht auch noch haften.

  6. [...] Diskussion für überflüssig, weil es in einem demokratischen Rechtsstaat nach meinem Verständnis ein Recht auf anonyme Meinungsäusserung geben muss. Und abgesehen davon keinen Grund anonyme Meinungen unter Generalverdacht zu stellen. [...]


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