Kollegenschelte
Heute von und mit Mr. Kassensturz Ueli Schmezer. Ich find’s mehr als gelungen. Prädikat «pädagogisch wertvoll».
PS: An der Stimmbandbreite arbeiten wir dann noch ein bisschen für die nächste Scheibe…
Südafrika 2010
Wenn man mir eine Wahnvorstellung nicht ausreden kann, dann diese: 2014 oder 2018 könnte es reichen. Und wenn nicht dann, dann halt später. Aber den Weltmeistertitel einer Ü21-Manschaft werde ich noch zu Lebzeiten erleben. Hat jemand eine Adresse eines guten Therapeuten? Oder ist das gar nicht therapierbar? Ohm…
Nuusroom Al Akbar!
Neulich am Scientology-Kongress an der Blick-Mitarbeiterversammlung…

Zitate, die man einfach festhalten muss. Heute: Das-Internet-ist-ein-Geburtsfehler-Walder: «Ich brauche niemanden, der sich bemitleidet, weil er in einen Newsroom muss.» Und: «Ich habe viel Gejammer und viel Polemik gehört in letzter Zeit. Ich habe kein Verständnis für Gejammer oder Polemik, denn wenn das grösste Medienhaus die Bedürfnisse des Lesers nicht versteht und darauf reagiert, dann haben wir alle – ich inklusive – bald keinen Job mehr.» Dazu: Stellenabbau und Lohnsenkungen ankünden. Mitarbeiter einschüchtern. Zynismus olé!
Angry People In Local Newspapers
«I feel sorry for local news photographers. They are hugely skilled and poorly paid, and sent out
to photograph miserable people pointing at dog turds. Here, we celebrate their work.»
Fünf Fragen an Nordkoreatourist B.
Die fünf Fragen von Blogger Substanz an Nordkoreatourist Christoph Blocher sind grossartig, weshalb ich sie hier dreist im Copy-Paste-Verfahren nachpubliziere. Als ungefragtes Blogstöckchen quasi. Unkritisches Teleblocher-Nacherzählen ist nämlich aus so eine Marotte hiesieger Onlinemedien, die mir langsam aber sicher gegen den Strich geht. Gute Fragen kann man hingegen gar nicht oft genug wiederholen. Wer weiss, vielleicht traut sich eines Tages sogar ein richtiger Journalist, Ex-Bundesrat Blocher mit seiner Vergangenheit zu konfrontieren…
Hier also nun die fünf Fragen mit Substanz:
1. Herr Blocher, wenn Sie doch das Leben lang an der Politik und an der Lebenssituation der Menschen interessiert waren, dann waren Sie doch bestimmt auch in den Townships in Apartheid-Südafrika, um mit eigenen Augen zu sehen, wohin Sie als Verwaltungsrat der Pavtag Technik AG Zünder exportierten (nachdem Sie erreichten, dass diese nicht als Kriegsmaterial klassiert wurden)?
2. Wenn es Sie beelendet, wie ärmlich die Bevölkerung in Nordkorea wohnt und sogar hungert, wieso scherten Sie sich nicht um die UNO-Sanktionen gegen Südafrika, und wieso rechtfertigte denn das von Ihnen gegründete ASA-Bulletin den «Immorailty Act» und den «Bantu Education Act»?
3.Wenn Sie schon die fehlende Medienfreiheit in Nordkorea beklagen: Wie stand es um die Medienfreiheit in Deutschland und den USA, als Sie in den 80er Jahren die «weit verbreitete Desinformation über das südliche Afrika» beklagten und damit die Berichterstattung der FAZ und des Wallstreet Journal kritisierten?
4. Wie geht das eigentlich überein, dass Sie in der Schweiz einen Mangel an Demokratie konstatieren und deshalb die Volkswahl des Bundesrates fordern, die von Ihnen gegründete «Arbeitsgruppe südliches Afrika» jedoch gegen das Wahlrecht der Schwarzen ins Feld zog und Sie noch 1989 der Schweizer Illustrierten zu Protokoll gaben: «‹Ein Mann, eine Stimme› würde Südafrika ökonomisch und sozial innert kürzester Zeit in ein Chaos stürzen.»?
5. Wieso behaupteten Sie 2005 in der Zeitung «Südostschweiz», die Apartheid habe Sie nicht interessiert?
Downtown Arenaland
Ich denke, da entgleitet was, und das nicht erst seit kurzem. Den Medienzampanos in Downtown Arenaland würde es gut anstehen, ab und zu über den eigenen Tellerrand zu blicken und etwas weniger marktschreierisch aufzutreten. Was auch beinhalten würde, die eigenen Relevanzkriterien gelegentlich zu hinterfragen, und nicht jedes Lüftchen der Konkurrenz oder der eigenen politischen Klientel gleich zu einem helvetischen Tsunami aufzublasen. Ungefähr darum geht es in meinem aktuellen Fremdgeblogge. Was dieser Herr hier natürlich viel eleganter formuliert:
Super Diekmanns
Wer ein Beispiel dafür möchte, wie sich der Journalismus im Netz selber vernichtet, sollte sich einmal die Geschichte einer Geschichte anschauen, die gestern auf Infamy stand und zwar hier.
Live aus dem Audimax (Wien)
Mehr hier. Heute Gestern lief kurz eine Debatte über Sinn und Unsinn dieses Livestreams. Also ich find’s prima. Aktuelle Programmhinweise über die Studentenproteste in Österreich unter #Unibrennt #Unsereuni #Audimax. Nachtrag: Die Rede von Robert Misik gestern auf diesem Kanal sollte man sich anhören oder lesen. (via)
The Good, the Bad and the Ugly
«Wir, die Guten, wollten nie so schlecht werden wie die Bösen. Und die Bösen wollten nie so mies verdienen wie wir Guten…» Wie die Geschichte ausging, kann man bei Petra van Cronenburg nachlesen. (Sehr superes Blog, übrigens.)
EJPD und Swisscom gewinnen Big Brother Award
Ecco, mein Favorit hat gewonnen! Etwas stutzig macht jedoch, dass die Gewinner der diesjährigen Big Brother Awards, immerhin die Jubiläumsausgabe, bislang nur von Swissinfo und ORF vermeldet wurden. Lief ja angeblich auch über die Agenturen. Vielleicht steht ja am Montag was in der Zeitung. Und bevor ich mir jetzt schöne Verschwörungstheorien zusammenbastle (Ob Swisscom ein zu wichtiger Werbekunde ist? Ob «Tamedia» die Nominierung im letzten Jahr vielleicht doch nicht ganz verkraftet hat?) hier einfach die Gewinner:
An der Preisverleihung am Samstag in der Roten Fabrik wurden folgende Auszeichnungen vergeben:
- Der Dienst «Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr» (ÜPF) erhielt den Pokal in der Kategorie Staat (Vollständige Echtzeitüberwachung des Internetverkehrs/PDF),
- die Swisscom jenen in der Kategorie Business (Zugriff auf WLAN- und Routerdaten/PDF)
- und die Berufsbildungsschule Winterthur den ersten Preis in der Kategorie Arbeitsplatz (Aufruf zum Denunzieren/PDF).
- Der begehrte Lebenswerk-Award ging an die Firma Deltavista, stellvertretend für andere kommerzielle Datensammler.
Gewinner des Publikumspreises für eine Person oder Organisation, die sich im Jahr 2009 besonders gegen Überwachung und Kontrolle einsetzte, wurde
- die Studentengewerkschaft CUAE, die sich gegen die fremdenpolizeiliche Kontrolle der ausländischen Studenten wehrte.
Via Big Brother Awards.
Update: Soeben, nachdem ich den Publish-Button gedrückt hatte, drüben bei Substanz ein paar interessante Anmerkungen gelesen.
Update: Montag, 26 Oktober: Um den Pressespiegel noch zu komplettisieren. Vermeldet ebenfalls durch HeiseOnline, Symlink, KleinReport, Inside-IT, Swiss IT-Magazine, Netzwoche, ICT Kommunikation und Computerworld.
Vom Krieg gegen Flüchtlinge
Ich kann niemanden zwingen, sich dieses Referat (1 Std. 22 Min.) von Elias Bierdel, Gründungsmitglied von Borderline Europe, in leicht suboptimaler Aufnahmequalität (danke trotzdem an wahltotal.at!) anzusehen. Könnte ich es, würde ich es selbstverständlich tun. Ich kann nur versprechen, dass es sich absolut lohnt. Blognachbar Kellerabteil fordert sogar den Friedensnobelpreis für Elias Bierdel. Ich sehe nichts, was dagegen spricht…
Wie erbärmlich
Gestern schickt mir der «Blick» ein Testexemplar. Nicht dass ich sowas bestellt hätte (lasst das!). Der «Blick» will mir ein Testabo «schenken»: 6 Wochen für 20 Franken. Hab ihn kurz durchgeblättert. Testergebnis: Menschlich unter aller Sau. Vor allem der Kommentar über das Gerichtsurteil zum Bootsunfall auf der Kander. Ein Auszug:
«Der Mann, der von sich behauptet, die Armee sei sein Lebensinhalt, war zu feige, sich der Öffentlichkeit zu stellen. Stattdessen beklagt er sich lieber, dass ihn das Leben seit dem Kander-Unglück hart angefasst habe. Wie erbärmlich.»
Ja, wie erbärmlich. Sowas zu schreiben. Für den Boulevard mag es eine Tragödie sein, wenn sich Verurteilte nicht öffentlich vom «Blick» abschlachten lassen mögen, für jeden kognitiv einigermassen normal strukturierten Menschen ist es hingegen das normalste der Welt, den Tod von fünf Menschen nicht einfach so wegzustecken. Überhaupt: Was soll dieses erbärmliche Nachtreten? Ein Kommentar, besser als jedes Brechmittel:
«Das Militärgericht bestrafte den Kompanie-Kommandanten sogar härter, als es die Anklage gefordert hatte. Warf ihn auch aus der Armee. Sein Verteidiger zeigt sich überrascht. Offenbar hatte er mit einem milderen Urteilsspruch gerechnet. Einem Kuschelurteil. Wie es sie in den letzten Jahren wieder und wieder gab. Richter, die Täter mit Samthandschuhen anfassen und dabei die Opfer vergessen. Es hat sich ausgekuschelt. Und das ist gut so.»
Richter wenden geltendes Recht an. Nicht mehr und nicht weniger. Das ganze nennt sich dann Rechtsstaat. Ihre verblödeten «Samthandschuhe» und dummdoofe Begriffe wie «Kuschelurteil» können Sie sich irgendwo hinstecken, Frau Nachrichtenchefin Bleicher. Das ganze ist hirnloser Haudrauf-Journalismus. Und der muss aufhören. Bis dahin boykottiere ich den «Blick». Maximal.
Regividerm
Etwas spät, aber immerhin: Tagi, BaZ, BZ, Bund aka «Newsnetz» rapportieren brav den PR-Stunt zweier Salbentüftler aus good old Germany. And the winner is? Mavena Health Care aus Baden. Gratuliere.
Big Brother Awards 2009 (Samstag 24. Oktober -> Hingehen)
Nachdem es mein Favorit im letzten Jahr knapp nicht geschafft hat, drücke ich in diesem Jahr dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement ganz dolle die Daumen. Alle Nominierten gibt’s hier.
Polizeidatenbankcrowdsourcing
Ich würde doch sehr vermuten, ebenfalls clean zu sein. Bin aber noch nicht ganz sicher. Abwarten.
Hundert Medienportale und kein Link
Also. Nochmals. Ich versteh’s nicht. Da schreiben 70 Rechtsprofessoren einen offenen Brief an Doris Leuthard, der in der Folge die öffentliche Debatte zur Kriegsmaterialexport-Initiative bestimmt, über die wir am 29.11.09 abstimmen. Aber: Niemand verlinkt den Brief. Ich finde es ja toll, dass ich auf hundert Medienportalen die Zusammenfassung des Briefes als SDA-Meldung finde. Aber niemand, niemand, niemand (wirklich niemand) verlinkt den Brief, dessen Inhalt mich jetzt doch langsam interessiert (PDF). Ist doch irgendwie der Sinn eines offenen Briefes, dass man ihn öffentlich zugänglich macht? Muss man denn alles selbst ergooglen? Was ich abstimmen werde, tut hier nichts zur Sache. Etwas Agitpop darf’s aber trotzdem sein (Hey, Jusos, so geht das…)
Kaminfeuergespräche
Horst Teltschik: «Ich bin sehr erchüttert, wie sorglos die Europäer mit illegalen Einwandungsströmen umgehen». Bürgerliche Politiker sind ebenfalls erschüttert und spenden eine Urne.
Illegale Einwanderung. SVP plant Initiative. Legale Einwanderung wird ganz abgeschafft.
Illegale Einwanderung. Mongolin (29) stürzt aus dem Fenster und stirbt. Polizei löst Fall subito und unbürokratisch. Wer nicht springt, wird verhaftet.
Eclat auf Tele Züri. Anstandsdame Gilli fordert Entschuldigung für Mörgeli-Entgleisung.
Sonja Buholzer: «Minarett-Game jenseits von jeglicher Geschmacklosigkeit». Gemerkt hat sie es nach Level 25.
Eclat auf Tele Züri. Toupetblogger in Aufregung. Mörgelis Lächeln ein Fake?
Christoph Mörgeli wird Mitglied der Gouvernanten-Jury im SVP-Kindergarten. Casting gewinnt Natalie Rickli.
Affäre Rickli-Mörgeli. Reine Privatsache? Tages-Anzeiger wiegelt ab und landet im Print einen (Fast-) Primeur.
Affäre Jositsch-Galladé. Tages-Anzeiger wiegelt ab. Diesmal zugunsten der Klickzahlen auf Newsnetz.
Aufatmen auf der Weltwoche-Redaktion. Christoph Mörgeli ist nicht schwul. (Sonderausgabe in Planung)
Christoph Mörgeli ist nicht schwul. Aufatmen unter Homosexuellen.
Roger Köppel erkämpft Bleiberecht für legale UBS-Bankerin. (Keine Sonderausgabe geplant.)
SVP plant nach Minarett-Attack weitere Internetoffensive. Blut-und-Boden-Bildschirmschoner. Jetzt downloaden.
SVP plant weitere Internetoffensive. Chamäleon-Domains werden auf Tele-Blocher umgeleitet.
Dominique Baettig (SVP): «Könnte der Bundesrat, ähnlich wie für die Tier- und Pflanzenarten, eine Einschätzung der ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Kosten der Migrationsbewegungen in den letzten zehn Jahren durchführen?» Bundesrat antwortet. Illegale Pflanzen im Bundeshaus-Fumoir ab sofort legal.
Völlig irrelevanter Blogeintrag, bitte überspringen
Sagen wir es mal so: VBS-Beamte hätten vermutlich besseres zu tun, als oberlehrerhaft Fact-Checker zu spielen (sind ja nicht fürs Bloggen bezahlt), und Medien hätten vermutlich ganz sicher besseres zu tun, als daraus den Pseudoaufreger des Tages zu konstruieren. Zum Glück ist heute schon Freitag. Das Arena-Gedöns wäre wohl letal.


