Rüeblimob in Basel
Wie der Konsumenten-Aufstand in Basel genau funktioniert, wird in folgendem Film erklärt. Interessanter Ansatz, wie ich finde. Wann folgt der erste Carrotmob in Zürich, Genf, Luzern, St. Gallen, Lugano, Sion oder Aarau? (via)
Affäre Abhörschlumpf
Man lernt ja immer mal wieder was dazu: Es gibt in diesem Land so etwas wie «dringliche Vernehmlassungen», so dringliche sogar, dass man sie möglichst schnell an der Öffentlichkeit vorbeischleusen möchte, wie in der aktuellen WoZ zu lesen ist. Die Realtime-Internetüberwachung von Hinz (Demoteilnehmer) und Kunz (Sozialhilfeempfänger) stellt dann wohl alles in den Schatten, was westlich der chinesischen Internetmauer und südlich von Zensursulaland je von internet-inkompetenten Politikern ausgedacht wurde. Big Abhörschlumpf is watching you. Demnächst.
Hier geht’s zur öffentlichen Vernehmlassung:
> Vernehmlassungseinladung (PDF)
> Technical Guidelines (PDF)
> Organisational and administrative requirements (PDF)
Update I: Avongunten hat sich genauer durch Büpf und Vüpf gekämpft, und kommt zur ernüchternden Einsicht:
«Und das ist doch der eigentliche Skandal: Wie ist es möglich, dass ein solches Bundesgesetz ohne Nebengeräusche einfach so im Parlament durchflutscht und sich niemand dagegen gewehrt hat? Wo waren unsere Behördenkritischen Parlamentarierer auf der Linken wie auf der Rechten Seite als mit BÜPF diese Grundlagen geschaffen wurden. Wo waren unsere Wachhunde der sogenannten vierten Gewalt als die Verordnung in Kraft gesetzt und mehrmals auch im Parlament in Debatten erwähnt wurde?»
Gute Frage.
Update II: Wenn ich das richtig verstehe, rechtfertigt ein illegal entsorgter Müllsack die Live-Überwachung meines Computers? Vielleicht entsorg ich meinen Laptop dann doch lieber in der nächsten Mülltonne. Pardon, im nächsten Elektrofachgeschäft.
Update III: Ah, das ist sie ja, die Musikindustrie, darfs ein Blick unter meine Bettdecke sein, oder nur ein Kontrollrundgang durch meine Mails? Hab im Fall noch eine Kassette, cirka 1983, «Hitparade DRS3», alles mitgeschnitten. Ätsch!
24 Stunden für Vodafone, 24 Sekunden für die Bloggeria
Was Firmen wie Vodafone noch lernen müssen: Kunden wollen nur und ausschliesslich mit ihnen reden, wenn entweder die Ware mangelhaft ist oder die Service-Hotline extrem nervt.
Was die Bloggeria noch lernen muss: Mit Netz-Zensoren legt man sich nicht ins Bett. Nie! Nicht einmal kuscheln ist erlaubt. Keuschheit auf der ganzen Linie, aber sowas von total und grundsätzlich.
Alles andere zersetzt den Bloghausener Imperativ, der da lautet: Zensur ist doof.
Vodafone hat ab jetzt genau 24 Stunden Zeit sich deutlich und ohne Schwurbel gegen Internetsperren auszusprechen. Alle Adnation-Blogger wiederum eine Bedenkfrist von höchstens 24 Sekunden die Vodafone-Ads bis auf Weiteres aus ihren Blogs zu kippen – idealerweise ergänzt mit einem Hinweis auf alle eigenhändig verfassten «Zensursula»-Artikel.
Das war jetzt so eine Art Erpresserbrief. Jegliches Abweichen von diesem Verhalten wird mit maximalem Boykott Liebesentzug meinerseits belegt. Das beeindruckt zwar niemanden, aber mitteilen wollte ich es trotzdem.
Heute Streik – Oggi Sciopero
Der erste Blogstreik italienweit weltweit gegen Internetzensur in Italien (PDF in Englisch). E non è che siamo pochi:
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Berlusconi und die Cosa Nostra
Da wurde letzte Woche mal wieder ein Stück Papier ausgegraben, welches Silvio Berlusconis mafiöse Verstrickungen zwar nicht eindeutig beweist, aber doch ein weiteres sehr wichtiges Puzzle-Steinchen darstellt. Oder sagen wir es mal so: Wäre die Cosa Nostra hinter mir her, würde sie mir wohl kaum handgeschriebene Briefe schicken. Warum Italiens Medien kaum darüber berichten, analysiert Marco Travaglio in diesem sehenswerten Video (ital. Untertitel, ein engl. Transkript gibt’s hier). Gut, jetzt wissen wir, warum italienische Medien die Geschichte ausblenden, nicht aber, weshalb deutschsprachige Medien die Sache ebenfalls ignorieren. Any idea?
Noch mehr Vodafoam
Hossa! Ist das ein Vergnügen, so ein exklusives Flatrate-Schaumbad für die Tschäneräjschen Applohd. Köstlich.
Uploadreime
Der Upload stammt von einem Knecht,
und nicht von Michael Jackson.
Der Werber staunt, nu is er futsch
das gibt ne prima Äktschn.
Der Upload stammt von einem Knecht,
und nicht von wilden Zofen.
Ideale gibts im Ausverkauf,
als Flatrate von Vadoofen.
Der Upload stammt von einem Knecht,
und nicht von grossen Haien,
Millionen in den Sand gesetzt,
Zensur gibts von der Leyen.
(Inspired by Leberreime)
Medienhandwerk
Der Blogger mit dem furchteinflössenden Blog-Header hat da eine sehr lustige Serie am Start:
Medienhandwerk I : richtig zitieren
Medienhandwerk II: richtig recherchieren
Medienhandwerk III: journalist werden
…
(Warte gespannt auf Folge IV, aber bitte bitte mach da mal ein vernünftiges Bild oben in dein Blog.)
Bäredräck
Der Berner Wächterrat Regierungsrat soll einen Medienpreis einführen. Da kugeln sich ja die Bären vor lachen.
Trotztagi
Tönt spannend…
«Ich war am Helvetiaplatz. Da haben doch drei Journis abgemacht, dass sie einen «Trotz» Tagi lancieren wollen. Der Name wurde auch besprochen. «Neuer Tagesanzeiger» – und das Ganze als Monatszeitschrift. Tja, gute Idee – wenn das Blatt in Fronarbeit gemacht wird, die 3′000 Franken Druckkosten für 25′000 Expl. bei Ringier sind sicher aufzutreiben. Bin gespannt!»
Aus den Kommentaren bei «Persönlich» (…die kürzlich in ihrem Blog einen Kommentar von mir gelöscht haben, nur weil ich Blogger-Kollega Roger Schawinski hier gefragt habe, ob er denn nix aus dem Radiosubventionstopf des Bundes erhalte, aber das tut hier eigentlich nichts zur Sache.) Weiss jemand mehr über den Trotztagi?
«Blick.ch» – Noch mehr Arbeit für den Presserat
Genau vor einer Woche erhielt der «Blick» maximale Schelte vom Schweizer Presserat, weil er (und andere) sich einen Deut um Persönlichkeitsrechte scheren. Für einen Moment rauschte so etwas wie eine selbstkritische Debatte durch den Schweizer Blätterwald: Die «NZZ» erklärte sinngemäss, es sei nicht die Aufgabe der Presse sich als Strafverfolgungsbehörde und Oberrichter aufzuspielen. Der «Tages-Anzeiger», im Internet längst nur noch Gossenpossen-Produzent, appellierte eher heuchlerisch an die journalistische Eigenverantwortung; was in diesen wirtschaftlich schweren Zeiten natürlich furchtbar schwierig sei, das mit der Eigenverantwortung. Und der «Blick»? Der nimmt die Sache zur Kenntnis (oder auch nicht) und geht gleich über zum Tagesgeschäft:
1. Da wäre zum einen der Mordfall von Grenchen: Hier findet es der «Blick» offenbar opportun, längst verhaftete, damit aber noch lange nicht abgeurteilte mutmassliche Täter, präventiv und für alle Ewigkeit an den Internetpranger zu stellen: Einmal mit Heuchlerbalken und ganzem Namen versehen, einmal mit geheuchelten Namenskürzeln dafür mit unverfälschten Fotos. (Danke für den Hinweis an Brockhaus!).
Aber es geht noch abartiger…
2. Zum Beispiel, indem man eine junge Frau an die Öffentlichkeit zerrt, oder besser gesagt, einem Millionenpublikum vorführt, die, man höre und staune, in ihrer Freizeit Sex praktiziert. Die Geschichte erinnert in ihrer Machart doch sehr an Homosexuellenverfolgungen von anno dunemal. Nachzulesen drüben bei «Klartext»: Eine Hexenjagt sondergleichen. Und Rufmord dazu.
Würde mich nicht wundern, wenn beim «Blick» noch jede Menge Nakedeifotos derselben Dame im Archiv rumliegen. Einst für viel Geld über den Tisch gewandert. Jetzt lautet das Motto: «Bigotterie, jetzt oder nie».
(…noch günstiger ist es allerdings Nakedeifotos auf anderen Portalen zu klauen und «zvg» darunter zu kritzeln.)
Man kann nur hoffen, dass sich die Frau einen guten Anwalt leisten kann, um für das öffentlich durch die Kloake gezogen werden eine angemessene Entschädigung rauszuklagen.
(…vielleicht mal bei Thomas Borer nachfragen.)
Und nur um das hier klarzustellen: Das waren jetzt zwei eher zufällig rausgepickte Beispiele rudelbumsjournalistischer Höchstleistungen à la «Blick». Dabei stehen die doch auf Blümchensex? However, dem Presserat wird die Arbeit nicht so schnell ausgehen.
Rettet Print
Ein erster sinnvoller Schritt zur Rettung der Printbranche: Medienkongresse abschaffen.
Schweizer Parteien im Netz
Das ganze Debakel in einem Screenshot auf den Punkt gebracht:
Botschaft 1. Wir ham jetzt auch Social-Dingsbums.
Botschaft 2. Abonniert unsere PR-Schleudern.
Botschaft 3. Was irgendein anonymer FDP-Groupie denkt, geht uns am Arsch vorbei.
(via eDemokratie)
Das Schweigen der Hammel
Beim «Nachtanzeiger» gehen die Verhandlungen über das «Maimassaker» in die Junirunde Julirunde. Wobei ich mich wieder einmal ernsthaft frage: Für wie bescheuert hält Tamedia eigentlich die eigenen Angestellten? Erst kickt man, mehr oder weniger ohne seriöse Begründung, eine rekordverdächtige Anzal Mitarbeiter mit einem maximalen Asozialplan auf die Strasse, um daraus in den Verhandlungen einen minimalen Sozialplan zu stricken.
Sowas durchschaut doch der blindeste aller blinden Investigativreporter. Mein Tipp an die Tagi-Teppichetage: So geht es ja nun definitiv nicht, zumindest wenn man sich am Morgen noch im eigenen Spiegel anschauen will. Mehr dazu und über das «Schweigen der Hammel» in Teil IV der spannenden WoZ-Serie «Durch den Monat mit Daniel Suter». Und eine Bitte an die WoZ: Serie im Juli weiterführen. Danke.
Italian for Beginners (I)
«Di Berlusconi si può dire tutto, ma non che sia uno che
va a puttane. A quanto pare sono loro che vanno da lui»
(via)




